myBody: Spürt man den Ballon im Magen?
Dr. Velancsics: In den ersten Tagen ist der Magenballon evtl. etwas unangenehm, danach sorgt er für ein lang anhaltendes Sättigungs-
gefühl. Die Gewöhnungsphase dauert in der Regel etwa drei Tage. In dieser Zeit sollte man unnötige körperliche Belastungen vermeiden. Außerdem kann es in den ersten Tagen zu Krämpfen, Übelkeit und Erbrechen kommen. Daher ist es sehr wichtig, die Empfehlungen des Arztes zu befolgen und viel zu trinken. Auch Medikamente können die Unannehmlichkeiten lindern.
myBody: Was passiert, wenn der Magenballon doch undicht wird?
Dr. Velancsics: Wenn der Magenballon Flüssigkeit verliert, verändert sich die Farbe des Urins, da der Arzt die Kochsalzlösung mit einer Farbsubstanz versehen kann. Der leere Ballon wird in der Regel aus dem Körper ausgeschieden. In einigen Fällen kann es jedoch notwendig werden, dass der Arzt den Magenballon entfernt.
myBody: Und nach der sechsmonatigen Behandlung mit dem Magenballon kann der Patient sein Gewicht weiter reduzieren?
Dr. Velancsics: Ja. Die Erfolgsquote für einen langfristigen und bestän-
digen Gewichtsverlust liegt nach einer Therapie mit dem Magenballon überdurchschnittlich hoch. Dazu ist es aber unbedingt notwendig, dass der Patient seine Ernährungsgewohnheiten, auf die er sich mit dem Magenballon eingestellt hat, beibehält. Auch das regelmäßige Bewegungs-
programm sollte natürlich fortgesetzt werden, um die Pfunde dauerhaft loszuwerden.
myBody: Gibt es eigentlich Umstände, unter denen ein Magenballon nicht ratsam ist?
Dr. Velancsics: Wir sehen von einer Therapie mit dem Magenballon beispielsweise bei vorherigen Magenoperationen ab, um den damit verbundenen Risiken, wie Gefäßverstopfung, Bauchfellentzündung oder Eingeweidebruch aus dem Weg zu gehen. Ein Magenballon ist ebenso wenig empfehlenswert bei Schwangerschaft, einer Langzeit-Steroid-Behandlung sowie ernsthaften Nieren-, Hepatitis- und Lungenerkran-
kungen.
myBody: Herr Dr. Velancsics, vielen Dank für das ausführliche Gespräch!