myBody: Wie unterscheidet sich die ISAPS von anderen Verbänden?
Prof. von Heimburg: In erster Linie ist die ISAPS, im Vergleich zu den anderen Vereinigungen dieser Branche, international aufgestellt; mit dem Ziel Branchen-Entwicklungen zu erkennen, zu nutzen oder gegebenenfalls auch zu intervenieren. Ein Beispiel: Die ISAPS vergleicht regelmäßig die Facharztausbildung der Mitgliedsländer, um diese möglichst auf gleichem Niveau zu halten. Zu diesem Zweck werden internationale Workshops organisiert, auf denen die Vertreter der teilnehmenden Länder Ideen und Konzepte austauschen können.
myBody: Kann jeder Chirurg Mitglied der ISAPS werden?
Prof. von Heimburg: Voraussetzung für die Mitgliedschaft in der ISAPS ist die ordentliche Mitgliedschaft in der nationalen Berufsvereinigung der plastischen Chirurgen. Hierzulande also der „Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen“ (DGPRÄC). Außerdem muss der Antrag auf Mitgliedschaft von Empfehlungen durch Altmitglieder begleitet werden. Diese Bürgen müssen die Mitgliedschaft ausdrücklich empfehlen. Daneben muss das Neumitglied in der nationalen Gesellschaft geführt werden und entsprechende operative Qualifikationen und Erfahrungen mitbringen.
myBody: Herr Professor Heimburg, welche Rolle spielen Sie innerhalb der ISAPS?
Prof. von Heimburg: Als Gesellschaft mit internationaler Verbreitung und Mitgliedern auf der ganzen Welt ist es für den laufenden Austausch wichtig, dass es nationale Vertreter gibt. Hierzulande habe ich diese Stellung, als „national secretary“, inne und bin damit nicht nur verantwortlicher Ansprechpartner für die deutschen Mitglieder der ISAPS, sondern vertrete gleichzeitig auch die deutschen Interessen der ästhetisch-plastischen Chirurgen in der Weltgesellschaft.
myBody: Das hört sich nach einem Fulltime-Job an - ist aber, wie wir wissen, nicht ihre einzige Tätigkeit.
Prof. von Heimburg: Das stimmt. Neben der Position als „national secretary“ bei ISAPS praktiziere ich an der Frankfurter Praxisklinik Kaiserplatz und bin seit 2010 Mitglied im Vorstand bei der "Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen“ (VDÄPC), der Tochtergesellschaft der DGPRÄC. Außerdem bemühe ich mich im Auftrag der EU mit einer Arbeitsgruppe in Berlin um eine europäische Norm für ästhetisch-plastische Behandlungen.
myBody: Wieso halten Sie eine europaweite Richtlinie für wichtig?
Prof. von Heimburg: Ich halte diese Initiative der EU vor allem in Hinblick auf die Patienten für sehr wichtig. Sie erhalten mit dieser Richtlinie eine Orientierungshilfe sondergleichen - und Vertreter aus ganz Europa teilen meine Ansicht: Im September 2010 haben sich die nationalen Arbeitsgruppen der beteiligten europäischen Staaten daher bereits auf die wichtigen Eckpunkte geeinigt - die Ausarbeitung der europäischen Norm wird voraussichtlich aber noch drei weitere Jahre in Anspruch nehmen.
myBody: Sehr geehrter Herr Professor von Heimburg, haben Sie vielen Dank für das Gespräch.