VDÄPC Trendcheck Schönheits-OPs im Ausland
Vermeintliche Schnäppchen für plastisch-ästhetische Eingriffe im Ausland können Patienten teuer zu stehen kommen und gravierende gesundheitliche Probleme verursachen. Darauf weist die Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC) nach einer Befragung ihrer Mitglieder hin. Danach berichten rund 37 Prozent der Chirurginnen und Chirurgen, im Vergleich zum Vorjahr mehr Patienten nach Eingriffen im Ausland wegen Komplikationen oder Korrekturen betreut zu haben. 32,4 Prozent berichten von einem gleichbleibend hohen Bedarf an Korrekturbehandlungen.
Hoher Korrekturbedarf nach Schönheits-OPs im Ausland
Risiken und Folgen
In 63,2 Prozent der Fälle handelt es sich laut der Befragung um Probleme bei der Wundheilung und/oder Infektionen nach dem Eingriff im Ausland, in 41,2 Prozent der betreuten Fälle um ein ungenügendes Ergebnis des Eingriffs. Dazu gehören auch störende prominente Narben nach der OP.
„Es ist eine Illusion zu glauben, im Ausland zu Billigpreisen eine Leistung zu erhalten wie hierzulande bei einer Fachärztin oder einem Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie “, erläutert der Präsident der VDÄPC, Dr. Alexander Schönborn. „Es gibt in der plastischen Chirurgie keine Schnäppchen, auch nicht im Ausland“, so der Experte.
Briefkasten-Firmen in Deutschland
Die VDÄPC warnt, dass „Briefkasten-Praxen“ in Deutschland Interessierte mit niedrigen Preis-Offerten für bestimmte Eingriffe über eine Adresse und Telefonnummer in Deutschland ködern – für die Behandlung aber dann an einen Anbie-ter im Ausland weiterleiten.
„Diese aggressive und irreführende Marketingstrategie wird oft durch Werbemaßnahmen ergänzt, die das deutsche Recht verbietet, zum Beispiel Werbung mit Vorher-Nachher-Bildern“, kritisiert Schönborn.
Unklare Chirurgen-Qualifikation & Hygienemängel bei Auslands-OPs
Die VDÄPC weist daraufhin, dass es bei Billigangeboten für Eingriffe im Ausland für Patienten praktisch unmöglich ist, die Qualifikation der Chirurgin oder des Chirurgen einzuschätzen. Auch die hygienischen Standards bleiben im Dunkeln. „Fünf-Sterne-Bewertungen früherer Nutzer auf den Webseiten der Anbieter selbst oder vermeintlich unabhängige Bewertungsportale sind ein denkbar schlechter Berater, weil sie sehr einfach zu fälschen sind. Darauf sollte sich niemand verlassen“, warnt Schönborn.
Keine Nachsorge nach Schönheits-OP
Eine adäquate Nachsorge nach dem Eingriff ist in den Billigangebote üblicherweise nicht vorgesehen. „Eine solche Nachsorge gerade bei Komplikationen ist auch kaum kalkulierbar – das mögliche Komplikationsspektrum ist ja enorm breit. Es reicht von unkomplizierten Wundheilungsstörungen bis hin zu Nach-OPs“, so Schönborn.
Sprachbarrieren bei Auslandsbehandlungen
Oft unterschätzt und doch sehr problematisch sind Sprachbarrieren: „Ich benötige bei meinen Patienten oft mehrere Termine mit sehr detaillierten und persönlichen Gesprächen, um wirklich zu verstehen, welche Wünsche und Ziele und vielleicht Ängste sie haben“, so Schönborn. Dies sei mit Sprachbarriere kaum umsetzbar, trotz Übersetzungs-Apps. „Die Patienten erhalten daher – wenn überhaupt – ein paar allgemeine Standardinformationen. Kein Wunder, dass viele von ihnen später in unsere Praxen kommen, weil sie mit dem Ergebnis unzufrieden sind“, so der VDÄPC-Präsident.
Haftungsprobleme im Ausland
Bei Behandlungs- und Kunstfehlern ist die Gerichtsbarkeit im jeweiligen Land zuständig. Aber: Die Rechtslage unterscheidet sich von Land zu Land und ist für den Patienten oft nur schwer nachvollziehbar.
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