Roboter für Haartransplantation erhält Industriepreis 2017
Der Hightech-Roboter ARTAS zur Eigenhaarverpflanzung ist eine bahnbrechende technische Innovation. Dies sieht auch der Huber Verlag für Neue Medien so, der in diesem Jahr auf der weltweit wichtigsten Industriemesse „Hannover-Messe“ den Haarroboter mit dem „Industriepreis 2017“ im Bereich Medizintechnik auszeichnete. Diese Würdigung erhalten besonders fortschrittliche Industrieprodukte mit einem hohen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, technologischen und ökologischen Nutzen, die eine hochkarätige Fachjury aus Professoren, Wissenschaftlern, Industrie-Branchenexperten und Fachjournalisten überzeugt haben.
Bei der traditionellen Art der Haartransplantation werden die Spenderhaare samt einem Hautstreifen vom Hinterkopf entnommen, von einem technischen Assistenten in einzelne Einheiten zerlegt und dann separat in kleine präparierte Empfangslöcher eingesetzt. Diese sogenannte Streifenmethode (FUT) oder Striptechnik geht meist mit einer Narbenbildung einher. Wer auf die Längsnarbe am Hinterkopf lieber verzichten will kann auf die Einzelhaarentnahme-Technik (FUE) ausweichen. Die Entnahme der Spenderhaare erfolgt bei dieser Methode nicht mit dem Skalpell, sondern mit einer speziellen Hohlnadel, die die zu transplantierenden Haareinheiten im Spendergebiet bereits einzeln gewinnt.
Mit dem ARTAS Haarroboter geschieht das in der Hightech-Variante: Das Robotersystem übernimmt die Aufgabe der Haarentnahme. Es scannt den Hinterkopf und wählt die vitalsten Haare aus, welche die besten Voraussetzungen besitzen, um anzuwachsen. Eingesetzt werden die einzelnen Haare vom Arzt, der sie zuvor aus den sogenannten geernteten Grafts mit einer Pinzette für die Transplantation präpariert hat.
Dr. Darius Alamouti von der Haranni Clinic in Herne arbeitet bereits seit 2014 mit der ARTAS-Methode. Und kennt die Vorteile der Methode ganz genau: „Der Haar-Roboter arbeitet hochpräzise, der Behandlungskomfort und die Erfolgsquote sind deutlich höher im Vergleich zu einer manuellen Vorgehensweise. Zudem wird mit der Robotermethode nicht geschnitten und nicht genäht, d.h. es gibt keine Narbenbildung und entsprechende Kopfhautspannungen, so dass auch insgesamt die Behandlung für den Patienten angenehmer ist.“
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