Kurzprofil Dr. med. Istvan Velancsics

Der gebürtige Ungar, Dr. med. Istvan Velancsics, ist ausgebildeter Facharzt für Innere Medizin/Gastroenterologie. Bei der Medical One behandelt Dr. Velancsics seit 2006 Übergewichtige mit dem Magenballon. In den Medical One Magenballon-Kliniken wird Patienten ein professionelles Figurmanagement geboten, das neben der Magenballon-Therapie auch ein Ernährungs- und Fitnessprogramm beinhaltet.

Magenballon - Der unsichtbare Diäthelfer

Expertengespräch mit Dr. med. Istvan Velancsics


myBody: Dr. Velancsics, wird heute über die Volkskrankheit Übergewicht gesprochen, fällt immer häufiger auch ein weiterer Begriff – der Magenballon. Was hat der mit Übergewicht zu tun?
Dr. Velancsics: Übergewicht ist ein typisches Problem in unserer Wohlstandsgesellschaft. Zu viel kalorienreiche und vor allem ungesunde Nahrung sowie Bewegungsmangel sind dafür verantwortlich, dass mindestens die Hälfte aller deutschen Frauen und Männer zuviel Körpergewicht mit sich tragen.

Diese übermäßige Ansammlung von Fettgewebe im Körper (Adipositas) hat natürlich auch gesundheitliche Folgen. Beispielsweise Bluthochdruck, Diabetes und Gelenkverschleiß, um nur einige der vielen gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei Übergewicht zu nennen. Abnehmen ist daher nicht nur aus ästhetischer Sicht ein Thema. Und der Magenballon als unsichtbarer Diäthelfer bietet eine optimale Möglichkeit, um gesund abzunehmen - ohne Operation und Diätfrust.

 

myBody: Warum ist der Magenballon für den Abnehmerfolg notwendig? Können Übergewichtige nicht mit einer konsequent geführten „normalen“ Diät ihr Gewicht reduzieren?
Dr. Velancsics: Bei starkem Übergewicht gelingt dies nicht, weil sich der Fettstoffwechsel in den Jahren der übermäßigen Essensmengen verändert hat. Auch der Magen hat sich stark ausgedehnt und vergrößert, so dass ein Sättigungsgefühl, wenn überhaupt, erst sehr spät einsetzt. Manchmal sind auch die dafür notwendigen Signale, die dem Gehirn sagen „Ich bin satt“, hormonell gestört. Das heißt, man isst ständig mehr als notwendig ist. Da hilft auch eine Diät nicht.

myBody: Wie sieht die Magenballon-Therapie der Medical One aus?
Dr. Velancsics: Bei der Medical One setzen wir einen mit Kochsalz gefüllten Magenballon in den Magen ein. Das Außenmaterial des Ballons besteht aus Silikon, das zwar nicht resistent gegen die Magensäure ist, aber erst nach einer bestimmten Zeit von ihr angegriffen wird. Auf diese Weise kann der Magenballon für längere Dauer die Nahrungsaufnahme des Patienten kontrollieren. Üblicherweise verbleibt der Magenballon für sechs Monate im Magen. Mit einem Magenballon und einer begleitenden Ernährungs- und Fitnesstherapie ist ein Gewichtsverlust von 20 bis 30 Kilogramm machbar. Er verringert das Volumen des Magens, so dass der Patient zukünftig nur noch kleine Portionen zu sich nehmen kann.

 

myBody: Wie gelangt der Magenballon in den Magen?
Dr. Velancsics: Der Magenballon wird über die Speiseröhre in den Magen geführt. Die Patienten befinden sich dabei in einem Dämmerschlaf. Bei diesem sogenannten endoskopischen Vorgang benutzt der Arzt einen biegsamen Schlauch, an dessen Ende der leere Ballon befestigt ist. Mit der entsprechenden Menge Kochsalzlösung bringt er den Magenballon in seine richtige Position. Die gesamte Behandlung dauert lediglich 15 bis 20 Minuten. Auf gleiche Weise wird der Magenballon nach spätestens sechs Monaten auch wieder entfernt.

myBody: Spürt man den Ballon im Magen?
Dr. Velancsics: In den ersten Tagen ist der Magenballon evtl. etwas unangenehm, danach sorgt er für ein lang anhaltendes Sättigungs-

gefühl. Die Gewöhnungsphase dauert in der Regel etwa drei Tage. In dieser Zeit sollte man unnötige körperliche Belastungen vermeiden. Außerdem kann es in den ersten Tagen zu Krämpfen, Übelkeit und Erbrechen kommen. Daher ist es sehr wichtig, die Empfehlungen des Arztes zu befolgen und viel zu trinken. Auch Medikamente können die Unannehmlichkeiten lindern.

 

myBody: Was passiert, wenn der Magenballon doch undicht wird?
Dr. Velancsics: Wenn der Magenballon Flüssigkeit verliert, verändert sich die Farbe des Urins, da der Arzt die Kochsalzlösung mit einer Farbsubstanz versehen kann. Der leere Ballon wird in der Regel aus dem Körper ausgeschieden. In einigen Fällen kann es jedoch notwendig werden, dass der Arzt den Magenballon entfernt.

 

myBody: Und nach der sechsmonatigen Behandlung mit dem Magenballon kann der Patient sein Gewicht weiter reduzieren?
Dr. Velancsics: Ja. Die Erfolgsquote für einen langfristigen und bestän-

digen Gewichtsverlust liegt nach einer Therapie mit dem Magenballon überdurchschnittlich hoch. Dazu ist es aber unbedingt notwendig, dass der Patient seine Ernährungsgewohnheiten, auf die er sich mit dem Magenballon eingestellt hat, beibehält. Auch das regelmäßige Bewegungs-

programm sollte natürlich fortgesetzt werden, um die Pfunde dauerhaft loszuwerden.

 

myBody: Gibt es eigentlich Umstände, unter denen ein Magenballon nicht ratsam ist?
Dr. Velancsics: Wir sehen von einer Therapie mit dem Magenballon beispielsweise bei vorherigen Magenoperationen ab, um den damit verbundenen Risiken, wie Gefäßverstopfung, Bauchfellentzündung oder Eingeweidebruch aus dem Weg zu gehen. Ein Magenballon ist ebenso wenig empfehlenswert bei Schwangerschaft, einer Langzeit-Steroid-Behandlung sowie ernsthaften Nieren-, Hepatitis- und Lungenerkran-

kungen.

 

myBody: Herr Dr. Velancsics, vielen Dank für das ausführliche Gespräch!

Weiterführende Informationen

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