Brustimplantate gesundheitlich unbedenklich
Krebs durch Brustimplantate – diese Nachricht erzeugte in den letzten Monaten medialen Aufruhr. Dieser reichte so weit, dass die französische Behörde für Medikamentensicherheit eine Warnung aussprach und erwog, Silikonimplantate im Zweifelsfall gänzlich verbieten zu lassen. Doch die Experten der VDÄPC (Vereinigung Deutscher Ästhetisch-Plastische Chirurgen) gaben Entwarnung. Bei genauerer Betrachtung der wissenschaftlichen Grundlagen ließ sich zeigen, dass kein Grund zur Panik besteht.
Internationale Forscher entdeckten Hinweise für einen Zusammenhang zwischen Brustimplantaten und dem sogenannten anaplastischen Lymphom (ALCL). Dabei handelt es sich um eine extrem seltene Form von Lymphknotenkrebs. Experten gehen von einem Erkrankungsrisiko von 1 zu 1.000.000 aus. Das Risiko an ALCL zu erkranken ist mit 0,0001 Prozent also äußerst gering. Nach wie vor können Brustimplantate demnach als relativ sicher betrachtet werden. Neben der VDÄPC teilt auch das Deutsche Krebsforschungszentrum diesen Standpunkt. Für Frauen mit Brustimplantaten bestehe kein Grund, sich die Implantate vorsorglich entfernen zu lassen. Voraussetzung hierfür ist, dass keine auffälligen Veränderungen des Gewebes vorliegen. Bei stärkeren Schwellungen und Kapselfibrosen sollte jedoch immer der zuständige Chirurg kontaktiert werden. Da die Ursachen für den beobachteten Zusammenhang zwischen ALCL und Brustimplantaten noch unklar sind, wird die VDÄPC die Forschungsergebnisse weiterverfolgen. Momentan wird von einer chronischen, subklinischen Entzündung als Ursache ausgegangen.
Die Implantat-Technologie ist mittlerweile sehr weit fortgeschritten. Dass der Zusammenhang zwischen Implantaten und ALCL überhaupt entdeckt wurde, macht klar, wie transparent der Umgang der Implantat-Hersteller mit Erfassungsdaten ist. Erst dadurch wird es möglich, Ursachen zu finden und die Sicherheit von Implantate weiter zu optimieren.
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