Definierte Jawline: Kiefer-Training oder Unterspritzung?
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Definierte Jawline: Kiefer-Training oder Unterspritzung?

myBody News, 22. April 2021
Definierte Jawline: Kiefer-Training oder Unterspritzung?

Das sogenannte Kiefer-Training ist ein durch die Social Media Plattform Tik Tok hervorgegangener Trend, welcher auch von Männermodel Luca Marchesi beworben wird.

Mit einem speziellen Silikon-Tool soll der Kiefer trainiert und die Jawline definiert werden. Dafür wird das Tool zwischen die Schneidezähne oder die hinteren Backenzähne geschoben und anschließend bis zur Ermüdung der Kiefermuskeln - etwa 2 Minuten - gekaut. Bei regelmäßigem Training (jeden zweiten Tag) soll so das Wachstum des Kiefermuskels angeregt werden. Marchesi ausgeprägte untere Kieferkontur soll der Erfolg eben dieses Trainings sein.

Zahnärzte sehen das Jawline-Tool jedoch kritisch. Denn das intensive Kiefer-Training kann eine temporomandibulären Dysfunktion (TMD) - Beschwerden der Kiefer- und Kaumuskulatur - hervorrufen. Zu Luca Marcesis ausgeprägtem Kiefer erklärt der Zahnarzt Dr. Onkar Mudhar aus London, dass dessen eckige Gesichtsform Ergebnis einer Masseterhypertrophie sei, also eine übermäßige Vergrößerung des Musculus masseter, des oberflächlich gelegenen Kaumuskels.

Der Musculus masseter ist als unser Kau- und Schließmuskel dafür zuständig, den Mund zu schließen. Bei übermäßigem Training ist ein immer festeres Zubeißen möglich. Gerade Menschen mit Fehlbiss oder Zähneknirscher können dadurch Probleme bekommen. Denn durch den immer stärker werdenden Kiefermuskel würden Zähne beim nächtlichen Knirschen noch stärker abgerieben, so Fachzahnarzt für Oralchirurgie, Dr. Moritz Boeddinghaus. Außerdem würde zusätzlich die Belastung auf das chronisch belastete Kiefergelenk vervielfacht. Bei einer vorhandenen Fehlstellung würde das Kiefer-Training zu einem noch stärkeren Aufbeißen auf die Fehlverzahnung führen. Die Folge: Verspannungen und Kopfschmerzen, ausgelöst durch eine Kettenreaktion über die Wirbelsäule.

Doch wie wirkt sich das Training für Menschen ohne Vorbelastung aus? Erforscht ist dies aktuell noch nicht, allerdings wird vermutet, dass Folgeschäden denen von zu häufigem Kaugummi-Kauen ähneln: Die Gelenke gehen durch den ständigen Muskelaufbau und die daraus resultierende Überbelastung des Kiefergelenkes kaputt.

Zwar hat das Kiefer-Training durchaus Potenzial die Jawline zu definieren, aufgrund der negativen Folgen für das Kiefergelenk ist davon jedoch eher abzuraten. Beim Wunsch nach einer ausgeprägten Kieferkontur können auch Unterspritzungen mit Hyaluron zum Ziel führen. Diese sind unkritisch und ermöglichen zudem ein Formen der Kieferpartie nach den individuellen Vorstellungen.

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