Frankreich beschließt Verbot bestimmter Brustimplantate
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Frankreich beschließt Verbot bestimmter Brustimplantate

myBody News, 05. April 2019
Frau in OP-Kleidung hält verschiedene Brustimplantate in den Händen

 

Die französische Regierung hat sich dazu entschieden, den Import und die Herstellung bestimmter Brustimplantate zu verbieten. Betroffen sind ausschließlich makrotexturierte (also stark angeraute) Implantate von sechs verschiedenen Herstellern: Allergan, Arion, Sebbin, Nagor, Eurosilicone und Polytech.

Dieser Schritt ist die Konsequenz einer seit Monaten andauernden Debatte über das Risiko anaplastischer großzelliger Lymphomen (ALCL). Texturierte Brustimplantate stehen im Verdacht, diese seltene Krebsart zu begünstigen. In Frankreich sind 59 Fälle bekannt – bei insgesamt 400.000 Trägerinnen von Brustimplantaten. Fast alle der erkrankten Frauen tragen Implantate mit rauer Oberfläche. Die ANSM (französische Behörde für Arzneimittel) ist der Auffassung, dass das Risiko auf ALCL steigt, je rauer die Oberfläche des Implantats ist. Als Vorsichtsmaßnahme wird darum ein Verbot gegen bestimmte makrotexturierte (also sehr raue) Implantate ausgesprochen. Das Verbot tritt ab 5. April 2019 in Kraft, die ANSM rät grundsätzlich dazu, vorzugsweise glatte Implantate einzusetzen. Einen vorsorglichen Implantattausch empfehlen die Behörden angesichts der Seltenheit des Krebstyps aber nicht.

Wie die Ärztezeitung berichtete, sind in Deutschland derzeit keine Konsequenzen aus dieser Entscheidung zu ziehen: „Wir werden dem im Augenblick nicht folgen“, sagte der Gesundheitsminister Jens Spahn. Die Risiken durch den betroffenen Implantattyp schätzt man hierzulande demnach nicht so hoch ein, dass Handlungsbedarf bestünde.

Um die Qualität von Brustimplantaten zu sichern, soll in Deutschland ab 2021 ein Implantatregister installiert werden. Laut dem Gesetzesentwurf wären Hersteller dann verpflichtet, ihre Produkte (zunächst nur Hüft-, Knie- und Brustimplantate) in der Datenbank zu registrieren. Ärzte und Kliniken melden wiederum die implantierten Prothesen. Bei Problemen mit einem Produkt können so schnell ähnliche Fälle ausgemacht und betroffene Patient*innen kontaktiert und informiert werden.

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