DGMKG Kongress 2015

65. Jahreskongress DGMKG 2015

65. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie in Stuttgart

Vom 10. bis 13. Juni fand in Stuttgart der inzwischen 65. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG) statt und bot insgesamt einen breitgefächerten wissenschaftlichen Austausch für alle Mitglieder der DGMKG. Für die diesjährige Tagung konnte Prof. Dr. Dr. Dieter Weingart als Kongresspräsident gewonnen werden. Unter seiner ärztlichen Leitung befindet sich die Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Plastisch-ästhetische Operationen, Zentrum für Implantologie des Klinikums Stuttgart, eine der größten außeruniversitären Fachabteilungen Deutschlands.

In alter Tradition wurden die drei Kongresstage in verschiedene Sitzungen gegliedert - Assistentenveranstaltungen, KH-/Lunchsymposien & Workshops, Fachkunde Tageskurse, wissenschaftliches Programm -, die sich schwerpunktmäßig um die beiden Hauptthemen orthognathe Chirurgie und Implantologie drehten. Referate von namhaften Experten aus Universitäten, Kliniken sowie eigenen Praxen wechselten sich dabei mit praktischen Meetings und angeregten Diskussionen sowohl von praktizierenden Medizinern als auch dem Nachwuchs in der Weiterbildung ab.

Zukunftsträchtig: Virtuelle Planung zur Korrektur von Fehlbissen

Die neuen digitalen Technologien ermöglichen die exakte virtuelle Planung und Simulation von MKG-chirurgischen Eingriffen zur Korrektur von Fehlbissen (orthognathe Chirurgie): Mittels dreidimensionaler Vermessung und Operationsplanung wird die Verlagerung des Ober- und Unterkiefers am Computer analysiert.

Sieht schlicht aus, kann viel: Der neue Gesichtsscanner

Seit neuestem setzen die Stuttgarter MKG-Chirurgen einen Gesichtsscanner zur Erfassung des Weichgewebes ein. So konnten sie im konkreten Patientenfall virtuell die Beeinflussung der Gesichtsästhetik durch die Kieferverlagerung simulieren.

Hochtechnologie für genauere Vorhersagbarkeit des OP-Ergebnisses und damit gesteigerte Patientensicherheit. Aktuell handelt es sich um ein ganz neues Verfahren. Mithilfe von Langzeituntersuchungen und -auswertungen müssen die Möglichkeiten und Vorteile des Gesichtsscanners noch gemeingültig bestätigt werden.

Eindrucksvoll: Zahnimplantate so gut wie immer erfolgreich

Zahnimplantate werden immer beliebter: Laut Schätzungen setzen Zahnärzte und Chirurgen jährlich mehr als 1 Millionen der künstlichen Zahnwurzeln ein. Und beim erfahrenen MKG-Chirurgen sind Implantate inzwischen oft auch bei bisher aussichtslosen Befunden erfolgreich möglich. Risikopatienten mit schwieriger Ausgangssituation haben unter anderem eine schlechte individuelle Knochen- und Gewebevorbedingungen, Fehlbildungen, ein höheres Alter, u.a. schwere Allgemeinerkrankungen (z.B. auch bei Einnahme von Herz-Kreislauf-Medikamenten wie „Blutverdünnern“) oder bei Parodontitis. Insbesondere digitale Technologien und navigierte Implantationen vereinfachen den operativen Eingriff. Dennoch kann kein Computer oder Roboter die Spezialistenerfahrung ersetzen. Die konventionellen Operationsschritte müssen sicher beherrscht werden, um auf alle während der OP eventuell eintretenden Komplikationen zuverlässig einlenken zu können.

Das Thema „Implantologie bei schwieriger Ausgangssituation“ stellt daher die besondere Bedeutung des Faches heraus: Für den MKG-Chirurgen sind zum einen aufgrund seiner einzigartigen „doppelten“ Ausbildung schwierige lokale Ausgangssituationen beherrschbar. Gleichzeitig ist er auch umfassend und kompetent in der Lage, Patienten mit begleitenden Allgemeinerkrankungen oder im fortgeschrittenen Alter erfolgreich behandeln zu können. Angesichts der demographischen Entwicklungen wird dies zukünftig einen immer größeren Stellenwert einnehmen. In Deutschland werden mehr als 50 Prozent aller Zahnimplantationen von MKG-Chirurgen durchgeführt.

Der 66. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie befindet sich bereits in Planung und wird voraussichtlich vom 01. bis 04. Juni 2016 in Hamburg veranstaltet werden.

Über die DGMKG und das Berufsbild Facharzt für MKG-Chirurgie

Im Mittelpunkt der Fachgesellschaft DGMKG stehen die Weiterentwicklung der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie sowie ihre wissenschaftliche Darstellung und nicht zuletzt auch berufspolitische Fragestellungen. Die Mitgliedschaft in der DGMKG ist freiwillig und ausschließlich Fachärzten für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie vorbehalten. Derzeit zählt sie über 1.800 Mitglieder.
MKG-Chirurgen sind hoch qualifizierte und spezialisierte Ansprechpartner für alle Problemstellungen des Gesichts und der Mundhöhle. Die MKG-Chirurgie ist das einzige Fachgebiet, das ausschließlich auf das gesamte Spektrum der Gesichtschirurgie einschließlich des Schädels und Kiefers spezialisiert ist. Deshalb basiert die Facharztausbildung nach abgeschlossenem Studium der Humanmedizin und Zahnmedizin auf einer mindestens fünfjährigen Weiterbildungszeit. In zwei weiteren Jahren kann die Spezialisierung für plastisch-rekonstruktive Maßnahmen im Kiefer- Gesichtsbereich erfolgen. Dadurch erwirbt der Facharzt für MKG-Chirurgie die Zusatzbezeichnung „plastische Operationen oder plastische und ästhetische Operationen“.

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