Das Lipödem - weit verbreitet und doch selten entdeckt
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Das Lipödem - weit verbreitet und doch selten entdeckt

myBody News, 26. September 2021
Das Lipödem — weit verbreitet und doch selten entdeckt

Das Lipödem betrifft als chronische Fettverteilungsstörung fast jede zehnte Frau, bei einem Großteil der Betroffenen bleibt sie allerdings unentdeckt. Das liegt vor allem an schlechter Aufklärung. Schwere Beine, Schmerzen beim Gehen und Sitzen sowie Probleme beim Anheben der Arme – Lipödeme können am ganzen Körper auftreten und beeinträchtigen die Betroffenen in ihrem Leben erheblich. Während das Lipödem überwiegend Hüfte und Oberschenkel betrifft, der Rest des Körpers dabei jedoch normal proportioniert ist, spricht man auch vom „Reiterhosenphänomen“. Das Lipödem gilt nicht nur als äußerst schmerzhaft, sondern sorgt bei den Patienten aufgrund der mit ihm einhergehenden figürlichen Deformierung oft auch für psychisches Leid. Da nicht selten eine Adipositas (Fettleibigkeit) begleitend auftreten kann, wird die Diagnose der Fettverteilungsstörung oft erschwert.

Was ist eine chronische Fettverteilungsstörung?

Das Lipödem ist keine Fettleibigkeit, sondern eine chronische Fettverteilungsstörung: Es lagern sich an bestimmten Stellen – insbesondere, aber nicht ausschließlich an Oberarmen und Oberschenkeln – größtenteils krankhafte Fettzellen an. „Zwar ist die genaue Ursache der Krankheit unklar, aber Hormonschwankungen, wie bei einer Schwangerschaft, der Pubertät oder der Einnahme bestimmter Medikamente, begünstigen die Entstehung.“ erklärt Dr. Simone Kirkegaard, Fachärztin für plastische und ästhetische Chirurgie und Leiterin von MED ESTHETIC Kirkegaard | Kurz.

Helfen Sport und Diäten?

Wie viele Patienten jahrelang am eigenen Leib erfahren müssen, können auch aufwendige Diäten und ein sportlicher Lebensstil ein Lipödem nicht vorbeugen. Mit der richtigen Sportart lassen sich Symptome jedoch lindern. „Besonders eignen sich zum Beispiel Schwimmen und Trampolin springen, weil die Gelenke bei diesen Sportarten wenig beansprucht werden. Krafttraining hingegen sollte vermieden werden, um die Knochen nicht noch mehr zu belasten.“ empfiehlt Dr. Simone Kirkegaard.

Warum leiden fast ausschließlich Frauen darunter?

Männer sind äußerst selten von der Fettverteilungsstörung betroffen. Wenn überhaupt tritt das Lipödem bei Männern eher in Verbindung mit anderen Krankheiten (z. B. Testosteronmangel durch Leberschaden) oder Behandlungen (bspw. Prostatakarzinom) auf, die den männlichen Hormonhaushalt durcheinanderbringen. Dr. Simone Kirkegaard erklärt: „Durch den gitterartigen Aufbau des Kollagens ist das männliche Bindegewebe fest und straff, sodass Fettzellen sich keinen Weg bahnen können. Frauen hingegen besitzen eine säulenartige Struktur, welche im Laufe des Lebens an Elastizität verliert, sodass das Gewebe anfälliger für Fettverteilungsstörungen wird.“

Fettabsaugung als Therapieoption

Das Lipödem selbst reduzieren oder gar ganz beheben können konservative Behandlungsmaßnahmen wie Kompressionsstrümpfe und Lymphdrainage erfahrungsgemäß nicht. Die einzige Möglichkeit, dauerhaft das krankhafte Unterhautfettgewebe zu verringern, ist in der Regel eine operative Fettabsaugung. Techniken wie Ultraschall, Wasserstrahl oder Vibrationsliposuktion gelten hierbei als besonders geeignet. Dabei löst der Arzt die Fettzellen zunächst vom umliegenden Gewebe und saugt sie dann über ein dünnes, schlauchartiges Gerät – das Endoskop – ab. Studien haben gezeigt, dass der Eingriff die Symptome des Lipödems deutlich lindern, oder sogar Beschwerdefreiheit für viele Jahre ermöglichen kann. Einige Patientinnen benötigen weiterhin eine Kompressionstherapie, andere kommen ganz ohne diese Behandlung aus. Auch auf die Lebensqualität wirkt sich die Fettabsaugung wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge positiv aus. Endgültig beseitigt ist das Lipödem damit gemeinhin nicht. Sobald die Frauen wieder an Gewicht zunehmen, kann das zu einer Neubildung des Ödems führen. Für einen nachhaltigen Erfolg der Behandlung gilt es deshalb als entscheidend, das Körpergewicht dauerhaft unter Kontrolle zu behalten.

Referenzen
Victoria Witschel - PR-Beratung Borgmeier Public Relations
MED ESTHETIC Kirkegaard | Kurz

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