Verzerrtes Sehen ist ein Alarmsignal
Gerade Linien, die mit einem Mal krumm erscheinen, Beulen im Fensterrahmen, schiefe Fugen im Bad – wer verzerrt sieht, sollte unverzüglich einen Augenarzt aufsuchen. Die wohl häufigste Ursache für solche Probleme ist die sogenannte feuchte Altersbedingte Makuladegeneration (AMD). Aber auch andere Augenerkrankungen können dem Symptom zugrunde liegen. Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands informiert über mögliche Ursachen.
Bei der AMD wachsen unter der Netzhaut neue, schadhafte Blutgefäße. Aus diesen tritt Flüssigkeit aus, sodass die Netzhaut von ihrer Unterlage abgehoben wird. Es kommt zu verzerrtem Sehen. Erfolgt keine Behandlung, stirbt die Netzhaut ab und ein blinder Fleck entsteht. Allerdings kann durch die mehrfache Injektion eines speziellen Medikamentes das Gefäßwachstum gehemmt und das Voranschreiten der Erkrankung somit gestoppt werden.
Neben der AMD kann eine Erkrankung an Diabetes Ursache für verzerrtes Sehen sein. Der erhöhte Zuckerspiegel im Blut kann zu einer Schädigung der feinen Blutgefäße im Auge führen. Ist die Makula von solchen Veränderungen betroffen, kann ein Makulaödem (Verdickung der Netzhaut durch Wassereinlagerung) entstehen. Auch hier gilt, dass eine frühzeitige Behandlung mit Medikamenten vor einer dauerhaften Schädigung schützt.
Eine weitere Ursache für verzerrtes Sehen kann eine anormale Alterung des Glaskörpers sein. Der Glaskörper ist gelartig und besteht aus Wasser, Salzen, Kollagenfasern und anderen Stoffen wie Hyaluronsäure. Ab einem Alter von etwa 50 Jahren kommt es einerseits zur Verflüssigung des Gels und andererseits können Kollagenfasern „verklumpen“. Mitunter löst sich der Glaskörper von der Netzhautoberfläche ab (hintere Glaskörperabhebung). Dabei können einzelne Kollagenfasern und Zellen an der Netzhaut haften bleiben, sich vermehren und weitere Fasern produzieren. So entstehen Faserstränge oder Membranen, die schließlich einen Zug auf die Netzhaut ausüben und schlimmstenfalls Löcher in der Makula verursachen. In solchen Fällen kann entweder der Glaskörper entfernt oder ein Medikament, welches die Anheftungen löst, in den Glaskörper injiziert werden.
Die verschiedenen Ursachen für unscharfes Sehen können glücklicherweise gut behandelt werden. Um allerdings bleibende Schäden zu vermeiden, sollten Diabetiker und Personen ab etwa 60 Jahren sich regelmäßig augenärztlichen Untersuchungen unterziehen.
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