Bioptics - Augenlaser & Linsenimplantation
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Bioptics

Bioptics ist ein Behandlungskonzept bei dem zwei Verfahren der refraktiven Chirurgie zeitlich voneinander getrennt miteinander verknüpft werden, sofern mit einer einzelnen Methode keine vollständige Korrektur der Fehlsichtigkeit gewährleistet werden kann. Hierbei kommt eine Kombination aus einer Linsenimplantation und Augenlaserbehandlung zum Tragen, die sich vor allem im Hinblick auf komplizierte Sehfehler, starke Hornhautverkrümmungen und hohe Fehlsichtigkeiten als wirkungsvoll erweist.

Bioptics Kombinationsverfahren - Augenlaser & Linsenimplantation

Das Bioptics Kombinationsverfahren

Im ersten Schritt erfolgt die Implantation einer Kunstlinse. Diese Linse behebt zunächst den Großteil der zuvor präzise berechneten Kurz- oder Weitsichtigkeit. Im Abstand von rund 3 Monaten erfolgt die Laserbehandlung (LASIK) der Hornhaut zur Korrektur des Restsehfehlers bzw. zur finalen Optimierung des Sehvermögens. Beide Eingriffe erfolgen ambulant in örtlicher Betäubung durch spezielle Augentropfen (Tropfanästhesie). Durch die zeitlich versetzte Kombinationsbehandlung wird die Belastung für die Augen deutlich reduziert.

Für wen eignet sich Bioptics?

  • Junge Menschen mit hoher Fehlsichtigkeit und zusätzlich starker Hornhautverkrümmung
  • Patienten mit einer sehr hohen Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder starken Hornhautverkrümmung, für die mit einer Behandlungsmethode nicht die gewünschte Korrektur erreicht werden kann
  • Patienten mit geringer Hornhautdicke, bei denen eine reine LASIK-Behandlung nicht in Frage kommt
  • Patienten, die trotz Hornhautverkrümmung auf eine Multifokallinse nicht verzichten möchten

In der Regel werden Multifokallinsen bei starker Hornhautverkrümmung nicht eingesetzt, da nur ein gutes Sehen ohne Brille in der gewünschten Entfernung erreicht werden kann. Mit dem Bioptics Kombinationsverfahren kann eine multifokale Intraokularlinse implantiert und die Hornhautverkrümmung mit einer Augenlaserbehandlung im Nachgang korrigiert werden.

Anwendungsbereiche Bioptics

  • bei sehr hoher Fehlsichtigkeit (mit/ohne Alterssichtigkeit)
  • Kurzsichtigkeit bis -25 Dioptrien
  • Weitsichtigkeit bis +8 Dioptrien
  • Hornhautverkrümmung bis +12 Dioptrien
  • individueller Grenzbereich: zwischen -25 bis -30 Dioptrien und +8 bis +12,5 Dioptrien

Sehr vereinzelt sitzt die implantierte Kunstlinse trotz präziser Messungen nicht zu hundert Prozent im gewünschten Brechwertbereich (Refraktionsbereich). Eine geringste Abweichung kann bereits einer Dioptrie entsprechen. Diese Restfehler lassen sich ebenfalls mit einer nachgelagerten Laserbehandlung beheben. Das Bioptics Kombinationsverfahren stellt einen wichtigen Schritt in Richtung Patientenzufriedenheit dar, da die zeitversetzte Verbindung beider Methoden das Spektrum zur Korrektur von starken Fehlsichtigkeiten deutlich erweitert.

Bioptics auf einen Blick

Kosten: 2.400 Euro bis 3.500 Euro pro Auge

Betäubung: ambulant, Tropfenanästhesie, Beruhigungsmittel auf Wunsch

Dauer Linsenimplantation: ca. 10 Minuten pro Auge

Dauer Laserkorrektur: ca. 5 bis 10 Minuten pro Auge

Indikation: Korrektur von Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung (mit/ohne Alterssichtigkeit)

Besonderheit: Kombinationsverfahren auch für geringe Hornhautdicke geeignet

So funktioniert Bioptics

Zunächst wird eine eingehende Voruntersuchung der Augen vorgenommen. Diese dient der präzisen Analyse der Sehstärke, des Augendrucks und des Augenhintergrunds. Die genaue Prüfung und Messung der einzelnen Abschnitte der Augen ist notwendig für die Linsenimplantation im Zielrefraktionsbereich sowie die anschließende Laserkorrektur.

Schritt 1: Vorbereitung für die Laserkorrektur

Unter Tropfenanästhesie wird aus der obersten Hornhautschicht zunächst jeweils ein Hornhautdeckel (Flap) für die spätere LASIK-Laserbehandlung vorbereitet. Die Präparation des Flaps wird entweder mit dem Mikrokeratom (mechanisches Mikroskalpell) oder mit dem Femtosekundenlaser vorgenommen. Da die Laserbehandlung erst im letzten Behandlungsschritt erfolgt, verbleibt die Hornhautlamelle vorerst geschlossen.

Schritt 2: Einsetzen der Intraokularlinse

Die Linsenimplantation findet rund ein bis zwei Wochen nach der Flap-Vorbereitung statt. Unter örtlicher Betäubung wird eine künstliche Linse eingesetzt. Die Art der Implantation ist abhängig von der Linse die eingesetzt wird. Je nach Befund kann es sich um eine phake Linse, die zusätzlich zur körpereigenen Linse eingepflanzt wird (Linsenimplantation), oder um eine Intraokularlinse wie z.B. die Monofokallinse, Multifokallinse oder torische Linse handeln, die die natürliche Linse vollständig ersetzt (Linsenaustausch). Je nach Fehlsichtigkeit und der erforderlichen Position der Linse werden Vorderkammerlinsen oder Hinterkammerlinsen (ICL-Linse) eingesetzt. Alle implantierten Linsen sind mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen, sind flexibel, bioverträglich und verfügen über sehr gute optische Eigenschaften. Bis zur Korrektur der noch bestehenden Restfehlsichtigkeit sollten für den Übergang weiche Kontaktlinsen getragen werden.

ZEISS Carl Zeiss Meditec - Beispiel einer Monofokallinse

ZEISS Carl Zeiss Meditec - Beispiel einer Monofokallinse

Rayner - Beispiel einer Multifokallinse

Rayner - Beispiel einer Multifokallinse

Schritt 3: LASIK-Augenlaserbehandlung

Nach rund drei Monaten ist der Restfehler stabil und kann mithilfe der LASIK feinkorrigiert werden. Zunächst wird die bereits vorpräparierte Hornhautlamelle unter Tropfen-Anästhesie geöffnet bzw. regelrecht zur Seite geklappt. Anschließend werden die tiefer liegenden Hornhautschichten mit dem Excimer-Laser abgetragen bis die gewünschte Korrektur erreicht ist.

Bei einer Rest-Kurzsichtigkeit wird die Hornhaut abgeflacht, bei einer Rest-Weitsichtigkeit dagegen angesteilt. Ist die Hornhaut verkrümmt so wird in der Achse der stärksten Wölbung eine bogenförmige Bucht (rund 80% der Hornhautdicke) am Hornhautrand „eingeschnitten“. Dadurch entspannt sich das Hornhautgewebe, die Wölbung flacht ab und die Hornhautverkrümmung nimmt ab. Nach dem Lasereinsatz wird der Hornhautdeckel wieder zurückgeklappt und positioniert. Der Flap saugt sich selbst fest und wird von der umliegenden Hornhaut versiegelt.

Kosten Bioptics

Eine Bioptics Kombinations-Behandlung kostet in Deutschland zwischen 2.400 Euro und 3.500 Euro pro Auge. Die Gesetzlichen Krankenkassen kommen erfahrungsgemäß nicht für die Kosten einer Bioptics-Behandlung auf, da sie als komfortmedizinische Leistung geführt wird. In der Regel erstatten private Krankenversicherungen die Kosten für eine Bioptics-Behandlung, jedoch muss je nach Versicherer und individuellem Leistungsangebot geklärt werden in welchem Umfang. Erfahrungsgemäß können die Behandlungskosten für eine Augenlaser- oder Linsen-OP nach § 33 EStG als außergewöhnliche Belastung von der Steuer abgesetzt werden, so auch für eine Kombinationsbehandlung wie Bioptics.

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