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Implantate Wann eignet sich ein Zahnimplantat?

Wann eignet sich ein Zahnimplantat? - Prof. Dr. Günter Dhom

Anwendungsgebiete von Implantatversorgungen

Um eine Zahnlücke zu schließen, stehen in der modernen Zahnmedizin vielfältige Möglichkeiten zur Verfügung. Mit fast einer Million Behandlungen pro Jahr ist die Implantologie derzeit die am häufigsten eingesetzte Therapie. Dabei wird eine künstliche Zahnwurzel in den Kieferknochen eingepflanzt und mit einem Zahnersatz versehen. Warum diese Behandlungsmethode so erfolgreich ist und welche Vorteile sie im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren bietet, erläutert der Experte, Prof. Dr. Günther Dhom.

Über Prof. Dr. med. dent. Günter Dhom

Der renommierte Zahnarzt für Oralchirurgie und Implantologie leitet seit 1984 eine oralchirurgische Gemeinschaftspraxis und die zahnmedizinische Abteilung in der Privatklinik Vitalitas. Prof. Dr. Dhom gilt als Koryphäe auf dem Gebiet der Implantologie und Zahnästhetik, nicht zuletzt durch seine Tätigkeit als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (2006-2009) und als Leiter des Studienganges „Master of Science of Oral Implantology“.

myBody: Herr Prof. Dhom, wenn es um die Frage geht, wie eine Zahnlücke bestmöglich zu schließen ist, werden immer häufiger Zahnimplantate empfohlen. Was sind denn die klassischen Anwendungsgebiete von Implantaten?

Prof. Dhom: Den typischen Patienten für eine Implantatbehandlung gibt es nicht. Ein Zahnimplantat kann grundsätzlich für Jeden geeignet sein, der einen oder mehrere eigene Zähne verloren hat. Das kann ein 20Jähriger sein, der durch einen Verkehrsunfall einen Frontzahn eingebüßt hat. Das kann ein 50Jähriger sein, bei dem durch Parodontitis oder Karies die endständigen Zähne - also die letzten Backenzähne in der Reihe - fehlen. Das kann aber auch der 70Jährige sein, der einen vollständig zahnlosen Kiefer hat.

myBody: Können in solchen Fällen die Zahnlücken nicht auch mit Brücken oder Prothesen geschlossen werden? Warum ein Zahnimplantat?

Prof. Dhom: Selbstverständlich sind Brücken, Teil- oder Vollprothesen durchaus Optionen, um Zahnlücken zu schließen. Aber aufgrund der enormen technischen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte kann die moderne Implantologie viele Nachteile, die herkömmliche Zahnersatz-Methoden mit sich bringen, vermeiden.

"Langzeitstudien haben gezeigt, dass die Erfolgsquote der zahnärztlichen Implantation im 10-Jahres-Intervall bei mehr als 90 Prozent liegt."

myBody: Können Sie das vielleicht an einem Beispiel verdeutlichen?

Prof. Dhom: Sehr gerne. Wenn Sie sich beispielsweise für eine Brücke entscheiden, brauchen Sie mindestens drei Kronen: eine, um die eigentliche Lücke zu schließen, und zwei an den jeweils benachbarten Zähnen. Denn um die Brücke befestigen zu können, müssen die Nachbarzähne beschliffen und überkront werden. Dabei muss gesunde Zahnsubstanz abgetragen werden, was sicher einer der größten Nachteile dieser Lösung ist. Eine weitere Schwierigkeit ist, dass es im Bereich des fehlenden Zahnes zu einem verstärkten Knochenabbau kommen kann, da die Krone ja nur den sichtbaren Teil des fehlenden Zahnes erneuert, nicht aber die Wurzel, und der Kieferknochen somit nicht mehr beansprucht wird. Hinzu kommt, dass die Nachbarzähne, die so genannten Pfeilerzähne, den neuen Zahn mitsamt der Kaulast tragen müssen. Nicht selten führt dies auf Dauer zu einer Überlastung und zu einem möglichen frühzeitigen Zahnverlust.

myBody: Und wie sieht das bei einem Zahnimplantat aus?

Prof. Dhom: Ein Implantat kommt in seinem Aufbau dem natürlichen Zahn sehr nahe. Es besteht aus einer künstlichen Wurzel, die im Kiefer eingepflanzt wird, und einer Zahnkrone. Die künstliche Wurzel verwächst mit dem Kieferknochen und gibt dem Zahn seinen Halt, so dass keine zusätzlichen Halterungen mehr notwendig sind. Die Nachbarzähne bleiben vom Zahnimplantat völlig unberührt, d.h. sie müssen nicht beschliffen werden, und es wird keine gesunde Zahnsubstanz beschädigt. Da das Implantat wie ein natürlicher Zahn im Kiefer verankert ist, wird der Kieferknochen auch weiterhin beansprucht und bildet sich nicht zurück. Das Zahnimplantat funktioniert also wie ein natürlicher Zahn, es fühlt sich so an und in der Regel sieht man nicht mal einen Unterschied zum eigenen Zahn.

myBody: Also ist das Zahnimplantat in jedem Fall die beste Variante?

Prof. Dhom: So pauschal kann man das gewiss nicht sagen. Grundsätzlich gelten Zahnimplantate als die präferierte Lösung, um fehlende Zähne funktional und ästhetisch bestmöglich zu ersetzten. Trotzdem muss jeder Fall muss individuell begutachtet werden. Es kann durchaus Situationen geben, in denen andere Lösungen ebenso gut oder sogar besser geeignet sind. Bei besonders jungen Patienten, bei denen das Knochenwachstum noch nicht abgeschlossen ist, würde man z.B. keine Zahnimplantate empfehlen. Auch wenn die Knochensituation schlecht ist, wenn also nicht ausreichend Knochenmasse vorhanden ist, um ein Implantat verankern zu können, kann man über Alternativen nachdenken - obwohl es mittlerweile erstklassige Möglichkeiten gibt, durch einen Knochenaufbau ausreichend Knochenmasse anzureichern.

myBody: Man darf auch den Kostenaspekt nicht gänzlich vernachlässigen; ein Implantat muss ja in der Regel selbst bezahlt werden. Wie lange kann der Patient sich an dem künstlichen Zahn erfreuen?

Prof. Dhom: In der Tat werden die Kosten einer Implantation normalerweise nicht von den Krankenkassen übernommen. Der Patient muss also selbst für den Zahnersatz aufkommen. Wenn Ihre Frage darauf abzielt, ob sich die Investition lohnt, dann antworte ich mit einem klaren „Ja“. Langzeitstudien haben gezeigt, dass die Erfolgsquote der zahnärztlichen Implantation im 10-Jahres-Intervall bei mehr als 90% liegt. Und bei guter Mundhygiene können Zahnimplantate sogar ein Leben lang halten.

myBody: Herzlichen Dank, Herr Prof. Dhom, dass Sie sich Zeit genommen haben, unsere Fragen zu beantworten.

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