So wirkt Social Media auf unser Selbstbild
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So wirkt Social Media auf unser Selbstbild

myBody News, 12. April 2021
So wirkt Social Media auf unser Selbstbild

In den sozialen Netzwerken wie Instagram, Facebook & Co. ist der Einsatz von Filtern zur Optimierung des eigenen Aussehens längst Normalität. Das reale Gegenstück weicht jedoch häufig davon ab - die Ideale von perfekter Sommerbräune, flachem Bauch und glänzender Haarpracht sind in der Realität, zumindest auf normalem Weg, kaum zu erreichen.

Dr. med. Joachim Graf von Finckenstein, Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie und medizinischer Leiter der Praxisklinik in den Seearkaden Starnberg, bringt die Auswirkung des Social Media Perfektionismus auf den Punkt: "Mittlerweile verschiebt sich die Auffassung von Schönheit in vielen Fällen zu einer unerreichbaren Vorstellung, die nichts mehr mit Natürlichkeit zu tun hat." Weiter führt er an: "Was im Netz schön aussieht, kann auf Dauer aber psychisch krank machen", denn "insbesondere junge Frauen kommen häufig zu plastischen Chirurgen, um Veränderungen vornehmen zu lassen, damit sie ihrem retuschierten Selfie ähnlicher sehen." Dank der Filter würden die meisten bearbeiteten Bilder dieser Patientinnen extrem volle Lippen, auffallend hohe Wangenknochen und sehr große Augen zeigen.

Auch wenn die moderne plastische Chirurgie mittlerweile eine große Bandbreite an Möglichkeiten bietet, um persönliche Wünsche medizinisch und ästhetisch umzusetzen, sollten Patienten einen Eingriff nur aus ernsthaften Motiven anstreben. Die Patienten sollten sich wohl in ihrer Haut fühlen und nicht unnötigen Idealen nacheifern. Auch von Chirurgenseite sollten nur realisierbare Wünsche, die auch im Verhältnis zum eigentlichen Leid stehen, in Betracht gezogen werden. Denn "Betroffene sollten nicht vergessen, dass auch kleine Operationen immer mit Risiken einhergehen“, erklärt Dr. Graf von Finckenstein.

Doch gerade durch die verzehrten Ideale bei Social Media und den ständigen Vergleich unrealistischen und retuschierten Abbildern ihrer Vorbilder, suchen viele Social-Media-Nutzer aktiv nach vermeintlichen Makeln wie asymmetrischen Augenbrauen oder kleinen Fältchen. Daraus kann eine sogenannte Body Dysmorphic Disorder entstehen. Betroffene wenden dabei oftmals Stunden auf, um noch so geringe Makel zu optimieren. „Um diesen Menschen zu helfen, bedarf es jedoch psychologischer Beratung und keines Chirurgen“, so Dr. Graf von Finckenstein.

Referenzen
Dr. med. Joachim Graf von Finckenstein
Borgmeier Public Relations

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