Brustimplantate: Spinnenseide statt Silikon
4.7 von 5 14
(14)

Brustimplantate: Spinnenseide statt Silikon

myBody News, 18. Oktober 2017
Spinnennetz mit Wasserperlen

Die Brustvergrößerung ist die beliebteste Beauty-OP und im Prinzip auch ein wenig komplexer und risikoarmer Eingriff. Die modernen OP-Techniken ermöglichen es dem Chirurgen besonders sanft, schonend und narbenarm vorzugehen, so dass die Wundheilung ebenso schnell und unkompliziert verlaufen kann. Wenn es Probleme gibt, dann betrifft das meist das Implantat im Inneren der Brust. Zwar ist Silikon grundsätzlich gut verträglich was Entzündungen betrifft, doch vom Körper wird es als fremd erkannt und das Implantat als Reaktion mit einem Bindegewebe umschlossen. Diese Kapsel kann im schlechten Fall verhärten und zu Deformierungen des Implantats bzw. der Brust führen. Etwa in 5 bis 10 Prozent der Fälle tritt heute solch eine sogenannte Kapselfibrose auf, die dann auch behandlungswürdig ist und einen Implantatwechsel zur Folge haben kann.

Um die Kapselfibroseraten weiter zu senken, arbeiten Hersteller an neuen Beschichtungsformen und -strukturen für Implantate. Beispielsweise ist nachgewiesen, dass eine texturierte Oberfläche weniger anfällig für eine Verkapselung macht oder dass eine Beschichtung der Implantate aus Microthane[a] zur Verringerung der Gesamtkomplikationsrate beiträgt.

Möglicherweise kommt nun bald auch ein Naturmaterial ins Spiel: Die Spinnenseide. Forscher haben herausgefunden, dass Spinnenseide belastbar, bakteriostatisch und für die Medizin daher besonders interessant ist. Darüber hinaus ist es heute bereits möglich, Spinnenseide außerhalb des Spinnenkörpers herzustellen, so dass das Material in großen Mengen als medizinischer Werkstoff zur Verfügung steht und für seinen Einsatz in verschiedenen Gebieten, hauptsächlich im Bereich der Geweberekonstruktion getestet werden kann.

Belegt ist u.a., dass bei einem mit Seidenproteinen der Spinne beschichteten Silikonkissen weniger Bindegewebe gebildet wird und die Fibrose nach unten geht. Tierversuche konnten zudem zeigen, dass Spinnenproteine im Körper besser verträglich sind als Silikon. Tests an Menschen sollen demnächst beginnen und plastische Chirurgen sind bereits jetzt sehr zuversichtlich, dass sich die Seidenproteine bewähren werden und zukünftig eine gute Alternative zu Silikon darstellen werden.

a. Bei POLYTECH glauben wir fest an Innovation und Nachhaltigkeit. Wir entwickeln wegweisende Produkte und verbessern kontinuierlich bestehende Prozesse, um Effizienz und Qualität zu steigern und das Abfallaufkommen zu reduzieren. Unsere Microthane®-Implantate werden mit ausgehärteter Hülle und adhäsivem Schaumverbund hergestellt, Europäische Patentanmeldung anhängig Nr. 25194603.4 eingereicht am 7. August 2025.

weitere News zum Thema

VDÄPC Trendcheck Gynäkomastie
Januar 2026

VDÄPC Trendcheck: Gynäkomastie

Eine vergrößerte männliche Brust ist für viele Betroffene mehr als ein kosmetisches Problem: Körperliche Beschwerden, Unsicherheiten beim Sport oder im Alltag sowie psychische... weiterlesen

myBody® Podcast: Staffel 3 ist da!
Januar 2026

myBody® Podcast: Staffel 3 ist da!

Es ist soweit: Der myBody® Podcast startet heute mit seiner dritten Staffel! Nach zwei erfolgreichen Staffeln und mehreren tausend Streams gibt es wieder spannende Einblicke in... weiterlesen

Brustimplantate: Spinnenseide statt Silikon
4.7 von 5 14
(14)

Der myBody® Klinikfinder - Zertifizierte Ärzte und Kliniken

Wir prüfen für Sie

  • Sicherheit
  • Transparenz
  • Service