Migräne-Behandlung mit Botox
Laut einer Studie, die in der Fachzeitschrift „Plastic and Reconstructive Surgery“ veröffentlich wurde, können Migräne-Patienten durch ein Faclift oder den Einsatz von Botox von einer Verringerung ihrer Beschwerden profitieren. Allerdings gilt: Botulinumtoxin ist heute ausschließlich zur Behandlung der chronischen Migräne (mit sehr häufigen Kopfschmerztagen) zugelassen und führt in der Regel zu einer Verringerung der Beschwerden, nicht zu einer Heilung. Laut des Artikels würden beispielsweise mit Botox genau die Muskeln im Stirnbereich betäubt werden, die die Kopfschmerzattacken auslösen. Tatsächlich wirkt Botox vor allem über die Hemmung von Schmerzsignal-Weiterleitungen im Nervensystem und nicht nur lokal an bestimmten Muskeln.
Die Idee, Botox und das Facelift gezielt gegen Migräne-Schmerzen anzuwenden, kommt ursprünglich von einem amerikanischen Schönheitschirurgen: immer wieder dankten ihm Patientinnen und Patienten dafür, dass das Facelift beziehungsweise die Botox-Spritzen nicht nur ihr Aussehen verbessert, sondern auch die Migräne beseitigt hätten. Operative Verfahren wie Facelifts oder sogenannte Triggerpunkt-Operationen gelten heute jedoch nicht als etablierte Standardtherapie und werden kontrovers diskutiert. Um festzustellen, wie wirksam das Vorgehen tatsächlich ist, wurden repräsentative Tests an Hand zweier Gruppen durchgeführt. Gruppe 1 erhielt tatsächlich eine Behandlung, bei den Personen der Gruppe 2 wurden lediglich Scheinoperationen durchgeführt. Das Ergebnis: Knapp 60 Prozent der ersten, tatsächlich behandelten Gruppe berichteten, dass sie im folgenden Jahr keine Migräne mehr gehabt hätten. Aus der Scheinoperation-Gruppe bestätigten nur vier Prozent dieses Ergebnis. Solche hohen Erfolgsraten gelten nach heutigem Stand jedoch als nicht verallgemeinerbar; moderne Studien zeigen eher eine deutliche Reduktion der Migränetage, aber selten vollständige Beschwerdefreiheit.
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