So wirkt sich COVID-19 auf die Schönheitsbranche aus
Männer und Frauen in Deutschland streben immer mehr nach einem makellosen Aussehen. Die Einstellung zur ästhetisch-plastischen Chirurgie befindet sich im Wandel, und gerade im Zuge der Corona-Pandemie ist die Nachfrage nach Schönheits-OPs merklich gestiegen.
So erklärt Dr. Harald Kaisers, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) und Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, dass das Interesse an Ästhetisch-Plastischer Chirurgie während der Pandemie keinesfalls zurückgegangen sei, sondern sich die Nachfrage nach Ästhetisch-Plastischen Eingriffen bei einigen Patientengruppen sogar verstärkt habe.
Denn gerade jetzt haben viele Menschen mehr Zeit denn je, sich mit dem Thema Selbstoptimierung zu beschäftigen und auch vermehrt die finanziellen Mittel durch ausbleibende Ausgaben wie teure Reisen. Außerdem fallen Ausfallzeiten nach einem Eingriff weniger schwer ins Gewicht und auch Schwellungen, Rötungen und blaue Flecken können im Homeoffice "heimlich" auskuriert werden. Denn Schönheits-OPs sind bei vielen nach wie vor ein Tabuthema.
Laut Andrea Fornoff, Leiterin der Klinik für Plastische Chirurgie in Degerloch (Stuttgart), würden aktuell mehr Lehrerinnen und Lehrer sowie Menschen, die in der Verwaltung tätig seien, Termine bei ihr machten. „Also Leute, die ein gesichertes Einkommen haben."
Die Statistik der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) von 2019-2020 bestätigt diesen Trend und zeigt zudem, dass im Jahr 2020 besonders zu nicht invasiven Eingriffen eine große Bereitschaft geherrscht hat. Im Befragungszeitraum lag der Schwerpunkt dabei auf Gesichts- bzw. Faltenbehandlungen mit Fillern und Botox mit besonderem Fokus auf den Augenbereich. Dicht gefolgt von der operativen Brustvergrößerung, die trotz Corona gerade bei jüngeren PatientInnen unter 30 Jahren weiterhin stark gefragt war.
Direkte Auswirkungen auf den Praxisbetrieb hat COVID-19 insofern, dass
- die Hygienemaßnahmen an die neue Situation angepasst wurden
- PatientInnen dafür sensibilisiert werden, Termine bei Krankheitssymptomen zu verschieben
- Personal abwechselnd eingesetzt und die Terminfrequenz reduziert wird, damit sich nur eine kleine Zahl an PatientInnen gleichzeitig in der Praxis befindet
- Begleitpersonen nicht mehr zur Unterstützung mit in die Praxis dürfen
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