Zahnimplantate lohnen sich auch im Alter
Die Versorgung mit Implantaten wird immer beliebter und kann wohl als dauerhafteste Variante des Zahnersatzes betrachtet werden. Allerdings war lange strittig, wie der langfristige Erfolg bei Patienten verschiedener Risikogruppen zu bewerten ist. Ältere Menschen wurden dabei lange Zeit als die Risikogruppe schlechthin betrachtet. Eine Studie, welche auf dem jüngsten Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG) vorgestellt wurde, hat den Zusammenhang zwischen der Haltbarkeit von Implantaten und dem Alter der Patienten nun genauer unter die Lupe genommen.
Der Studie lagen die Daten von 150 über 70-jährigen Patienten und 150 unter 35-jährigen Patienten zugrunde. Dabei benötigten die über 70-jährigen Patienten Implantate meist aufgrund des schlechten Zahnfleischzustandes und litten häufig unter Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Herzschwäche. In der Gruppe der unter 35-jährigen hingegen waren Begleiterkrankungen selten und das Einsetzen eines Implantates erfolgte in der Regel aufgrund eines Einzelzahnverlustes. Die mittlere Beobachtungszeit beider Gruppen betrug 4,1 Jahre. Die Auswahl der Implantate, der medizinischen Parameter und der wissenschaftlichen Analysemethoden erfolgte nach strengen Kriterien, um valide Ergebnisse zu gewährleisten.
Die Auswertung der Studie legt nahe, dass zwischen beiden Gruppen kein großer Unterschied besteht und damit auch allgemeinmedizinische Begleiterkrankungen kein Kriterium für die Verweildauer von Implantaten sind. So betrug die mittlere Verweilwahrscheinlichkeit bei der Gruppe der älteren Menschen 87 Prozent (im Beobachtungszeitraum gingen insgesamt 14 Implantate verloren), bei der Gruppe der jüngeren Menschen waren es 91 Prozent (11 Implantate gingen verloren). Das Ergebnis spiegelt die Erfahrung vieler DGMK-Mitglieder wieder. Denn dank innovativer Verfahren und Technologien stehen Experten mittlerweile viel mehr Optionen einer fachgerechten implantologischen Versorgung selbst bei aussichtslosen Befunden offen. Prinzipiell gilt, dass für eine erfolgreiche Behandlung die Expertise eines Fachmannes Voraussetzung ist. Mit ihrer speziellen, umfangreichen Ausbildung können Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen auch Risikogruppen sicher behandeln – gerade im Alter können sich Implantate lohnen, da sie die Lebensqualität entschieden verbessern können.
weitere News zum Thema
22. Internationaler Kongress für ästhetische Medizin und kosmetische Zahnmedizin
Vom 18. bis 20. Juni 2026 wird Lindau am Bodensee erneut zum Treffpunkt für Fachleute aus der ästhetischen Medizin und kosmetischen Zahnmedizin. Die Internationale Gesellschaft... weiterlesen
Mit Kristallen gegen White-Spots
White-Spots sind kreidig-weiße kleinflächige Verfärbungen der Zähne, die nicht nur aus ästhetischer Sicht problematisch sein können. Es handelt sich dabei möglicherweise um... weiterlesen
Mit dem myBody® Qualitätssiegel bieten wir Ihnen Sicherheit bei der Arzt- und Klinikwahl – durch objektive und geprüfte Qualitätskriterien. Träger des myBody® Qualitätssiegels zeichnen sich durch einen nachweislich hohen Qualitätsanspruch aus.
Mehr zum myBody® Qualitätssiegel
Zertifizierte Ärzte und Kliniken