Wunden heilen, Narben reifen
Narben sind nicht gleich Narben. Das soll heißen, dass sie sich mit der Zeit verändern können. Rund zwei Jahre lang kann die Ausformung und schlussendlich die Art der Narbe mithilfe spezieller Pflege beeinflusst werden. In manchen Fällen verlaufen die Wundheilung und Narbenbildung jedoch nicht regulär. Auf eine Verletzung des Gewebes reagiert jeder Körper mit komplexen Reparaturmechanismen, an denen auch das Immunsystem beteiligt ist. Weshalb manche Menschen trotz vorbildlicher Pflege unschöne Narben bekommen und andere nicht, ist jedoch unklar. Vieles spricht für eine erbliche Veranlagung. Gleichzeitig können auch hormonelle Einflüsse oder die Pigmentierung der Haut Auswirkungen auf eine unschöne Narbenreifung haben.
Um Narben wirksam und effektiv zu behandeln sollte allem voran die Art der Narbe bestimmt werden, denn erst dann kann die jeweils passende Therapiemethode ausgewählt werden. Narben lassen sich prinzipiell in fünf Typen unterscheiden: flache, helle Narben, wulstige Narben – sogenannte Keloiden, erhabene Narben (hypertroph), tiefliegende Narben (atroph) und Narbenkontrakturen.
Zur Optimierung der unterschiedlichen Narbenarten gibt es verschiedene Möglichkeiten. Bei hypertrophen (dicken) Narben und Keloiden eignet sich vorrangig die Behandlung mit Cortison. Die übermäßige Kollagenproduktion kann mithilfe von gezielten Injektionen deutlich reduziert werden. Die Haut flacht etwas ab und wird geschmeidiger. Bei tiefliegenden Narben hat sich in den letzten Jahren der Einsatz von Biomaterialien bewährt. Hyaluronsäure oder Eigenfett werden in den Narbenbereich eingespritzt und gleichen so das Hautniveau aus. Um das erreichte Ergebnis dauerhaft aufrecht zu erhalten, sollten die Anwendungen in regelmäßigen Zeitabständen wiederholt werden. Narbenkontrakturen werden in der Regel mit Druckverbänden behandelt. Zur weiteren Narbenoptimierung eignen sich darüber hinaus die Laser- und Strahlentherapie sowie das Micro-Needling.
In einigen Fällen ist eine chirurgische Narbenbehandlung erforderlich. Die operative Variante kommt dann zum Einsatz, wenn die Narbenkontur verändert werden soll oder die Hautspannung aufgrund eingeschränkter Bewegungsfreiheit gelindert werden muss.
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