Dr. Höfter: Ich selbst biete meinen Patientinnen und Patienten eine Kombinationstherapie an. Dabei werden zuerst die oberflächlich sichtbaren Gefäßerweiterungen mit Hilfe von Injektionen verödet und anschließend die feinen, noch verbliebenen kleinen Krampfadern durch die Haut hindurch mit einem Radiowellengerät verschweißt. Für ein optimales Ergebnis sollten mehrere Behandlungen in Kombination mit einer individuell abgestimmten Sklerosierungs-Therapie durchgeführt werden.
myBody: Was ist das Besondere an der Besenreiser-Venentherapie mit Radiowellen?
Dr. Höfter: Die Radiowellen- oder auch RF-Koagulation (Radiofrequenzkoagulation) sorgt dafür, dass beim Behandeln der Besenreiser-Krampfadern ausschließlich die Besenreiser-Krampfadern verödet werden und kein anderes Gewebe geschädigt wird. Außerdem zeigt die Venenbehandlung mit Radiowellen bereits nach kürzester Zeit erstaunliche Erfolge. Diese Eigenschaft hat übrigens auch dazu beigetragen, dass die Fettreduktion mittels Radiowellen mittlerweile so populär ist.
myBody: Das klingt zwar gut - aber erzielte nicht bereits die hochfrequente Elektrochirurgie ähnliche Erfolge wie die Radiowellen-Therapie?
Dr. Höfter: Diese Methode erzielte ohne jeden Zweifel ebenfalls sehr beeindruckende Erfolge. Allerdings arbeiten die von Ihnen erwähnten konventionellen Elektrochirurgie-Geräte mit Frequenzen zwischen 360 KHz und 1,7 MHz. In diesem vergleichsweise niedrigen Frequenzbereich kommt es beim Veröden von kleinen Krampfadern zu unerwünschten Schädigungen des umliegenden Gewebes - ein nicht zu unterschätzendes Risiko, was durch hochfrequente Radiowellen vermieden wird.
myBody: Die Besenreiser-Venenbehandlung mit Radiowellen hat also keine Nebenwirkungen?
Dr. Höfter: Nur sehr wenige, wie z.B. leichte Rötungen im Behandlungsbereich und eine minimale Krustenbildung der Haut. Im Gegensatz zu einer Laser-Behandlung müssen Sie jedoch nicht das Sonnenlicht meiden für einige Wochen, was ein Vorteil ist. Die Behandlung läuft vollständig ohne Blutergüsse ab und das Tragen von Stützstrümpfen über 24 h ist nicht unbedingt erforderlich, weil die Gefäße sofort verschweißt werden.
myBody: Ist man die Besenreiser-Krampfadern nach einer Behandlung endgültig los?
Dr. Höfter: Leider muss ich diese Frage mit einem „Nein“ beantworten. Die kleinen Krampfadern müssen zwar nicht, können aber wieder auftauchen; das hängt von der Veranlagung des jeweiligen Patienten ab.
myBody: Sehr geehrter Herr Dr. Höfter, haben Sie vielen Dank für das interessante Gespräch.