Dr. med. Margret Passmann-Wolters ist Fachärztin für Chirurgie, Plastische Chirurgie. In der proaesthetic Klinik, in der sie von 2006 bis 2011 tätig war, war sie unter anderem für das Qualitätsmanagement zuständig. Die myBody Redaktion sprach mit Dr. Passmann-Wolters über diesen Verantwortungsbereich.
Qualitätsmanagement in einer Schönheitsklinik
myBody: Frau Dr. Passmann-Wolters, Sie waren in einer renommierten Schönheitsklinik auch für das Qualitätsmanagement verantwortlich. Was bedeutet denn Qualitätsmanagement für die Klinik und speziell für den Patienten?
Dr. Passmann-Wolters: Die Qualitätssicherung beinhaltet für die Klinik den Null- Fehler- Ansatz und beständige Vergleiche mit international herausragenden Unternehmen in vergleichbarer Struktur und Größe. Für den Patienten bedeutet das sowohl größtmögliche Sicherheit als auch angenehm schnelle und terminsichere Abläufe.
myBody: Was sind qualitätssichernde Maßnahmen und was tun Sie, um den hohen Qualitätsstandard zu halten bzw. zu verbessern?
Dr. Passmann-Wolters: Dazu gehören eine kontinuierliche Weiterbildung unserer Mitarbeiter durch nationale und internationale Kongressbesuche sowie eine lückenlose Dokumentation des Klinikgeschehens und Ergebniskontrollen.
Die stationären und ambulanten Abläufe sollten zur Zufriedenheit aller optimiert werden, um Warte- zeiten zu vermeiden. Ein wichtiges Mittel hierfür ist die Evaluierung der Patientenzufriedenheit. Dies erfolgt für gewöhnlich anhand eines Frage- bogens, auf dem die Patienten unter anderem Verbesserungsvorschläge angeben können.
myBody: Woran erkenne ich als Interessent einer aesthetischen Behandlung eine gute Klinik?
Dr. Passmann-Wolters: Ich denke, man ist zumeist auf Empfehlungen angewiesen. Ein Termin vor Ort ist immer hilfreich, um seinen Arzt nicht nur mit Köpfchen, sondern auch mit „Bauchgefühl“ auszuwählen. Er oder Sie sollte sich einige Fragen stellen: Fühle ich mich hier gut aufgehoben oder ist das nur eine Massenabfertigung? Sind mir meine Ärzte sympathisch oder nicht? Ich persönlich glaube an deutlich bessere Ergebnisse, wenn die Chemie zwischen Arzt und Patient stimmt.
myBody: Welchen Stellenwert hat dieser Verantwortungsbereich in Ihrem beruflichen Alltag als Plastische Chirurgin? Wie sieht Ihr Alltag allgemein neben Vor- sowie Nachuntersuchungen und Operationen aus?
Dr. Passmann-Wolters: Neben OP und Patientenversorgung macht die Korrespondenz mit Kollegen und Patienten einen Teil meiner „Fast-Freizeit“ aus. Das ist die Zeit, in der ich eigentlich schon zu Hause sein könnte, aber dann ein schlechtes Gewissen hätte, weil der Tag nicht gescheit abgeschlossen ist. Auch nach 30 Berufsjahren hat man abends noch gelegentlich etwas nachzulesen, um auf dem Laufenden zu bleiben.
Grosse Hobbies hebe ich mir für den Ruhestand auf, was mich aber nicht von gelegentlichen Wander- ungen im nahen Odenwald abhält. Hier kann man mich schon mal mit einem Buch zur Bestimmung von Pilzen tief nachdenklich über einem „ungeklärten Fall“ grübeln sehen. Und dann wird der arme Wicht auch noch seziert, denn kein Chirurg geht ohne Messer aus.
myBody: Frau Dr. Passmann-Wolters, wir danken Ihnen für das Gespräch.