Multifokallinsen: Mehrstärkenlinsen für scharfes Sehen nah & fern
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Multifokallinsen

Mit modernen Multifokallinsen (MIOL) können Patienten zu einem sehr guten Sehvermögen sowohl in der Ferne als auch in der Nähe gelangen und somit eine hohe Unabhängigkeit von Gleitsicht- und Lesebrillen erzielen. Der refraktive Linsenaustausch (RLA) bzw. „refractive lens exchange“ (RLE) mit Multifokallinsen ist ein Operationsverfahren, dass routinemäßig zur Behandlung des Grauen Stars angewendet wird. Darüber hinaus erfolgt der Austausch der Augenlinse bei hohen Fehlsichtigkeiten und Alterssichtigkeit.

Multifokallinsen - besseres Sehvermögen in Nähe und Ferne

Was sind Multifokallinsen?

Multifokallinsen sind implantierbare Mehrstärkenlinsen, die sowohl scharfes Sehen in der Nähe als auch in der Ferne ermöglichen.

Multifokallinsen bestehen aus mehreren Bereichen unterschiedlicher Brechkraft bzw. Brennweite. Sie verteilen das Licht in der Regel auf einen Fernpunkt und einen Nahpunkt, wodurch ein scharfes Sehen in allen Entfernungen ermöglicht wird.

Im Gegensatz zur natürlichen Linse kann die Multifokallinse sich jedoch nicht nach Bedarf scharf stellen, sondern produziert auf der Netzhaut simultan ein scharfes Nah- und ein scharfes Fernbild. Das Gehirn muss dabei den jeweils richtigen Fokus auswählen (neuronale Adaption). Diese neue Sehfunktion erfordert eine gewisse Gewöhnungszeit, weshalb die volle Leistungsbreite der neuen Linse oft erst nach einiger Zeit genutzt werden kann.

Vorzüge der Multifokallinse

Herkömmliche Kunstlinsen (Monofokallinsen) besitzen nicht die Fähigkeit zur Akkommodation, also dem Scharfstellen auf einen nahen Gegenstand, so dass die Linsen-OP zwar die negativen Folgen des Grauen Star beseitigen kann, eine Lesebrille aber häufig dennoch notwendig ist. Moderne Multifokallinsen sind hingegen so beschaffen, dass sie ein scharfes Sehen sowohl in der Nähe als auch in der Ferne ermöglichen. Lediglich das Kontrastsehen unter schlechten Lichtverhältnissen ist bei Multifokallinsen im Vergleich zu herkömmlichen Monofokallinsen leicht reduziert. Gelegentlich kommt es auch zu Blendungseffekten und Lichtreflexen.

Dank moderner Technik sind inzwischen aber auch Multifokallinsen mit besonderen optischen Prinzipien auf dem Markt, z.B. asphärische und apodisierte Linsen für optimiertes Kontrastsehen, weiche Übergänge zwischen Nah- und Fernbrennpunkten und verbesserte Nachtsehschärfe. Einige Multifokallinsen verfügen darüber hinaus über spezielle Blaulichtfilter, welche die Netzhaut vor schädlicher Lichtstrahlung zu schützen.

GUT ZU WISSEN

Im Rahmen der Linsenchirurgie kann eine Multifokallinse anstelle der körpereigenen Linse ins Auge implantiert werden. Sie wird v.a. dann eingesetzt, wenn die natürliche Linse durch Grauen Star getrübt ist und ohnehin entfernt werde soll.

Multifokallinsen OP-Ablauf

Der Linsenaustausch ist in der Regel schmerz- und risikofrei. Durch einen kleinen Schnitt wird die vordere Hülle der körpereigenen Linse geöffnet und der Linsenkern aus dem Kapselsack entfernt. Danach wird die individuell angepasste neue Linse in den geleerten Kapselsack eingepflanzt. Diese Form der Linsen-OP zählt zu den erprobtesten und bewährtesten der refraktiven Chirurgie.

Ob eine Multifokallinse implantiert werden kann, hängt von der jeweiligen Augenerkrankung/Sehschwäche, der Augenbeschaffenheit und den individuellen Bedürfnissen des Patienten ab und muss nach eingehender Untersuchung in einem ausführlichen Gespräch mit dem behandelnden Chirurgen geklärt werden.

Kosten Multifokallinsen

Die Kosten für das Einsetzen von Multifokallinsen betragen zwischen 1.800 Euro und 2.500 Euro pro Auge. Das heißt insgesamt müssen Patienten für ihre Linsen-OP mit etwa 5.000 Euro rechnen.

Die Multifokallinsen Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht oder nur bedingt getragen. Zur Behebung einer Augenerkrankung wie dem Grauen Star übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine „Standard-Katarakt-OP“, die üblicherweise mit Monofokallinsen durchgeführt wird. Der Patientin leistet einen Aufpreis für die Verwendung von Multifokallinsen. Diese höherwertige Linsenart ist aufgrund ihrer Eigenschaften teurer. Dient die Linsenkorrektur jedoch einer Sehschwächenkorrektur entfällt die Kostenübernahme durch die gesetzlichen Kassen komplett. Bei privaten Krankenkassen empfiehlt es sich immer direkt nachzufragen, da dort linsenchirurgische Maßnahmen meist im Leistungskatalog vorhanden sind und bezuschusst werden.

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