Appetit wird vom Gehirn gesteuert
Besonders bei einem Buffet ist es verlockend weiter zu essen, obwohl das Sättigungsgefühl bereits eingesetzt hat. Britischer Forscher haben den Schuldigen entdeckt – das Großhirn. Hunger und die pure Lust am Essen werden nicht nur unterschiedlich empfunden, sie werden auch im Gehirn differenziert aufgefasst.
Wissenschaftler des University College Londons fanden heraus, dass die Signale zur Nahrungsaufnahme von zwei vollkommen verschiedenen Hirnregionen gesendet werden. Zu diesem Ergebnis gelangten die Londoner Experten, in dem sie das Gehirn von acht Personen per Magnetresonanztomographie (MRT) im Hungerzustand und nach der Simulierung einer Sättigung beobachteten. So konnten die Wissenschaftler sehen welche Hirnregionen im jeweiligen Zustand aktiv waren und welche Essensportionen die Probanden gleichzeitig zu sich nahmen. Ein künstlich verabreichtes Hormon signalisierte dem Gehirn die auszureichende Nahrungsaufnahme.
Die Studie ergab, dass sich bei Testpersonen, die neuronalen Aktivitäten im Gehirn änderten, nachdem sie das Hormon erhalten hatten. Die maßgebliche Instanz war hier das Großhirn. Bei Probanden mit Hungergefühl wurde das Essverhalten im Hypothalamus gesteuert. Lustesser, die das Hormon erhielten, nahmen im Vergleich ein Viertel weniger Kalorien auf. Mit dem Eintreten des Sättigungsfaktors „wechselt der Taktgeber für das Essverhalten“, so die Forscher. Ohne dieses Signal wird die Nahrungsaufnahme durch die fürs Überleben zuständige Hirnregion bestimmt. Das Großhirn regulierte das Verhalten nach der Sättigungssimulierung, die Nahrungsaufnahme danach diente allein dem Vergnügen am Essen an sich und nicht dem Überleben.
Als nächstes untersuchen die Wissenschaftler, ob diese Aktivitäten auch bei Menschen mit Über- bzw. Untergewicht und Normalgewichtigen unterschiedlich sind. Mit den daraus resultierenden Erkenntnissen hoffen die Experten die Appetitregionen im Gehirn regulieren zu können.
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