Magenbypass: Kosten, Ärzte für erfolgreiches Abnehmen
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Magenbypass Starkes Übergewicht behandeln

Der Magenbypass, oder genauer Roux-en-Y-Magenbypass, ist eine operative Therapiemöglichkeit zur dauerhaften Gewichtsreduktion bei Fettleibigkeit. Im Rahmen der Adipositas-Chirurgie gehört der Magenbypass zu den am häufigsten durchgeführten Magen-OPs.

Übergewichtige Frau betrachtet sich im Spiegel

Ziel einer Magenbypass-OP

Schwere Adipositas ist eine Krankheit, die sich nicht einfach durch einen starken Willen, Diät-Kost und Sport beseitigen lässt. Mit Hilfe einer Magenbypass-OP sollen stark Übergewichtige erfolgreich abnehmen können und die Gewichtsabnahme dauerhaft halten können. Das langfristige Ziel eines Magenbypass ist nicht nur ein schlankerer, sondern ein gesünderer Körper. Die Magenbypass-OP hilft, dass sich bereits bestehende Begleiterkrankungen zurückbilden und sie reduziert das Risiko für das Auftreten von Folgeerkrankungen durch Adipositas.

Magenbypass auf einen Blick
Behandlung Roux-en-Y-Magenbypass

Kosten:

8.000 bis 15.000 Euro

Betäubung:

Vollnarkose

Dauer:

Behandlung dauert 2 Stunden + mehrere Tage stätionärer Aufenthalt

Arbeitsfähig:

nach etwa 3 Wochen Erholungszeit

Wirksamkeit:

dauerhaft, nicht reversibel

Ärzte und Kliniken:

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Magenbypass: So funktioniert das Verfahren

Das Operationsverfahren Magenbypass – auch Roux-en-Y-Magenbypass oder gastric bypass genannt – zielt auf eine Verkleinerung des Magens und Umleitung des Magens direkt zum Dünndarm ab. Durch die Magenverkleinerung verringert sich die Nahrungsaufnahme und durch das fehlende Passieren des Nahrungsbreis durch den Zwölffingerdarm verschlechtert sich die Nährstoffaufnahme. Beide Prinzipien bewirken eine zuverlässige Gewichtsabnahme.

Grafik Magenbypass-Operation

Vor dem Eingriff stellt der Arzt per Magenspiegelung und Ultraschall sicher, dass keine krankhaften Veränderungen im Magen bestehen, wie Magenschleimhautentzündung oder ein Magengeschwür. Die Magenbypass-OP dauert etwa 2 Stunden. Sie wird in Vollnarkose durchgeführt und ist mit einem mehrtägigen bis einwöchigem Klinikaufenthalt verbunden.

In der Regel wird ein Magenbypass mit der sogenannten „Schlüsselloch-Technologie“ gelegt. D.h. es werden mehrere kleine Schnitte statt ein großer Bauchschnitt gemacht, um die Instrumente in den Bauchraum einzuführen. Der Magen wird dann knapp unter der Speiseröhre abgetrennt und am oberen Ende verschlossen. So kann er stillgelegt im Bauchraum verbleiben. Der kleine Restmagen am Ende der Speiseröhre, der sogenannte Magenpouch, fasst nur noch wenige Milliliter und dient als Bremse für die zugeführte Nahrung. Im zweiten Schritt wird der Dünndarm an einer bestimmten Stelle, im Bereich des Leerdarms, durchtrennt und das untere Schnittende hochgezogen und mit dem Pouch verbunden. Das ausgeschaltete Zwölffingerdarmsegment wird in einem tieferen Darmabschnitt seitlich wieder angenäht. Durch die Verkürzung der Nahrungspassage und das späte Einfließen der Verdauungssäfte können nicht alle Nahrungsbestandteile zerlegt werden, was zu einer reduzierten Nährstoffaufnahme führt. Es wird durch einen Magenbypass insgesamt weniger Nahrung aufgenommen und weniger Nahrung verdaut.

Kosten und Preise für einen Magenbypass

Ein Magenbypass kostet in Deutschland zwischen 8.000 und 15.000 Euro. Diese erhebliche Preisspanne ergibt sich aus verschiedenen Umständen. Wird der Magenbypass als Kassenleistung oder als private Leistung abgerechnet? In welcher Klinik wird operiert und wer operiert? Wie hoch ist also beispielsweise das Arzthonorar? Was kostet die Anästhesie. Der Preis für einen Magenbypass steigt je länger der Patient nach dem Eingriff in der Klinik bleiben muss. Dies sind alles Faktoren, die die Gesamtkosten für einen Magenbypass einfließen. Für eine individuelle Kostenplanung müssen sich die Patienten an ihren Arzt bzw. Klinik wenden.

Zahlt die Krankenkasse einen Magenbypass?

Ein Magenbypass ist keine Regelleistung der Krankenkassen. Die Kosten für eine Magenbypass-OP werden jedoch unter bestimmten Voraussetzungen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Sie stellen Forderungen an den Patienten; beispielsweise, dass dieser bereits ärztlich kontrollierte Abnahmeversuche durchgeführt hat, die nicht zum Erfolg geführt haben. Darüber hinaus müssen hormonelle und psychosomatische Ursachen für das Übergewicht ausgeschlossen sein. Und ab einem BMI-Wert von 40 und höher steigt die Wahrscheinlichkeit der Kostenübernahme eines Magenbypass.

Was ist bei der Antragstellung für die Kostenübernahme eines Magenbypass zu beachten?

Wer sich einen Magenbypass aufgrund seines starken Übergewichts wünscht und eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse erfolgen soll, der muss einen entsprechenden Antrag einreichen. Diesen lässt die Krankenkasse vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung begutachten. Bei der Prüfung orientiert sich der Medizinische Dienst u.a. an der „S3-Leitlinie: Chirurgie der Adipositas“, die von der Deutschen Adipositas Gesellschaft (DAG) mitherausgegeben wurde. Neben beigelegten Befunden, ärztlichen Stellungnahmen und weiteren KO-Kriterien, die durch das ausgefüllte Formular beurteilt werden können, muss aus dem Antrag klar hervorgehen, dass Sie bereit sind, Ihre Ernährungs- und Lebensgewohnheiten neu auszurichten. Am besten stellen Sie Ihren Antrag in Zusammenarbeit mit einem Adipositas-Experten, um die bestmögliche Chance auf einen positiven Bescheid bezüglich der Kostenübernahme Ihrer Magenbypass-OP zu haben.

Kann ich einen Magenbypass in Raten zahlen?

Wenn die Krankenkasse die Kosten für einen Magenbypass nicht übernimmt, ist es möglich die OP als Selbstzahlerleistung in Anspruch zu nehmen. Die nicht unerheblich Gesamtsumme für den Eingriff soll dabei kein Hindernis darstellen. Viele Ärzte und Kliniken bieten ihren Patienten die Möglichkeit einer Finanzierung an. Oft arbeiten sie mit Kreditinstituten zusammen, die sich auf Finanzierung von Gesundheitsleistungen spezialisiert haben und zinsgünstige Ratenangebote machen können. Sprechen Sie Ihren Arzt einfach direkt auf eine mögliche Finanzierung der Magenbypass-OP an.

Preisbeispiel Magenbypass

Patient:

weiblich, 44 Jahre, 130 Kilogramm bei 165 Zentimetern

Gesundheitszustand:

Bluthochdruck und Diabetes, Luftnot, erwerbsunfähig

Behandlung:

Magenbypass

Gewichtsverlust: 

65 Kilogramm in 18 Monaten

Kostenträger:

Krankenkasse

Gesamtkosten: 

8.000 Euro

Vorteile Magenbypass

  • hohe Zuverlässigkeit
  • reduzierte Nahrungsaufnahme, weniger Hunger
  • größere Gewichtsabnahme als bei anderen Verfahren möglich
  • Gewichtsverlust von bis zu 70 Prozent
  • Verbesserung von Gesundheitsproblemen

Nachteile Magenbypass

  • aufwendiger Eingriff
  • Dumping-Syndrom als häufige Nebenwirkung
  • postoperative Komplikationen

Werde ich durch einen Magenbypass dauerhaft abnehmen?

Der Erfolg der Magenbypass-OP ist natürlich in den ersten Monaten auf die Reduktion des Magenvolumens zurückzuführen. Das Minimieren der Portionsgrößen bei der Nahrungsaufnahme ist aber nur eine Seite der Medaille. Die Veränderung der Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten muss im Kopf stattfinden. Man muss lebenslang anders essen als zuvor. Theoretisch kann sich der verbleibende Mini-Magen durch übermäßiges Essen auch wieder vergrößern. Bei einigen Patienten ist ein sogenannter Rebound-Effekt mit erneuter Gewichtszunahme zu beobachten, die aber meist deutlich unter dem Ausgangsgewicht vor der OP liegt. Die Erfolgsquote eines Magenbypasses liegt bei 80 bis 90 Prozent. Man spricht von Therapieversagen, wenn der Patient mit dem Magenbypass nur 25 Prozent oder weniger seines Übergewichts abbauen konnte.[1]

Welche Komplikationen können durch einen Magenbypass auftreten?

Die Magenbypass-OP birgt wie alle Operationen ein gewisses Risiko, z.B. aufgrund der Narkose – bei gesunden wie auch für kranke, übergewichtige Patienten. Die Begleiterkrankungen von Adipositas wie Bluthochdruck, Diabetes und erhöhte Blutfettwerte erhöhen jedoch das allgemeine Operationsrisiko: Blutungen, Infektionen und Wundheilungsstörungen können auftreten. Spezifische Risiken, die mit dem Magenbypass zusammenhängen, sind Übelkeit und Erbrechen, Sodbrennen, Entzündungen der Speiseröhre und Blutungen. Als unangenehme Folgeerscheinung kann auch das sogenannte Dumpingsyndrom auftreten, bei dem es zu einer Sturzentleerung der Nahrung aus dem Magen in den Dünndarm kommt und entsprechende Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit, Schwäche, Schwindelattacken und Zittern ausgelöst werden. Mögliche Komplikationen des Magenbypasses sind auch ein Nährstoffmangel und Gallensteine. Außerdem können Blähungen als Nebenwirkung nach dem Magenbypass entstehen oder unspezifische Schmerzen in der Bauchgegend.

Muss ich nach dem Magenbypass lebenslang Nahrungsergänzungsmittel einnehmen?

Nach einer Magenbypass-OP müssen Patienten für den Rest ihres Lebens Vitamine und Mineralien supplementieren, um eine Mindestversorgung zu gewährleisten und keinen Nährstoffmangel zu bekommen.

Ist ein Magenbypass rückgängig zu machen?

Auch wenn dies theoretisch möglich ist, wird ein Magenbypass aufgrund des hohe Risikos nicht rückgängig gemacht.

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