Selfie mit Beauty-Filter als OP-Vorlage
Jüngst entfernte Instagram Filter mit den sprechenden Namen wie „Plastica“ oder „Bad Botox“, die das Gesicht von Nutzer*innen aussehen lassen, als hätten sie sich schon etliche Male vom Schönheitschirurgen umgestalten lassen. Laut der Plattform schaden diese Filter dem Wohlbefinden der User. Auch ohne diese sehr drastischen Filter gibt es auch weiterhin eine riesige Auswahl, um Selfie und Instastory aufzuhübschen und zu retuschieren.
Von süßen Hasenohren, über das perfekte Make-up und ebenmäßige Haut bis hin zu definierten Wagenknochen und Schmollmund: Die permanente Konfrontation mit „optimierten“ Selbstbildern kann den Wunsch nach einer Real-life-Veränderung katalysieren. Die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie DGÄPC hat ermittelt, dass in diesem Jahr 68,2 Prozent ihrer Mitglieder Erfahrungen mit Patient*innen gemacht haben, die mit einem bearbeiteten Selfie als Vorlage für eine Behandlung in die Praxis gekommen sind. Vor allem junge Frauen zwischen 18 und 25 Jahren möchten gerne mehr so aussehen, wie auf idealisierten Selfies. Die befragten Mediziner sehen darin einen Trend, der in den nächsten Jahren noch weiter zunehmen wird.
Perfekte Selfies, für die nicht selten dutzende Versuche nötig sind, Beauty-Filter und Bildbearbeitungs-Apps wie "Facetune" verändern das Selbstbild und die Ansprüche an das eigene Aussehen. Dabei sind bearbeitete Bilder vom eigenen Gesicht für Ästhetisch-Plastische Chirurgen zwar scheinbar realistischer, bzw. besser umsetzbar als zum Beispiel Vorlagen von Prominenten, können aber trotzdem gefährlich unrealistische Vorstellungen wecken. Ein verantwortungsvoller Arzt legt angesichts dieser Entwicklungen noch mehr Wert auf eine gute Aufklärung, hinterfragt Motivationen und lehnt Eingriffe, die er nicht vertreten kann, ab.
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