Gesichtsfeminisierung
Das Gesicht spricht Bände. Nicht nur Emotionen lassen sich im Gesicht gut ablesen, auch das Geschlecht kann in den meisten Fällen klar zugeordnet werden. Vor allem an den Augen sowie der Kiefer- und Stirnpartie sind bei Mann und Frau deutliche Unterschiede zu erkennen.
Die Chirurgie der Gesichtsfeminisierung (FFS - Facial Feminization Surgery) umfasst eine breite Palette an Verfahren, mit dem Ziel typische männliche Gesichtszüge und Merkmale der weiblichen Physiognomie anzugleichen.
Eingriffe der Gesichtsfeminisierungschirurgie umfassen
Die Stirnkonturierung: Bei Männern ist die knöcherne Struktur über den Augenhöhlen (Wulst) tendenziell ausgeprägter. Um die Stirn weiblicher und glatter erscheinen zu lassen wird zunächst direkt am wahlweise im Haaransatz ein Einschnitt vorgenommen, stets abhängig davon, ob die Position der Haarlinie ebenfalls abgesenkt werden muss (s. w. u. Haarlinienabsenkung). Das weitere Verfahren ist abhängig vom Ausgangsbefund. Um die Größe der Stirn zu reduzieren und ggfs. die Form der Brauen zu verändern, werden gemeinhin die Brauenknochen gezielt durchtrennt (osteotomiert), entfernt, umgeformt und anschließend wieder angebracht. Der Stirnknochen zwischen den Augenbrauen wird ebenfalls entfernt, konturiert und wieder an seinen Platz gebracht. Die Stirnkonturierung wird häufig in Kombination mit einem Stirnlift durchgeführt, um ein ästhetisches und harmonisches Resultat zu erzielen.
Die Lidkorrektur: In der Regel weist ein männliches Augenlid deutlich mehr Hautüberschuss auf. Um die oberen Augenlider zu feminisieren, kann überschüssiges Gewebe entfernt werden. Häufig wird dafür eine sogenannte unsichtbare Schnittführung angewandt, welche direkt in der anatomischen Lidfalte des Oberlides verläuft.
Die Wangenvergrößerung: Frauen weisen tendenziell prominente und runde Wangen im mittleren Drittel des Gesichtes auf. Dies ist meist auf eine höhere Fettkonzentration zurückzuführen. Um ein feminineres Aussehen zu erreichen, kann eine Wangenvergrößerung mit Implantaten durchgeführt werden. Sofern ausreichend natürliches Fett an anderen Körperstellen vorhanden ist, kann auch eine Wangenvergrößerung durch Fetttransplantation (Lipofilling) in Betracht gezogen werden.
Die Nasenkorrektur: Die Rhinoplastik beinhaltet typischerweise die Verringerung der Gesamtgröße der Nase und die Veränderung ihrer Form.
Die Lippenstraffung und Vergrößerung: Die Abstände zwischen der Nasenbasis und dem Oberlippenrand sind bei Frauen in aller Regel merklich kürzer. Mittels Oberlippenlift kann der Abstand zwischen Lippe und Nase verkürzt und der Oberlippenbogen (Amorbogen) definiert werden. Die Lippen wirken voller und der Mund insgesamt straffer. Zusätzlich kann das Volumen der Lippen durch die Verwendung von Implantaten oder Füllstoffen wahlweise durch das Einbringen von Eigenfett vergrößert werden.
Die Kiefer- und Profilkorrektur: Die Knochenstruktur männlicher Kiefer ist typischerweise deutlich ausgeprägter und kantiger als die weibliche. Mittels Formen und/oder Abtragen äußerer Schichten aus dem Unterkiefer kann die Form des Kiefers verändert bzw. feminisiert werden.
Weitere Verfahren der Gesichtsfeminisierung
Reduktion des Adamsapfels: Aufgrund der hormonellen Veränderungen während und nach der Pubertät ist der männliche Kehlkopf tendenziell deutlich größer als der weibliche. Bei der Adamsapfel-Reduktion (auch Tracheal Shave) wird die Kerbe auf dem Schilddrüsenknorpel konturiert und verkleinert.
Haarlinienabsenkung: Die typisch männliche Haarlinie hat eine M-Form und ist deutlich höher. Beim weiblichen Geschlecht liegt die Haarlinie typischerweise tiefer. Um die Stirn zu verkürzen kann die Haarlinie gesenkt werden. Dabei wird die behaarte Kopfhaut nach unten verlagert und überschüssige Stirnhaut entfernt.
Haartransplantation: Für eine typisch weibliche eher runde und ovale Haarlinie, kann der Haaransatz mithilfe der Haartransplantation neu geformt und Geheimratsecken aufgefüllt werden. Bei diesem Verfahren wird Eigenhaar bzw. werden Haarfollikel vom Hinterkopf an die betroffenen Stellen transplantiert.
Risiken
Wie bei jedem anderen chirurgischen Eingriff bestehen auch bei geschlechtsangleichenden Operationen im Gesicht allgemeine Operationsrisiken. Dazu gehören beispielsweise: Blutungen, Infektionen, Wundheilungsstörungen und Blutgerinnsel.
Weitere Komplikationen, die auftreten können: Nahtruptur entlang einer Schnittlinie, sichtbare Narbenbildung, Flüssigkeitsansammlungen unter der Haut (Serome), Schwellungen, Blutergüsse (Hämatome) und Gesichtsnervenverletzung. Bei einer Gesichtsasymmetrie wird in der Regel eine zusätzliche Operation erforderlich.
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