Implantatwechsel nach Brustvergrösserung - Gründe, OP-Ablauf, Kosten
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Brustvergrösserung Implantatwechsel

Implantatwechsel nach Brustvergrößerung

Implantatwechsel nach Brustvergrösserung

Heute gilt mittlerweile eine lebenslange Garantie auf die Haltbarkeit und Formbeständigkeit moderner, qualitativ hochwertiger Brustimplantate bekannter Markenhersteller, die in Deutschland zugelassen sind. Kommt es zu keinerlei Komplikationen bzw. ist der Zustand der Implantate medizinisch einwandfrei, ist die Notwendigkeit eines Implantatwechsels aus medizinischer Sicht nicht gegeben - während  früher im Regelfall nach spätestens 15-20 Jahren das Implantat ausgetauscht wurde.

Trotzdem gibt es neben einer fortgeschrittenen Kapselfibrose – einer schmerzhaften Verhärtung des Brustgewebes um das Implantat – verschiedene Gründe für einen Implantatwechsel. Die Entscheidung zu einem Implantatwechsel bzw. einer Implantatentfernung sollte in gleicher Weise gewissenhaft bedacht und mit dem behandelnden Facharzt genauso vollumfänglich besprochen werden wie die Erstoperation. Sofern keine akute gesundheitliche Gefährdung vorliegt, muss man den Implantatwechsel respektive die Entfernung in der Regel nicht überstürzen, sondern kann ihn in Ruhe planen.

Gründe für einen Implantatwechsel

Die Indikationen für einen Implantatwechsel sind vielfältig und können zum einen ästhetisch motiviert oder medizinisch bedingt sein. Ein Wechsel eines oder beider Brustimplantate wird dann notwendig wenn eine ausgeprägte bzw. schmerzhafte Kapselfibrose vorliegt. Insbesondere bei Implantaten der älteren Generation kann der Alterungsprozess des Implantats oder vielmehr eine Materialermüdung nach einer langen Verweildauer in der Brust den Wechsel der Implantate erforderlich machen. Darüber hinaus müssen Brustimplantate entfernt werden sofern eine Form- bzw. Hüllenveränderung des Implantats, ein Riss in der Hülle oder eine starke Entzündung in der Brust vorherrschen. Bei Verrutschen oder Verdrehen (Subluxation) der Brustimplantate ist ein Implantatwechsel unumgänglich. Bei einem rein ästhetisch motivierten Implantatwechsel ist in der Regel der Wunsch nach einer Größen- oder Formveränderung der Brust vorrangig - da auch eine operierte Brust dem natürlichen Alterungsprozess ausgesetzt ist und die Schwerkraft ihre Form verändern kann.

Implantatwechsel : OP-Ablauf

Der Eingriff erfolgt in der Regel in Vollnarkose und kann je nach Ausgangsbefund mit einem höheren Aufwand und einer längeren OP-Dauer wie bei der Erstoperation verbunden sein. Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Implantatwechsel sind - analog zur Brustvergrößerung - eine gründliche Voruntersuchung und ein vollumfängliches Aufklärungs- wie Beratungsgespräch mit dem behandelnden Fach- und Narkosearzt.

Implantatwechsel - Verhalten nach der Operation

Grundsätzlich gelten in der postoperativen Phase dieselben Verhaltensregeln und Nachsorgemaßnahmen wie nach einer Brustvergrößerung. Allem voran sind Ruhe und Schonung die Garanten für den Erfolg der Operation. Die Heilungsphase beträgt ähnlich wie bei der Brustvergrößerung einige Wochen; wobei man bereits nach 1 bis 2 Wochen wieder gesellschaftsfähig ist. Grundsätzlich sollte nach dem Eingriff vorübergehend mit Blutergüssen, Schwellungen oder einem Spannungsgefühl ähnlich wie beim Muskelkater gerechnet werden. Diese Veränderungen klingen erfahrungsgemäß innerhalb von wenigen Tagen ab.

Medikamenteneinnahme

In der Regel sollten in den ersten Tagen nach dem Implantatwechsel leichte Schmerzmittel eingenommen und für etwa 5 bis 10 Tage eine Thrombose-sowie Antibiotikaprophylaxe angewandt werden. Falls unabhängig von der Operation eine Medikamenteneinnahme notwendig ist, muss diese mit dem Arzt abgesprochen werden. Auf blutgerinnungshemmende sowie blutverdünnende Medikamente sollte nach dem Implantatwechsel in der Regel 2 Wochen lang verzichtet werden.

Verhaltensregeln - Nachsorge

In den ersten sechs bis acht Wochen muss Tag wie Nacht ein bügelloser Kompressions-BH oder wahlweise ein straff sitzender Sport-BH in Kombination mit dem Stuttgarter Gürtel (Kompressionsgurt) getragen werden. In der Regel ist eine frühe Mobilisation der Arme anzustreben, dennoch sollten diese in den ersten drei bis vier Wochen nicht zu sehr angehoben, beansprucht oder ruckartig bewegt werden; darüber hinaus ist die Schlafposition in Rückenlage ratsam. Körperliche Tätigkeiten oder sportliche Aktivitäten bei denen die Brustmuskulatur stark gefordert oder erschüttert wird sind erst nach etwa sechs Wochen wieder erlaubt.

Wundheilung und Narbenpflege

Die Schnittwunden werden bis zur eigentlichen Nahtentfernung von sterilen Bandagen geschützt. Das Nahtmaterial - sofern kein selbstauflösendes verwendet wurde - wird erfahrungsgemäß je nach angewandter Nachttechnik nach ein bis zwei Wochen entfernt. Um eine optimale Wundheilung zu gewährleisten kann erst nach etwa einer Woche kurz geduscht und nach etwa zwei Wochen gebadet werden. In den ersten vier bis acht Wochen ist jede Form von Hitze wie Sonnenbäder, Solarium, Saunagänge, heiße Bäder etc. zu vermeiden. Damit aus Wunden keine Narben werden sollte darüber hinaus mindestens ein halbes Jahr lang auf direkte UV-Strahlung verzichtet und eine spezielle Narbencreme regelmäßig aufgetragen werden.

Krankenkassen und Kostenübernahme

Der Kostenrahmen für einen Implantatwechsel wird von verschiedenen individuellen OP-Kriterien und regionalen Faktoren bestimmt. Je nach Aufwand, Umfang und Indikation der Operation ist mit Kosten zu rechnen, die sich in der Regel im selben Bereich bewegen wie der aktuelle Durchschnittspreis für eine Brustvergrößerung, zwischen 5.000 Euro und 7.000 Euro.

Gesetzliche Krankenkassen: Implantatentfernung vs. Implantatwechsel

In der Regel kommen die gesetzlichen Krankenkassen nur für die medizinisch begründete Entfernung von Brustimplantaten auf – und dies auch nur unter Kostenbeteiligung des gesetzlich Versicherten. Welche Selbstbeteiligungssumme der gesetzlich Versicherte aufbringen muss, ist jedoch nicht klar festgelegt. Für den Wechsel von Brustimplantaten, sprich den Ersatz der alten Implantate, gibt es jedoch bis heute keine eindeutige gesetzliche Regelung. Erfahrungsgemäß muss die Patientin die Kosten für die neuen Implantate vollständig selbst tragen.

Streben gesetzlich Versicherte eine Kostenübernahme durch ihre Krankenkasse an, kann der behandelnde Arzt nicht frei gewählt werden, sondern wird von der GKV zugeteilt.

Private Krankenversicherung und Implantatwechsel-/entfernung

Es gibt keine grundsätzliche Sicherheit darüber wie die privaten Krankenversicherungen im Einzelfall entscheiden. Die Höhe der Kostenübernahme wird individuell je nach Art und Komplexität des Falls festgemacht und ist immer in Abhängigkeit vom Tarif und der jeweiligen Privaten Krankenversicherungsgesellschaft zu betrachten.

Folgekostenversicherung und Implantatwechsel

Bei Abschluss einer Folgekostenversicherung werden je nach Tarif die Kosten, die aufgrund von Komplikationen nach einem medizinisch nicht indizierten ästhetischen Eingriff entstehen können, übernommen. Die Patienten sind ab dem ersten Tag des Eingriffs bis zu drei Jahre versichert. Auch besteht, im Vergleich zu den gesetzlichen Krankenkassen, die Möglichkeit der freien Arztwahl.

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