Innovativ gegen Makel
Diese Methoden lösen Krampfadern schonend
Krampfadern werden nicht nur als unästhetisch empfunden, sie können auch zu ernsthaften Komplikationen führen. Immerhin transportieren Venen täglich bis zu 7000 Liter Blut, oft entgegen der natürlichen Schwerkraft. Dabei sind die Beinvenen besonders stark gefordert. Warum sie da sind und was man dagegen tun kann? Wir haben beim Experten nachgefragt.
Krampfadern entstehen durch genetische Veranlagung einer Bindegewebeschwäche. Häufig treten schon in der Jugend sichtbare Krampfadern auf. Bewegungsmangel, Übergewicht, sitzende oder stehende Tätigkeit beschleunigen die Erkrankung. „Zu den häufigen Symptomen zählen Beinschwellungen, die oft mit der Empfindung von Spannungs- und Schwergefühlen am Unterschenkel verbunden sind“, erklärt Dr. Rainer Jokisch, Phlebologe im Venen Kompetenz-Zentrum der Hautmedizin Kelkheim.
Warum sollten Krampfadern behandelt werden?
Frühe Komplikationen bei unbehandelten Krampfadern sind oberflächliche Thrombosen (Venenentzündungen). Im weiteren Verlauf kann sich ein venöses Stauungssyndrom entwickeln: schwere Schwellungen (Ödeme), Verhärtung der Haut (unter anderem Braunverfärbung) sowie Verhärtung des Unterhautfettgewebes. Diese Begleiterscheinungen können sogar die Beweglichkeit im Sprunggelenk einschränken.
Was sind die neuesten Therapiemöglichkeiten?
„Die Wahl der optimalen Methode für den individuellen Patientenfall erfolgt je nach Gesundheitszustand des Patienten und Stadium der Erkrankung. Das Stripping der Stammvenen ist die klassische operative Methode, die allerdings heute weitestgehend durch sogenannte endovenöse (vom Gefäßinnern her) Verfahren ersetzt wird. Diese verschließen die kranke Stammvene, anstatt sie zu entfernen,“ so Dr. Jokisch. Was endovenöse Verfahren angeht, sind thermische Verfahren mithilfe von Radiofrequenzenergie oder auch Laserbehandlungen weltweit etabliert. Weit verbreitet ist inzwischen auch das Verkleben der Stammvene mit einem medizinischen und biokompatiblen Kleber. Die moderne Echosklerotherapie wiederum ermöglicht ein gezieltes und kontrolliertes Injizieren des Verödungsmittels.
Was sollte man nach der Behandlung beachten?
Für das Verkleben und die Echosklerotherapie ist keine Betäubung nötig. Die postoperative Kompressionsbehandlung dauert meist nur eine Woche. Patienten sind danach wieder voll arbeitsfähig, bestätigt der Experte.
Dieser Artikel ist in mabelle 4/18 erschienen
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