Dr. med. Wolfgang Friedrich ist seit über 15 Jahren als Facharzt für HNO, Allergologie, Plastische Operationen tätig. Fortbildungen im Bereich Ästhetisch-Plastische Chirurgie führten ihn zu Prof. Pitanguy nach Brasilien sowie zu Prof. Bruce Cornell und Prof. Rollin K. Daniels in die USA. Dr. Friedrich ist Präsident des Hamburger Gesprächskreis für Ästhetische Chirurgie.
Expertengespräch zur Nasenkorrektur
myBody: Herr Dr. Friedrich, Sie verfügen über die Erfahrung von mehreren tausend Nasenkorrekturen. Was fasziniert Sie speziell an dieser Schönheitsoperation?
Dr. Friedrich: Gesichtschirurgie hat mich von jeher fasziniert und es war immer mein Wunsch als Gesichtschirurg zu arbeiten. Nach meiner Ausbildung zum FA für HNO verbrachte ich weitere Jahre in einer Klinik für Plastische Gesichtschirurgie, um mich speziell in diesem Bereich weiterzubilden. Und Nasen, so könnte sagen, sie sind meine größte Leidenschaft. Warum? Als einziges Organ ist die Nase vertikal im Gesicht angeordnet – und damit sehr prominent. Viele Menschen schauen erst auf die Nase und dann in die Augen. Das ist für Patienten mit auffälligen Stigmata, deren Selbstbild durch Form und Aussehen der Nase gestört ist, natürlich eine unerfreuliche Situation. Als Nasenchirurg habe ich die Möglichkeit diesen Patienten zu helfen.
myBody: Wie sieht eine ideale Nase aus? Gibt es überhaupt so etwas wie eine Idealform? Dr. Friedrich: Selbstverständlich gibt es die ideale Nase, allerdings ist eine Modellnase keine besonders beeindruckende oder schöne. Ganz im Gegenteil ist eine perfekte Nase eine, die sich ganz unauffällig und organisch in das Gesicht einfügt, so als sei sie schon immer da gewesen. Das sollte das Ziel jeder Nasenkorrektur sein. Die Schwierigkeit bei einer Nasenchirurgie besteht darin, dass neben der Ästhetik auch die funktionellen Aspekte berücksichtigt werden müssen. Schließlich soll durch eine ästhetische Nasenoperation die Nasenatmung nicht beeinträchtigt wird. Die dafür notwendige Kompetenz haben eigentlich nur Fachärzte für HNO während ihrer Ausbildung erworben, bzw. Fachärzte für Plastische Chirurgie mit entsprechender Weiterbildung. Meine Philosophie ist es, bei jedem Patienten den optimalen Normal- zustand zu erlangen: Makel an der Nasen zu beseitigen, eine harmonische Nase zu kreieren, die zu seiner Größe, seinem Körperbau passt und seine Individualität unterstreicht. Dabei spielt es keine Rolle, wie schwierig der Einzelfall ist und wie viele Nasenkorrekturen ich schon durchgeführt habe. Jede einzelne Nasen-OP ist eine neue Herausforderung und ich gebe immer mein Bestes, darauf können sich meine Patienten verlassen.
myBody: Operieren Sie alle Nasen und erfüllen jeden Patientenwunsch? Dr. Friedrich: Das Schöne an der Nasenchirurgie ist es, Menschen zu einem neuen Aussehen und damit zu einem besseren Lebensgefühl zu verhelfen. Sind die Auffälligkeiten jedoch minimal, der Patient jedoch denkt, dass dieses Detail sein Lebensgefühl mindert, dann lehne ich eine Operation ab. Denn eine Nasenkorrektur würde dem Patienten nicht automatisch ein schöneres Leben bieten und auch nicht helfen. Daher sind Beratungsgespräche auch so wichtig. Der Arzt muss die Beweggründe des Patienten verstehen, Vertrauen entwickeln, um ihn dann später operieren zu können – oder die OP abzulehnen.
myBody: Wie schaffen Sie es ein Vertrauensverhältnis mit dem Patienten aufzubauen? Dr. Friedrich: Mein Ziel ist es bei jeder Nasenoperation das ideale Ergebnis, sowohl funktionell als auch ästhetisch, zu erreichen. Damit mir das gelingt, muss ich mich auf den Patienten einlassen, seine Wünsche und etwaige Ängste in Erfahrungen bringen. Wir begleiten die Patienten nicht nur bis zum Zeitpunkt der Nasenop, sondern auch danach. Optimale Betreuung ist sehr wichtig. Ein Gesichtschirurg muss eben nicht nur ein umfassenden Wissens haben, sondern auch Einfühlungsvermögen. Der Patient ist schließlich freiwillig gekommen - mit dem Wunsch nach einem besseren Leben. Jeder Patient hat ein Recht darauf, eine perfekte Betreuung und eine erfolgreiche Behandlung zu bekommen.
myBody: Mit einer Nasenoperation kann die Form der Nase korrigiert werden. Sie haben die Rhinoplastik weiterentwickelt. Was genau haben Sie an den bewährten Verfahren verändert?
Dr. Friedrich: Über Jahrzehnte hinweg haben wir das Konzept der Nasenoperation weniger schmerzhaft, sicherer und vorhersehbarer gemacht, in dem wir innovative Verfahren der Chirurgie und Anästhesie kombiniert haben. Dazu gehört der Einsatz der Laser- und Radiofrequenz- chirurgie. Wir verwenden modernste OP-Methoden, die Narkose nach dem TIVA-Verfahren (Total Intravenöse Anästhesie) sowie schonende Behandlungsmethoden. Zum Beispiel verzichten wir auf Tamponaden, stattdessen setzen wir haudünne Silikonfolien zur Stabilisierung der Nasenscheidewand ein. Diese werden nach zwei Wochen entfernt, wenn die operierte Nasenscheidewand fest ist. Durch eine längeranhaltende Anästhesie können wir dem Patienten den ersten Wundschmerz ersparen. Dadurch das die Patienten keine Tamponaden tragen müssen, bleiben ihnen die Kopfschmerzen erspart, auch der Rachen und die tiefen Atemwege trocknen nicht aus. Zudem kann der Patient problemlos schlafen und sich sofort erholen. D.h. die Nasenkorrektur ist komfortabler für den Patienten, weniger schmerzintensiv und es kann ein deutlich besseres Ergebnis erzielt werden. In wenigen Fällen kann eine Nachkorrektur erforderlich und sinnvoll sein, diese führen wir ohne Diskussion durch. Schließlich möchten wir, dass unsere Patienten zufrieden sind.
myBody: Herr Dr. Friedrich, wir danken Ihnen herzlich für das Gespräch.