Zur Qualität von Brustimplantaten
Die DNA aus Tomaten könnte Implantate in Zukunft fälschungssicher machen
Acht Jahre ist es mittlerweile her, dass die illegalen Machenschaften des französischen Brustimplantat-Herstellers PIP aufgeflogen sind. Über Jahre verkaufte das Unternehmen Implantate, die aus billigem (und gesundheitsschädlichem) Industrie-Silikon hergestellt wurden. Der finanzielle Gewinn ist immens: Industrie-Silikon ist bis zu 90 % billiger als medizinisches Silikon und der Anreiz für Fälscher somit groß. Der sogenannte PIP-Skandal sorgte für Furore, Verunsicherung bei den Patientinnen und ein Imageschaden der gesamten Branche waren die Folge.
Bisher war es sehr schwierig, im Nachhinein festzustellen, ob ein Implantat aus minderwertigem Material besteht. Das verwendete Grundprodukt ist in der Regel hochwertig, durch die Streckung mit billigem Silikon wird von Produktpiraten mit teilweise lebensgefährlichen Folgen für die Patientinnen ein höherer Gewinn erzielt.
Ob einzelne Komponenten eines Brustimplantats nachträglich manipuliert wurden, könnte mithilfe einer bereits patentierten Erfindung des Fraunhofer Instituts für angewandte Polymerforschung nun leicht festzustellen sein. Seriöse Hersteller können in Zukunft eine bestimmte DNA-Sequenz in ihre Produkte einarbeiten, die aus dem Erbgut von Tomatenblättern gewonnen wird. Die genauen Spezifikationen sind nur dem entsprechenden Hersteller bekannt und fungieren als unsichtbare Markierung. Wird die enthaltene DNA durch die nachträgliche Beimischung von unerlaubten Stoffen verwässert, so lässt sich die leicht nachweisen und den Fälschern das Handwerk legen. Durch Tomaten-DNA markierte und somit fälschungssichere Implantate könnten Patientinnen mehr Sicherheit geben, dass es sich bei den eingesetzten Implantaten wirklich um erstklassige und gesundheitlich unbedenkliche Produkte handelt.
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