20 Jahre Botulinumtoxin: Die DGBT gratuliert - mabelle
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Text: Franziska Bartel, DGBT

Botulinum – eine Zufallsentdeckung macht Karriere

Botulinumpräparate sind in der ästhetischen Gesichtsverjüngung nicht mehr wegzudenken und die Erfolgsgeschichte begann mit einer Zufallsentdeckung. Denn Botulinum ist bereits seit über 30 Jahren als Medikament im Einsatz und fand seinen Ursprung in der Augenheilkunde und der Neurologie.

Zum ersten Mal wurde Botulinum in der Behandlung des Strabismus – gegen Schielen – verwendet. In der Augenheilkunde begann dann die Geschichte von Botulinum in der Ästhetischen Medizin durch eine eher zufällige Entdeckung. Das kanadische Ärzteehepaar Carruthers hatte 1987 eine Patientin, die ursprünglich gegen einen Spasmus der Augenmuskulatur behandelt wurde. Sie stellte fest, dass der gespritzte Neuromodulator nicht nur gegen ihre Erkrankung half, sondern auch die Falten um das Auge herum reduzierte und wollte immer weiter behandelt werden. In Deutschland wurde das Mittel 1993 zum ersten Mal zugelassen, allerdings zu rein medizinischen Zwecken. Erst im Jahr 2006 wurde es zur medikamentösen Korrektur von Mimikfalten in Deutschland zugelassen. Gleichzeitig auch das Jahr, in dem die Deutsche Gesellschaft für Botulinum- und Fillertherapie e. V. (DGBT) von Dr. med. Boris Sommer und Dr. med. Dorothee Bergfeld gegründet wurde. Von Anfang an standen der richtige Umgang und die transparente Patientenaufklärung mit dem für die ästhetische Behandlung neuen Medikament im Mittelpunkt. Heute ist das Arzneimittel in über 70 Ländern für mehr als 20 verschiedene Indikationen zugelassen. Für die ästhetischen Behandlungen genügt ein Bruchteil der Dosierung, die in der neurologischen Therapie eingesetzt wird. So ist Botulinum als risikoarmes Antifaltentherapeutikum aus der Ästhetik nicht mehr wegzudenken. Eine Vielzahl an Studien hatte die Sicherheit des Wirkstoffs belegt. Die Behandlung sollte allerdings nur von Medizinern mit guten anatomischen Kenntnissen der Muskel-, Gefäß und Nervenverläufe vorgenommen werden. Daher sind die Aus- und Weiterbildung in diesem Bereich besonders wichtig. „Es ist unser Ziel als DBGT, durch profunde Ausbildung auf dem Boden evidenzbasierter, wissenschaftlicher Daten in Zusammenschau mit der klinischen Erfahrung unserer Referenten umfassende Grundlagen für sichere und effektive Behandlungen mit Botulinumpräparaten zu legen“, unterstreicht Priv.-Doz. Dr. med. Wolfgang G. Philipp-Dormston, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Botulinum- und Fillertherapie aus Köln.

Botulinum – so wirkt es

Wird Botulinum in einen Muskel injiziert, so blockiert es dort gezielt durch Zerstörung von Proteinkomplexen die Freisetzung des Neurotransmitters Acetylcholin. Dadurch kann der entsprechende Muskel nicht mehr wie gewohnt angespannt werden und die darüber liegende Haut glättet sich. Linien und Falten gehen nicht nur zurück, auch der Bildung neuer Falten wirkt Botulinum entgegen. Andere Nervenfunktionen, wie das Fühlen oder Tasten, werden dadurch nicht beeinflusst. Die Wirkung von Botulinum baut sich langsam auf und erreicht – je nach Indikation und Dosis – nach etwa sieben Tagen ihren Höhepunkt. Nach vier bis sechs Monaten lässt die Wirkung nach und die Muskeln können wieder aktiviert werden. „Als Botulinum-Anwenderin der ersten Stunde, als langjährige Trainerin – insbesondere auch für die DGBT – und auch als Beteiligte in vielen Zulassungsstudien kann ich sagen: Ich hätte nicht geahnt, wie elementar Botulinumpräparate in der ästhetischen Anwendung nicht nur das Aussehen, sondern auch das Leben unserer PatientInnen verändern würden. Daher freue ich mich immer wieder, dass nicht nur Zulassungs-Erweiterungen etablierter Präparate, sondern auch Neuzulassungen dieses Gebiet stetig beleben und zur immer noch notwendigen Enttabuisierung der Behandlung mit Botulinum beitragen.“ (Dr. med. Alexandra Ogilvie, Vizepräsidentin der DGBT, München)

Neue Präparate und Zulassungen

Nachdem es jahrelang keine Neuzulassungen bei Botulinumpräparaten gab, kommt 20 Jahre nach der Erstzulassung von Botulinum für die Ästhetische Behandlung Bewegung in den Markt. In den letzten zwei Jahren ist die Ästhetische Medizin mit den Produkten „Alluzience“ und „Letybo“ um zwei Neuromodulatoren reicher geworden, ein drittes namens „Nuceiva“ wird im Frühjahr lanciert. „Es ist für mich fantastisch zu sehen, wie auch nach so vielen Jahren der breiten Anwendung von Botulinum sich immer noch derart viel spannendes Neues entwickelt.“ (Priv-Doz. Dr. med. Maurizio Podda, Vorstand der DGBT, Darmstadt).

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Logo und Vorstand der DGBT (Deutsche Gesellschaft für Botulinum- und Fillertherapie e. V.)

Über die DGBT

Die Deutsche Gesellschaft für Ästhetische Botulinum- und Filler-Therapie e. V. (DGBT) ist die erste Fachgesellschaft, die ihre Interessen auf die ästhetische Therapie mit Botulinum und Fillern fokussiert. Sie ist mit nun fast 2000 Mitgliedern im deutschsprachigen Raum die Fachgesellschaft Nummer 1, welche sich der Aus- und Weiterbildung von Ärzten in der ästhetischen Anwendung von Botulinum und Fillern verschrieben hat. In über 20 Zertifizierungskursen werden pro Jahr deutschlandweit sowie in Österreich und der Schweiz Ärzte verschiedener Fachrichtungen geschult. Längst hat sich die alle zwei Jahre stattfindende Fachtagung der DGBT darüber hinaus zu einem hochkarätigen wissenschaftlichen Meeting mit internationalen Sprechern etabliert und dient dem interdisziplinären Austausch von Kollegen und Vertretern der Industrie.

DGBT e.V.

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