Brustimplantate: Spinnenseide statt Silikon
Die Brustvergrößerung ist die beliebteste Beauty-OP und im Prinzip auch ein wenig komplexer und risikoarmer Eingriff. Die modernen OP-Techniken ermöglichen es dem Chirurgen besonders sanft, schonend und narbenarm vorzugehen, so dass die Wundheilung ebenso schnell und unkompliziert verlaufen kann. Wenn es Probleme gibt, dann betrifft das meist das Implantat im Inneren der Brust. Zwar ist Silikon grundsätzlich gut verträglich was Entzündungen betrifft, doch vom Körper wird es als fremd erkannt und das Implantat als Reaktion mit einem Bindegewebe umschlossen. Diese Kapsel kann im schlechten Fall verhärten und zu Deformierungen des Implantats bzw. der Brust führen. Etwa in 5 bis 10 Prozent der Fälle tritt heute solch eine sogenannte Kapselfibrose auf, die dann auch behandlungswürdig ist und einen Implantatwechsel zur Folge haben kann.
Um die Kapselfibroseraten weiter zu senken, arbeiten Hersteller an neuen Beschichtungsformen und -strukturen für Implantate. Beispielsweise ist nachgewiesen, dass eine texturierte Oberfläche weniger anfällig für eine Verkapselung macht oder dass eine Beschichtung der Implantate aus Microthane[a] zur Verringerung der Gesamtkomplikationsrate beiträgt.
Möglicherweise kommt nun bald auch ein Naturmaterial ins Spiel: Die Spinnenseide. Forscher haben herausgefunden, dass Spinnenseide belastbar, bakteriostatisch und für die Medizin daher besonders interessant ist. Darüber hinaus ist es heute bereits möglich, Spinnenseide außerhalb des Spinnenkörpers herzustellen, so dass das Material in großen Mengen als medizinischer Werkstoff zur Verfügung steht und für seinen Einsatz in verschiedenen Gebieten, hauptsächlich im Bereich der Geweberekonstruktion getestet werden kann.
Belegt ist u.a., dass bei einem mit Seidenproteinen der Spinne beschichteten Silikonkissen weniger Bindegewebe gebildet wird und die Fibrose nach unten geht. Tierversuche konnten zudem zeigen, dass Spinnenproteine im Körper besser verträglich sind als Silikon. Tests an Menschen sollen demnächst beginnen und plastische Chirurgen sind bereits jetzt sehr zuversichtlich, dass sich die Seidenproteine bewähren werden und zukünftig eine gute Alternative zu Silikon darstellen werden.
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