myBody: Sie sind bislang einer der wenigen Fachärzte in Deutschland, der CHIVA anbietet. Was hat Sie überzeugt?
Dr. Wienecke: Das Besondere an der CHIVA-Methode ist, dass sie bei jedem Ausmaß von Krampfadern anwendbar ist und die Stammvenen bei dieser Prozedur erhalten bleiben. Stammvenen sind deswegen so extrem wichtig, da man sie beispielsweise als Spendervenen für Bypass-Operationen benötigt. Außerdem bietet die CHIVA-Methode gute Ergebnisse bei hohem Patientenkomfort. Diese und weitere Vorteile der CHIVA-Methode gegenüber anderen Verfahren wurden mittlerweile auch in mehreren wissenschaftlichen Studien nachgewiesen.
myBody: Sind die anderen Methoden zur Venenbehandlung in Ihren Augen dann überhaupt noch relevant?
Dr. Wienecke: Das sind sie durchaus. Denn wenngleich die CHIVA-Methode meiner Meinung nach in vielen Fällen die besten Ergebnisse erzielen kann, entscheiden das Krankheitsbild und die individuellen Voraussetzungen der Patienten letzten Endes über die Methodenwahl. Leiden die Patienten zum Beispiel unter Fettleibigkeit mit sehr tief unter der Haut liegenden Venen oder haben Probleme bei der Wundheilung ist das endoluminale Verfahren wesentlich besser geeignet als das CHIVA.
myBody: Bleiben wir an dieser Stelle bei den Patientinnen und Patienten: Wie kann jemand feststellen, ob er sich einer Venenbehandlung unterziehen sollte?
Dr. Wienecke: Mein Tipp: Achten Sie auf bestimmte Symptome. Fühlen sich etwa die Beine oft müde an, sind geschwollen oder jucken häufig? Haben Sie Hautveränderungen oder Hautverfärbungen z.B. im Knöchelbereich bemerkt? Zeichnen sich immer mehr Besenreiser an den Beinen ab? Treffen mehrere dieser Beschwerden zu, handelt es sich in der Regel um typische Begleitsymptome und ein Arztbesuch ist ratsam. An dieser Stelle noch ein Hinweis aus der Praxis: Krampfadern haben nichts mit Wadenkrämpfen zu tun - das Wort Krampfader leitet sich nicht von Krampf ab, sondern vom Wortstamm für „krumm, gebogen“.
myBody: Wenn ich nun vermute unter einer Venenerkrankung zu leiden - an wen wende ich mich? Reicht ein Besuch beim Hausarzt oder muss ich einen Spezialisten aufsuchen?
Dr. Wienecke: Qualifizierte Ansprechpartner für eine Venenbehandlung sind in der Regel Internisten, Allgemeinmediziner, Hautärzte oder andere Fachärzte mit der Zusatzbezeichnung Phlebologie. Ideal ist natürlich ein Gefäßchirurg, der sich auf Krampfadern spezialisiert hat und zudem ein guter Diagnostiker ist. Denn gerade moderne Operationsverfahren wie die CHIVA-Methode erfordern eine enge Verbindung zwischen Diagnostik und Therapie.
myBody: Herr Dr. Wienecke, haben Sie vielen Dank für das aufschlussreiche Gespräch.