Experten-Interview
mit Dr. med. Marc Armbruster,
Facharzt für Urologie, Gemeinschaftspraxis Dres. Armbruster / Müller, Stuttgart
myBody: Herr Dr. Armbruster, was ist der entscheidende Unterschied zwischen der Vasovasostomie und der Tubulovasostomie?
Dr. Armbruster: Der Unterschied liegt darin, dass bei der Tubulovasostomie der Samenleiter direkt mit einem Nebenhoden- kanälchen verbunden wird. Durch die Sterilisation kann der Druck, der in den Nebenhodenkanälchen herrscht, so stark werden, dass es zu einem Platzen der Kanälchenwand kommt und dadurch ein narbiger Verschluß schon in Höhe des Nebenhodens resultiert. In diesem Fall wäre es sinnlos die beiden Samenleiter - wie bei der Vasovasostomie - wieder aneinander zu nähen.
myBody: Welche Kriterien sind entscheidend für die Wahl der jeweiligen Behandlungsmethode?
Dr. Armbruster: Während des Eingriffs wird die Samenflüssigkeit, welche sich aus dem zum Nebenhoden führenden Samenleiterende entleert, auf Farbe, Konsistenz und unter dem Mikroskop untersucht. Neben dem fehlenden Nachweis von Spermien unter dem Mikroskop kann eine dickflüssige, zahnpastenartige weiße Samenflüssigkeit ein typisches Zeichen eines Nebenhodenverschlusses sein. In diesem Falle müsste dann eine Tubulovasostomie durchgeführt werden.