Stammzellen für den Kiefer
Implantate sind aus der Zahnmedizin kaum mehr wegzudenken: 2010 wurden in Deutschland mehr als eine Million Zahnimplantate eingesetzt. Bei rund 70 Prozent dieser Behandlungen war es nötig, den Kieferknochen aufzubauen, damit die Implantate darin ausreichend Halt finden konnten - und die Zahl der Patientinnen und Patienten, die einen Knochenaufbau benötigen, steigt weiter an.
Besonders aufwändig ist der Knochenaufbau bei Patienten in fortgeschrittenem Alter: Da sie häufig einen extremen Knochenmangel aufweisen, musste bis vor einigen Jahren Knochensubstanz aus dem Beckenkamm entnommen und in den Kiefer implantiert werden. Schonender und schmerzfreier ist die Therapie mit Stammzellen, die - vor allem bekannt aus der Genforschung - nun auch in der Zahnmedizin angekommen ist: Dabei werden für den Knochenaufbau Stammzellen aus dem Hüftknochen mit einer Nadel entnommen und mit künstlichen Zellen vermischt. All dies passiert in der Regel innerhalb einer Behandlung und erspart den Patienten somit nicht nur Schmerzen, sondern auch Zeit und Geld. Das Verfahren wurde von der Freiburger Uniklinik entwickelt.
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