Parodontologie Volkskrankheit Parodontitis

Volkskrankheit Parodontitis - Dr. Gregor Hundeshagen

Wie man mit der richtigen Prophylaxe einer Parodontose vorbeugen kann

Nach Expertenaussagen leiden in Deutschland mittlerweile rund 80% der Bevölkerung an Erkrankungen des Zahnfleisches. Die größte Rolle spielt dabei die Parodontitis, die sich zunächst in Form einer Zahnfleischentzündung bemerkbar macht, den Zahnhalteapparat befällt und neben Karies als häufigste Ursache für einen Zahnverlust im Erwachsenenalter gilt. Leider wissen in Deutschland die Wenigsten, was genau hinter dieser Erkrankung steckt, was die Ursachen sind und wie sich Parodontitis wirksam bekämpfen lässt. In unserem Expertengespräch erläutert Dr. Dr. Hundeshagen, wie wichtig eine regelmäßige Vorsorge und eine umfassende medizinische Aufklärung sind.

Über Dr. Dr. Gregor H. Hundeshagen

Der Gründer des renommierten Behandlungs- und Fortbildungs- zentrums MKG Dessau ist seit 1991 als Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie tätig. Zu seinen Schwerpunkten gehören neben der Implantologie und Parodontologie vor allem die plastische und rekonstruktive Chirurgie sowie die Ästhetische Gesichtschirurgie. Seine langjährige Erfahrung und die zahlreichen Weiterbildungen, unter anderem an der Harvard School of Dental Medicine, machen Dr. Dr. Hundeshagen zu einem anerkannten Spezialisten seines Fachs.

myBody: Herr Dr. Dr. Hundeshagen, mittlerweile zählt die Parodontose neben der Karies zur Volkskrankheit. Woran liegt das?

Dr. Dr. Hundeshagen: Nun, zum einen liegt es daran, dass die Erkrankung in den meisten Fällen durch Bakterien ausgelöst wird und somit ansteckend ist. Korrekterweise spricht man dann übrigens von Parodontitis. Das bedeutet, dass ein Patient – oft ohne es zu wissen – Bakterien und Keime an seine Kinder und seinen Lebenspartner übertragen kann. Das erklärt unter anderem die hohe Prozentzahl der Neuerkrankungen. Zum anderen liegt es auch daran, dass dem Krankheitsbild der Parodontitis lange keine ausreichende Beachtung geschenkt wurde und dass die Prophylaxe erst in den letzten Jahren in Deutschland an Bedeutung gewonnen hat.

myBody: Wie sieht denn eine gute Zahngesundheitsvorsorge aus?

Dr. Dr. Hundeshagen: Ganz wichtig sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen. Wann immer Sie erste Anzeichen einer Zahnfleischentzündung, also beispielsweise Blutungen, Schwellungen oder Rötungen, feststellen, sollten Sie Ihren Zahnarzt aufsuchen. Darüber hinaus gibt es professionelle Früherkennungstests, mit denen sich eine Parodontitis sicher feststellen lässt, z.B. Keimtests oder genetische Tests.

myBody: Das klingt ja schon sehr speziell. Kann jeder Zahnarzt solche Tests durchführen?

Dr. Dr. Hundeshagen: Nein, in der Regel machen das nur Ärzte, die sich auf die Behandlung von Parodontose-Erkrankungen spezialisiert haben. Man erkennt diese Zahnärzte an der Zusatzbe- zeichnung „Tätigkeitsschwerpunkt Parodontologie“.

myBody: Lassen Sie uns noch mal einen Schritt zurück gehen: Was sind die Ursachen einer Parodontitis?

Dr. Dr. Hundeshagen: Wie schon gesagt, in den meisten Fällen ist ein bakterieller Zahnbelag, der so genannte Plaque, die Ursache für eine anfängliche Zahnfleischentzündung, die letztlich zur Parodontose führt. Oft spielen aber noch andere individuelle Risikofaktoren eine Rolle, wie regelmäßiger Tabakkonsum, Diabetes mellitus, genetische Prädisposition und natürlich schlechte oder falsche Mundhygiene. Auch eine Schwangerschaft kann eine Parodontitis begünstigen, da sich durch die Hormonumstellung das Gewebe verändert und Bakterien leichter vordringen können. Sie sehen, es gibt zahlreiche Risikofaktoren, die in Kombination mit dem bakteriellen Zahnbelag, die Krankheit auslösen können. Für mich ist daher die Aufklärung über Krankheitsbild und Ursachen sowie der Appell an regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen extrem wichtig.

myBody: Und wenn bei einer Vorsorgeuntersuchung eine Parodontitis festgestellt wird? Wie kann man das behandeln?

Dr. Dr. Hundeshagen: Im ersten Schritt muss genau analysiert werden, ob es sich nur um eine Zahnfleischentzündung handelt, oder ob bereits eine Parodontitis vorliegt. Dann führen wir eine Vorbehandlung in Form einer intensiven Zahnreinigung durch. Diese ist für eine erfolgreiche Therapie absolut unentbehrlich und wird in unserer Klinik von speziell ausgebildeten Mitarbeiterinnen vorgenommen. Erst danach folgt die eigentliche Behandlung. Dabei werden Ablagerungen in den Taschen unter dem Zahnfleisch entfernt und die bakteriell befallenen Regionen gesäubert.

myBody: Ist eine solche Behandlung denn schmerzhaft?

Dr. Dr. Hundeshagen: Nein, zum Glück nicht. In der Regel wird das Zahnfleisch örtlich betäubt, so dass die Patienten von dem Eingriff gar nichts mitbekommen. Bei besonders umfangreichen Behandlungen oder bei sehr schmerzempfindlichen Patienten bietet unser Anästhesistenteam aber auch weitergehende Betäubungsmöglichkeiten an, wie den Dämmerschlaf oder auch eine Vollnarkose.

myBody: Wie sind die Erfolgsaussichten einer Parodontose-Behandlung?

Dr. Dr. Hundeshagen: In aller Regel führt die rechtzeitige Behandlung einer Parodontose zur Heilung. Allerdings muss man dazu sagen, dass es mit einer einmaligen Therapie nicht getan ist, da es sich um eine chronische Erkrankung handelt. Wir empfehlen daher eine lebenslange, regelmäßige Nachsorge. Damit bauen Sie nicht nur einen wirksamen Schutzschild für Ihre eigenen Zähne auf, sondern Sie schützen auch Ihre Kinder und Partner vor einer möglichen Übertragung der Bakterien.

myBody: Herr Dr. Dr. Hundeshagen, besten Dank, dass Sie diese interessanten Fakten mit uns geteilt haben.

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