Beckenkammtransplantat
Unter einem Beckenkammtransplantat versteht man einen aus dem Beckenkamm entnommenen Knochenspan, der in einem stark abgebauten Kiefer eingesetzt wird, um diesen wieder aufzubauen. Ein Beckenkammtransplantat kann z.B. erforderlich werden, wenn nach knöchernen Defekten infolge einer Tumorresektion der Knochen rekonstruiert werden muss, oder im Rahmen der Implantologie, wenn der Knochenmangel im Kiefer so ausgeprägt ist, dass durch andere Aufbaumaßnahmen kein ausreichend stabiles Implantatlager geschaffen werden kann.
Knochenaufbau mithilfe eines Beckenkammtransplantates
Ein Beckenkammtransplantat kann in der Regel mit geringem technischem Aufwand ohne große Komplikationen entnommen werden. Dabei wird lediglich ein kleiner Schnitt an der Beckenkante vorgenommen und über einen Zugang im Knochenkörper Knochenmaterial entnommen. Anschließend wird das Beckenkammtransplantat angepasst und in der zu behandelnden Kieferregion fixiert. Nach ca. vier Monaten ist der Knochenaufbau abgeschlossen. Die Knochenzellen des transplantierten Knochens werden dabei nach und nach durch neue Zellen ersetzt.
Wurde das Beckenkammtransplantat als Implantatstütze eingesetzt, kann die Implantatsetzung entweder zeitgleich mit dem Knochenaufbau erfolgen oder in einer zweiten Phase, nachdem der Knochen komplett eingewachsen ist.
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