Vasektomie - Methoden für eine Sterilisation beim Mann
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Sterilisation / Vasektomie beim Mann Methoden im Überblick

Für eine Sterilisierung gibt es verschiedene Methoden. Neben der herkömmlichen Sterilisation gibt es die No-scalpel Vasectomy (NSV). Beiden gleich ist, dass die Samenleiter des Mannes durchtrennt werden, so dass die Samenzellen nicht mehr in die Samenflüssigkeit (Ejakulat) gelangen können.

Zunächst wird bei der konventionellen Sterilisierung mit zwei kleinen Hautschnitten links und rechts der Samenleiter freigelegt. Dafür verwendet der Mediziner ein Messer, wodurch sich die Verletzungsgefahr erhöht. Anschließend werden die Samenleiter durchtrennt und die Haut wieder zusammengenäht. Dies hat zur Folge, dass nach einigen Tagen die Fäden gezogen werden müssen. Das wiederum kann sehr unangenehm für den Mann sein.

Ganz im Gegensatz hierzu die No-scalpel Vasectomy, eine neue, aus den USA stammende Technik zur Durchtrennung der Samenleiter. Bei der Vasektomie ohne Skalpell (NSV) handelt es sich um ein sogenanntes minimal invasives Verfahren, in dem die Haut in Lokalanästhesie in der Mitte des Hodens mit einer speziellen Klemme aufgespreizt wird und die Samenleiter durch diese kleine - ca. 0,5 bis 1cm große - Hautöffnung freigelegt und durchtrennt werden. Für diese Art der Sterilisation werden keine Schnitte in die Haut vorgenommen. Der Urologe verwendet kein Skalpell und es müssen auch keine Fäden gezogen werden.

Während die herkömmliche Sterilisation ungefähr 40 Minuten dauert, kann die Non-Skalpell-Vasektomie in 20 Minuten vollzogen werden.

Dr. Marc Armbruster No-scalpel vasectomie
Expertenwissen

No-scalpel Vasectomy

Dr. med. Marc Armbruster, Facharzt für Urologie, Gemeinschaftspraxis Dres. Armbruster / Müller, Stuttgart

myBody: Herr Dr. Armbruster, seit wann gibt es die No-scalpel Vasectomy?

Dr. Armbruster: Die NSV wurde erstmals im Jahre 1974 von dem chinesischen Arzt Dr. Shunqiang Li durchgeführt. Sie ist eine sichere, minimal invasive OP Methode mit deutlich niedrigeren Komplikationsraten als die konventionelle Sterilisation.

myBody: Wie kam diese Methode zu uns?

Dr. Armbruster: Der New Yorker Reproduktionsmediziner Prof. Dr. Marc Goldstein brachte diese Methode in die westliche Welt nachdem er 1985 im New Yorker Presbyterian Hospital die erste Non-Skalpell-Vasektomie (NSV) durchführte. Seit 1974 wurden weltweit über 15 Millionen Männer durch diese Methode sterilisiert.

myBody: Gibt es Studien zur NSV?

Dr. Armbruster: Um die neue wenig invasive Methode mit der konventionellen Sterilisation zu vergleichen, wurden mehrere klinische Studien initiiert. Die aussagekräftigste und auch bekannteste Studie stammt aus dem Jahre 1988. Damals wurden in Thailand im Rahmen des „King’s Birthday Vasectomy Festivals“ innerhalb eines Tages ca. 1200 Sterilisierungen durchgeführt. In diesem Rahmen wurde die konventionelle mit der neuen minimal invasiven Technik verglichen. Es zeigte sich bei der No-scalpel vasectomy eine deutlich niedrigere OP Zeit (40%), ein niedrigere Infektionsrate sowie eine zehnfache geringere Hämatombildung.

Gemeinschaftspraxis Urologie Dres. Armbruster / Müller

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