Schönheits-OP als Glücksgarant?
Seit Jahren wird die ästhetisch-plastische Chirurgie mit den gleichen Vorbehalten konfrontiert: Wer ein äußere Optimierung vornehme, versuche eine übersteigerte Unzufriedenheit auf eine rein oberflächliche Weise erfolglos zu bekämpfen. Während ästhetisch-plastische Chirurgen schon länger von positiven psychischen Entwicklungen ihrer Patienten nach der Operation berichten, räumt nun auch eine Langzeitstudie der Ruhr-Universität Bochum, welche in Kooperation mit Wissenschaftlern der Universität Basel durchgeführt wurde, mit diesen Vorurteilen auf – Schönheitsoperationen steigern oft langfristig Lebensfreude, Zufriedenheit und Selbstwertgefühl.
In der Studie wurden psychologische Effekte bei 544 Patienten, welche schönheitschirurgische Eingriffe vornehmen ließen, untersucht. Zunächst widerlegt die Studie das Vorurteil, Patienten der Schönheitschirurgie seien unzufriedener als der Rest der Bevölkerung. Sie ließen sich in Bezug auf psychologische und gesundheitliche Variablen nicht von Kontrollgruppen, welche keine ästhetischen Eingriffe vornehmen ließen, unterscheiden. Weiter erwarten die Wenigsten Unrealistisches von Schönheitsoperationen. Den meisten Befragten ging es um die Beseitigung kleiner Schönheitsfehler und um das Erreichen eines stärkeren Selbstbewusstseins. Im Durchschnitt empfanden die meisten Patienten diese Ziele auch als verwirklicht und gaben an, mit dem Ergebnis lange Zeit zufrieden zu sein. Im Vergleich zu 260 befragten Personen, die sich eine Schönheitsoperation gewünscht und sich dann doch dagegen entschieden hatten, waren die operierten Patienten weniger ängstlich, fühlten sich gesünder, attraktiver und erlangten ein größeres Selbstwertgefühl. Die ästhetische Chirurgie kann also durchaus auch einen Einfluss auf den Therapieerfolg auf ausüben. Anders sieht es allerdings bei Menschen aus, welche unter der sogenannten „Body Dysmorphic Disorder“ leiden. Solche Personen entdecken immer wieder neue Makel an sich. Ihre Selbstwahrnehmung ist gestört; nichtexistente Mängel werden erfahrungsgemäß als unabdingbarer Makel wahrgenommen. In diesen Fällen werden Schönheitsoperationen nicht zu einem gesteigerten Selbstbewusstsein führen. Betroffenen sollte zu psychologischer Hilfe geraten werden.
Die Entwicklung in der ästhetisch-plastischen Chirurgie geht hin zu Natürlichkeit; Eingriffe sollen unbemerkt bleiben. Die meisten Patienten wollen ihr Erscheinungsbild in der Regel nicht grundlegend ändern, sondern harmonischer und fitter wirken. Erfahrungsgemäß wird dies auch erreicht und die Patienten sind nach dem Eingriff im Schnitt zufriedener.
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