46. Kongress der DGPRÄC in Berlin
Der 46. Kongress der DGPRÄC (Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen) gemeinsam mit dem für die VDÄPC (Vereinigung der Deutschen Ästhetisch Plastischen Chirurgen) 20. Kongress findet dieses Jahr in Berlin statt. Vom 1. bis 3. Oktober 2015 haben Mitglieder, Ärzte und Professionals wieder Gelegenheit zusammenzukommen und einen regen Gedankenaustausch unter Kollegen zu führen. Das diesjährige Kongressmotto „Tradition und Innovation“ ist bewusst gewählt. Herrscht doch eine klare Überzeugung dahingehend, dass, wie in anderen medizinischen Bereichen auch, das Fachgebiet der Ästhetisch-Plastischen seine Traditionen kritisch prüfen und schließlich Techniken die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht mehr Stand halten, über Bord werfen sollte. Gleichzeitig sind aber auch innovative Behandlungsmethoden gefragt, die es zu entwickeln und optimieren gilt.
Zum Auftakt der Tagung war die interessierte Presse am Donnerstag, den 1. Oktober 2015 in Berlin zur Pressekonferenz eingeladen. Einen besonderen Schwerpunkt der Pressekonferenz als auch der Tagung bildete das Thema „Weibliche Genitalverstümmelung - female genital mutilation (FGM)“. Kongresspräsident Dr. Uwe von Fritschen fasste die Bandbreit der operativen Wiederherstellungsmöglichkeiten zusammen, deren aller Ziel es ist, eine möglichst weitgehende normale Anatomie bei betroffenen Frauen wiederherzustellen.
Prof. Dr. Ernst Magnus Noah, Präsident der VDÄPC, berichtete zum Thema „Ethik und Indikationsstellung in der ästhetisch-plastischen Chirurgie“. Eine sorgfältige Indikationsstellung sei die Basis eines erfolgreichen Eingriffs, weil nur so sichergestellt werden kann, dass der Arzt die Motivation und Wünsche des Patienten versteht, um darauf aufbauend mit medizinischer Sachkenntnis den richtigen Behandlungsansatz für ihn zu finden.
Prof. Dr. Jutta Liebau, Präsidentin der DGPRÄC, stellte aktuelle Entwicklungen in der ästhetisch-plastischen Chirurgie anhand der Ergebnisse der DGPRÄC-Umfrage zu den Behandlungszahlen 2014 vor. Insgesamt ist die Anzahl der Behandlungen gestiegen. Unter den fünf beliebtesten Eingriffsarten bei Männern und Frauen gab es wenig Veränderung. Bei den Frauen belegten Faltenunterspritzungen, Brustvergrößerungen, Lidstraffungen, Fettabsaugungen und Brustverkleinerung die Top 5. Die Männer entschieden sich am häufigsten für die Korrektur von Falten, gefolgt von Behandlungen zur Entfernung einer Männerbrust (Gynäkomastie), Fettabsaugungen, Lidkorrekturen und Nasenoperationen. Statistisch herausstechend ist die steigende Nachfrage nach Eigenfett-Operationen – insbesondere im Bereich der Brustchirurgie. „Wir haben dieses Mal etwas weniger Implantate“, stellte Prof. Liebau fest. „Dafür hat sich die Brustvergrößerung mit Eigenfett fast verdoppelt.“.
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