Beratungsqualität getestet - DGÄPC zieht Fazit
Anfang Juli publizierte die „Bild der Frau“ Ergebnisse einer Studie - durchgeführt in Kooperation mit der Verbraucherzentrale Hamburg -, in der deutschlandweit die Beratungsqualität von Fachärzten für Plastische und Ästhetische Chirurgie untersucht wurde. Das Resultat verblüffte: Lediglich ein Arzt von 26 überprüften Ärzten erfüllte die Ansprüche an eine gutes und ausführliches Beratungsgespräch und schloss mit Note „2“ ab.
Die Testpatientin, die sich zur Brustvergrößerung beraten ließ, sprach im Durchschnitt 52 Minuten mit den ausgewählten Ärzten. Nur 15 % erkundigten sich nach ihrer Motivation für die Behandlung und weniger als die Hälfte fragte nach einem aktuellen Kinderwunsch – Kriterien, die ein guter Chirurg wissen sollte. Über zwei Drittel kamen nicht auf das Thema Folgeoperationen und die möglichen anfallenden Kosten dafür zu sprechen. 46 % schlugen ihr zu große Implantate vor. 19 Ärzte sagten nichts dazu, dass eine Mammographie nach einer Brustvergrößerung schwieriger und daher auch das Erkennen von Krebs erschwerter ist. Bezüglich der Komplikationen, die mit einer Brustoperation verbunden sind, schaffte es nur die Hälfte der Ärzte über die wesentlichen Risiken wie Kapselfibrose oder Sensibilitätsstörungen aufzuklären.
Solche besorgniserregenden Bewertungen sind für die Fachverbände keinesfalls vertretbar. Qualitätssicherung steht für sie an erster Stelle. Sie verpflichten ihre Mitglieder, ihre Tätigkeit in Einklang mit den verschiedenen Sorgfaltspflichten und der ärztlichen Aufklärungspflicht auszuüben - so lautet beispielsweise Artikel 9 der Satzung der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC). Die DGÄPC konzeptioniert aktuell mit ihren Mitgliedern neue Maßnahmen zur Qualitätssicherung, um auch weiterhin eine hohe Qualität und Sicherheit den Patienten bieten zu können. Zukünftig soll es Checklisten für Fachärzte geben, die einen einheitlich hohen Qualitätsstandard gewährleisten.
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