Fettabsaugung gegen Cellulite Ist das möglich?

Portrait Dr. Michael Pees

Es gibt inzwischen Liposuktionsverfahren, die die Haut beim Absaugen gleichzeitig straffen können.

Dr. Michael Pees
schöne weibliche Beine

Interview mit dem Experten Dr. med. Michael Pees über Fettabsaugung und Cellulite

Cellulite ist bei Frauen ein stark verbreiteter Schönheitsfehler. Im Kampf gegen die unschönen Dellen sind viele bereit Geld in teure Wundermittel zu investieren. Diese versprechen zwar eine schnelle Abhilfe, sind aber meistens ihr Geld nicht wert, da die Wirkung oft ausbleibt. Wenn Sie den Kampf gegen die Cellulite nur ansatzweise gewinnen wollen, erfordert es viel Disziplin, Willenskraft und Zeit. Viel Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, Wechselbäder und Bürstenmassagen können die dellige Orangenhaut etwas glätten. Doch bei Körperstellen mit resistenten Fettpolstern hilft selbst das nicht. Gegen die lästigen Fettdepots hilft dann nur eine Fettabsaugung. Doch verschwindet mit dem Eingriff auch die Cellulite? Und mit welchen Methoden wird die Cellulite in der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie behandelt? Dr. Michael Pees, Experte auf dem Gebiet der Fettabsaugung und leitender Arzt der proaesthetic in Heidelberg, beantwortet uns im Gespräch diese sowie andere grundlegende Fragen zum Thema „Cellulite“.

myBody: Dr. Pees, was ist Cellulite?

Dr. Pees: Cellulite ist eine typisch weibliche Hautauffälligkeit, unter der fast 90 Prozent der Frauen leiden. Sie ist auf ein schwaches Bindegewebe zurückzuführen und in den meisten Fällen erblich bedingt. Durch die groben Unebenheiten und Dellen ähnelt sie einer Orange und wird deshalb im Volksmund als Orangenhaut bezeichnet. Betroffen sind Körperstellen wie Oberschenkel, Po, Hüften und der Bauch.

myBody: Wie entsteht Cellulite?

Dr. Pees: Die Kollagenfasern des Bindegewebes, auch Septen genannt, sind bei Frauen anders als bei Männern, und genau dies ist die Ursache für die Entstehung von Cellulite. Das Kollagengeflecht ist bei Männern netzartig angeordnet und engmaschig, wohingegen es bei Frauen lückenhaft und parallel verläuft. Darüber hinaus sind die Fasern bei Frauen viel weicher und elastischer, damit sich während der Schwangerschaft die Haut leichter dehnen kann und nicht reißt. Dies führt aber auch dazu, dass sich die Fettzellen durch das Bindegewebe an die Hautoberfläche drücken und sich Dellen abzeichnen. Dieser Vorgang tritt fast bei jeder Frau ab einem gewissen Alter auf, da er hormonell bedingt ist.

myBody: Hilft eine Fettabsaugung gleichzeitig gegen Cellulite?

Dr. Pees: Eine klassische Liposuktion wird in der Regel nicht zur Behandlung von Cellulite eingesetzt, sie kann aber eine Cellulite deutlich mindern, da durch die Entfernung der Fettzellen der Druck auf die Unterhaut und das Bindegewebe abnimmt. Zusätzlich sorgt eine Fettabsaugung für eine bessere Durchblutung der Haut, sodass sie viel straffer und glatter wirkt. Jedoch sind diese gewünschten Effekte nicht immer garantiert. Deshalb gibt es in der Ästhetischen und Plastischen Chirurgie andere, neuartige Methoden, die die Cellulite erfolgreich behandeln können.

myBody: Was für neuartige Methoden sind das?

Dr. Pees: Es gibt inzwischen Liposuktionsverfahren, die beim Absaugen die Haut gleichzeitig straffen können. Dies ist beispielsweise bei der radiofrequenzbasierten Fettabsaugung möglich. Sie kurbelt die Kollagenausschüttung an und produziert während der Liposuktion Wärme, welche einen straffenden Effekt hat.

Es gibt aber auch ultraschall-assistierte Techniken, die eine Glättung erzielen können, wie die von der US-amerikanischen Firma VASER. Bei dieser Methode kann die ultraschall-basierte Fettabsaugung mit einer Cellulite-Behandlung kombiniert werden. Bei der Entfernung von Cellulite werden die Bindegewebefasern mit einer Spezialsonde durchtrennt, sodass eine Entspannung der Haut erreicht wird.

myBody: Und gibt es auch nicht-operative Alternativen zur Bekämpfung von Orangenhaut?

Dr. Pees: Allerdings. Es existieren sehr viele Verfahren, die viel versprechend klingen, aber in ihrer Wirkung nicht sichtbar oder nachhaltig sind. In der Ästhetischen Medizin arbeiten wir erfolgreich mit Radiofrequenzgeräten, die wie bei der radiofrequenz-assistierten Liposuktion durch die Erwärmung die Dellen ebnen können. Dabei werden mithilfe des bipolaren Stroms die Kollagenfasern verkürzt und gleichzeitig die Bildung neuen Kollagens angeregt. Zusätzlich wird der Druck auf die Fettzellen reduziert, die häufig in hartnäckigen Problemzonen aufgebläht sind, sodass sie nicht verstoffwechselt werden können. Eine Radiofrequenzbehandlung kurbelt somit auch den Stoffwechsel im behandelten Areal an.

Eine weitere, revolutionäre Behandlung gegen Cellulite ist die Unterspritzung mit dem Biostimulator Sculptra®, der zumeist in der Faltentherapie eingesetzt wird. Dieses Präparat regt die körpereigene Produktion von neuem Kollagen an, sodass die Haut nach dem Eingriff wieder frisch und jung aussieht. Gleichzeitig werden die Elastizität, Dichte und Festigkeit des Gewebes verbessert.

myBody: Wie genau funktioniert Sculptra® bei der Behandlung von Cellulite?

Dr. Pees: Dadurch, dass Sculptra® die Kollagenneubildung anregt, entsteht eine Volumenzunahme, die Falten, Narben oder im Fall der Cellulite Dellen auffüllt und die Haut viel homogener erscheinen lässt. Bei der Behandlung von Cellulite wird Sculptra® in die Dellen injiziert und je nach Größe der Täler anschließend für eine bessere Verteilung des Wirkstoffs einmassiert. Auch nach der Behandlung ist es empfehlenswert, die Stellen für ein paar Tage regelmäßig zu massieren.

Ein großer Vorteil von Sculpta® ist die langanhaltende Wirkung, die mindestens zwei Jahre andauert. Außerdem müssen Sie nach der Sitzung auf nichts achten und können sogar gleich danach Sport machen. Jedoch benötigt es ein paar Wochen Zeit, bis das Gewebe aufgebaut ist. Nach sechs bis acht Wochen können Sie die Behandlung wiederholen. Mehr als zwei Behandlungen werden aber in der Regel nicht benötigt.

myBody: Dr. Pees, vielen Dank für das aufschlussreiche und interessante Gespräch!

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