Top News: 43. DGPRÄC-Jahreskongress
Ein Plädoyer für die Menschlichkeit
In der Hansestadt Bremen findet die diesjährige 43. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgie (DGPRÄC) und die 17. Jahrestagung der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC) statt. Unter dem Leitgedanken „Menschlichkeit“ erwarten die 700 teilnehmenden Mitglieder vom 13. bis 15. September 2012 wieder hochkarätige Vorträge, Workshops und OP-Kurse.
Für den Kongresspräsidenten Prof. Dr. Can Cedidi ist dieses Motto eine besondere Herzensangelegenheit: Gerade im heutigen Gesundheitssystem erscheint ihm eine bewusste Orientierung an den menschlichen Bedürfnissen wichtiger denn je. Denn Diskussionen um Personalschlüssel, die Kodierung von Leistungen oder vertragliche Zielvereinbarungen rauben Zeit für den wichtigen Arzt-Patienten-Kontakt.
Vor Kongressauftakt, im Rahmen der Presseveranstaltung am 13.09.2012, wurde unter anderem darauf eingegangen, wie effizientes Komplikationsmanagement die Patientensicherheit erhöht oder welche maßgebliche Bedeutung eine externe Qualitätssicherung für den Bereich Brustrekonstruktion nach Krebsdiagnose hat.
Ebenso standen politische Themen wie das „Verbot von Schönheitschirurgie an Patienten unter 18 Jahren“ und kontrovers diskutierte Inhalte zu Auslands-Operationen auf der Agenda des Presselunches. Zum Thema Schönheitsoperationen bei Jugendlichen gibt Prof. Dr. Wolfgang Gubisch (Präsident der VDÄPC) zu bedenken, dass „bei stark entstellenden Deformitäten wie abstehenden Ohren oder auffälligen Nasen, die man nicht kaschieren kann, Operationen durchaus helfen“. Die VDÄPC lehnt ein striktes Verbot daher ab.
Dagegen warnt Prof. Dr. Raymund E. Horch (Sekretär der DGPRÄC): „Potentielle Patienten sollten sich gut überlegen, ob sie eine Operation im Ausland machen wollen. Oft wird ein Eingriff mit dem ausländischen Arzt vereinbart, ohne dass dieser den Patienten jemals gesehen oder untersucht hat.“. Eine aktuelle Umfrage der DGPRÄC zeigt, dass die teilnehmenden Plastischen Chirurgen 2011 im Schnitt drei Patienten aufgrund misslungener Schönheitsoperationen im Ausland nachbehandeln mussten.
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