Hyperhidrose-Behandlung: Kosten, Methoden und Ärzte
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Hyperhidrose-Behandlung

Geprüfte medizinische Inhalte
Beratender Experte:

Dr. med. Klaus Niermann, Mainz

Dr. med. Klaus Niermann

Vermehrtes Schwitzen und krankhafter Achselschweiß sorgen bei Betroffenen für einen maßgeblichen Leidensdruck. Es gibt mehrere Möglichkeiten, die sogenannte Hyperhidrose zu behandeln: myBody® stellt diese vor und zeigt auf, was sie kosten.

Hyperhidrose-Behandlung auf einen Blick
Behandlung Hyperhidrose-Behandlung

Kosten:

290 – 1.000 Euro (minimal-invasiv)

1.500 – 3.500 Euro (operativ)

(Quelle: myBody® Klinikfinder)

Dauer der OP:

  • minimal-invasiv 15 – 30 Minuten
  • operativ 60 – 90 Minuten

Klinikaufenthalt:

ambulant

Intensivität:

  • Betäubungscreme oder lokale Anästhesie
  • örtliche Betäubung

Fit nach:

  • arbeitsfähig sofort
  • Sport nach 3 – 6 Wochen
  • Kompressionshemd 1 – 2 Wochen (operativ)

Ergebnis sichtbar nach:

    • sofort

    Ärzte und Kliniken:

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    Was ist eine Hyperhidrose?

    Die sogenannte Hyperhidrose ist der medizinische Fachbegriff für übermäßiges und krankhaftes Schwitzen. Rund ein bis zwei Prozent der Bevölkerung leiden unter dem vermehrten Schwitzen unter den Achseln, an den Füßen oder den Händen. 

    Durch das Schwitzen wird der Wärmehaushalt des Menschen reguliert. Für diesen Vorgang sind rund zwei Millionen im Körper vorhandene Schweißdrüsen zuständig. Äußere oder innere Einflüsse können dafür sorgen, dass sich der Körper überhitzt. In dem Fall erhalten die Drüsen Impulse vom Nervensystem und beginnen daraufhin mit der Absonderung des Schweißes. Normalerweise verlieren wir täglich etwa 0,5 bis 1 Liter Flüssigkeit. Bei körperlicher Betätigung oder Hochleistungssport steigt dieser Wert natürlich an. Ein Spitzensportler kann auch mal 3 Liter in der Stunde ausschwitzen. Wie viel schwitzen "normal" ist, lässt sich daher nicht festlegen. Wann das Schwitzen jedoch zu viel ist, dafür gibt es bereits Richtwerte: Von einer axillären Hyperhidrose (die Achsel betreffend) spricht man bei einer freigesetzten Schweißmenge ab etwa 50 ml in der Minute. An den Hand- und Fußflächen sind es etwa ab 20 ml in der Minute. Auch kann anhand des Durchmessers der Schweißflecke entschieden werden, ob es sich um krankhaftes Schwitzen handelt. Dabei orientiert sich der jeweilige Arzt an drei[1] Schweregraden:

    • Stufe 1: 5 – 10 cm
    • Stufe 2: 10 – 20 cm
    • Stufe 3: mehr als 20 cm

    Natürliche Wege mithilfe von Deos oder kosmetischen Produkten helfen dann meist nicht mehr weiter. Für die etwa 3 % der Bevölkerung, die unter Hyperhidrose leiden, kann daher eine Anti-Schweiß-Behandlung Abhilfe schaffen.

    Können Männer und Frauen unter einer Hyperhidrose leiden?

    Ja, eine Hyperhidrose kann geschlechtsunabhängig vorkommen. Allerdings wird das übermäßige Schwitzen bei Frauen häufiger diagnostiziert. Die Gründe können neben den Erbanlagen beispielsweise auch hormonelle Störungen, eine Schilddrüsenerkrankung oder Diabetes sein.[2] Das übermäßige Schwitzen kommt bei Betroffenen insbesondere in Stresssituationen zum Vorschein.

    Warum rieche ich so schnell nach Schweiß?

    Bei einer Hyperhidrose – also etremem Schwitzen – kommt es nicht nur zu großen Schweißflecken und übermäßigem Flüssigkeitsausbruch: ein weiterer Nebeneffekt ist der unangenehme Schweißgeruch. Meist kommt es vor allem in Stresssituationen zu einem übermäßigen Schweißausbruch. Werden die Schweißdrüsen entfernt, verödet oder mittels Botox behandelt, wird folglich auch der Schweißgeruch eingedämmt. 

    Was kann ich gegen stark schwitzende Achseln tun?

    Gegen vermehrtes Schwitzen probieren Betroffene häufig unterschiedlichste Mittel aus – ob Deos, Pflanzenheilmittel oder Medikamente. Auch gibt es die Möglichkeit, die starke Schweißproduktion mittels Iontophorese zu bekämpfen. Dabei handelt es sich um ein Gemisch aus Wasser und elektrischem Strom. Helfen diese Behandlungen nicht, weil womöglich eine Hyperhidrose vorliegt, kann eine Anti-Schweißbehandlung mit Botox Abhilfe schaffen. Das Ergebnis bleibt hierbei allerdings nicht dauerhaft. Botox kann das übermäßige Schwitzen für einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten stoppen.[3]

    Weitere Möglichkeit, um Schweiß entgegen zu wirken, ist zum einen die Behandlung mit MiraDry. Hierbei werden die Schweißdrüsen durch Mikrowellen weitestgehend schmerzfrei verödet. Zum anderen kann auch Radiofrequenz als Anti-Schweiß-Behandlung eingesetzt werden. Die Radiofrequenzwellen dringen dabei in tiefere Hautschichten ein zerstören dort gezielt die Schweißdrüsen. Um endgültig von der Hyperhidrose befreit zu werden, können die Schweißdrüsen durch eine sogenannte Saugkürettage operativ abgesaugt und entfernt werden.

    Eine Schweißdrüsenentfernung per Operation sowie die Behandlung mit miraDry kann allerdings nur im Achselbereich vorgenommen werden. Gegen schwitzende Hände, Füße oder übermäßigen Schweiß im Gesicht, hilft das Blockieren der Schweißdrüsen durch Botox.

    myBody Zertifikat

    Sicherheit und Verlässlichkeit bei der Arztwahl

    Zertifizierte Ärzte und Kliniken für eine Anti-Schweiß-Behandlung

    Alle von myBody zertifizierten Ärzte und Kliniken sind ausgewiesene Spezialisten für ästhetisch-plastische Chirurgie und verfügen nachweislich über die notwendige Expertise. Patient*innen können bei ihnen auf Kompetenz und Erfahrung vertrauen.

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    Kosten der Hyperhidrose-Behandlung

    Aktuell liegen die Kosten für eine Hyperhidrose-Behandlung mit Botulinumtoxin zwischen 290 und 1.000 Euro.[4] Die Preise variieren je nach Menge der zu behandelnden Schweißdrüsen. Aus diesem Grund können die tatsächlich anfallenden Kosten erst nach einer umfassenden Untersuchung berechnet werden.

    Sollen die Schweißdrüsen dauerhaft entfernt werden, bietet sich eine Schweißdrüsenentfernung mittels Saugkürettage an. Diese kostet um die 3.500 Euro. Außerdem gibt es die Möglichkeit, sich die Schweißdrüsen durch Mikrowellen veröden zu lassen. Die nicht-invasive und ambulante Anti-Schweiß-Methode mit miraDry umfasst Kosten in Höhe von ca. 1900 Euro.

    Auch mittels Radiofrequenz kann eine Anti-Schweißbehandlung durchgeführt werden. Die Kosten hierfür belaufen sich auf ca. auf 2.000 Euro pro Behandlung.

    Die nachfolgenden Preisbeispiele stammen aus dem myBody® Klinikfinder:

    Aktuelle Preisbeispiele für die Hyperhidrose-Behandlung

    Um sich ein genaues Bild davon machen zu können, welche Verfahren bei einer großen Kostenspanne von 290 bis 3.500 Euro pro Behandlung wie viel kosten, stellt myBody® konkrete Preisbeispiele zur Verfügung. 

    Kosten für eine Hyperhidrose-Behandlung an den Achseln 

    Preisbeispiel: Hyperhidrose-Behandlung gegen Achselschweiß

    Behandelte Zonen:

    2 (beide Achseln)

    Anzahl der Sitzungen:

    1

    Zeitaufwand:

    ca. 15 Min.

    Gesamtkosten*:

    990 Euro

    Kosten für eine Botox-Behandlung gegen Schweiß an den Füßen

    Preisbeispiel: Schweißbehandlung an den Füßen (beidseitig)

    Behandelte Zonen:

    2 (beide Füße)

    Anzahl der Sitzungen:

    1

    Zeitaufwand:

    ca. 15 Min.

    Gesamtkosten*:

    800 Euro

    Kosten für eine Schweißdrüsenentfernung (Saugkürettage)

    Preisbeispiel: Absaugen der Schweißdrüsen (Saugkürettage)

    Behandelte Zonen:

    2 (beide Achseln)

    Anzahl der Sitzungen:

    1

    Zeitaufwand:

    60 Min.

    Gesamtkosten*:

    2.900 Euro

    Weitere Preisbeispiele für die Schweißdrüsenentfernung

    Preis für die Hyperhidrose-Behandlung mit miraDry

    Preisbeispiel: Schweißdrüsenverödung mit miraDry

    Behandelte Zonen:

    2 (beide Achseln)

    Anzahl der Sitzungen:

    1

    Zeitaufwand:

    60 Min.

    Gesamtkosten*:

    1.900 Euro

    Kosten, Infos und Ärzte für miraDry

    *Die hier genannten Preise sind Gesamtpreise inklusive aller Kostenbestandteile wie beispielsweise Arzthonorar, Vorsorge, Behandlung, Nachsorge und Mehrwertsteuer. Sie wurden im Rahmen des ärztlichen Beratungsgesprächs unter Berücksichtigung der individuellen körperlichen Voraussetzungen des Patienten festgelegt und dienen lediglich als Richtwert.

    Zahlt die Krankenkasse meine Hyperhidrose-Behandlung?

    Die Kosten werden von der Krankenkasse höchstens bei schwerer Hyperhidrose übernommen, wenn davor alle Alternativen, wie z. B. die lokale Applikation von Aluminiumchlorid, versagt haben. Jeder Fall ist jedoch individuell. Sprechen Sie daher am besten vor der Behandlung mit Ihrer Kasse über die Möglichkeiten einer Kostenübernahme.

    Wird eine Hyperhidrose-Behandlung aus rein ästhetischen Gründen durchgeführt, muss diese selbst finanziert werden. Dies gilt ebenso für alle weiteren anfallenden Kosten.

    Kommt es zu höheren Kosten, da die Behandlung nicht das gewünschte Ergebnis liefern konnte, gibt es die Möglichkeit, durch eine Folgekostenversicherung finanziell abgesichert zu sein. So müssen eventuelle Nachbehandlungen nicht selbst finanziert werden. Mehr Infos zur Folgekostenversicherung: Kosten, Anbieter und Konditionen

    Kann ich die Anti-Schweißbehandlung auch in Raten zahlen?

    Ja, es gibt viele Kliniken, die alternative Zahlungsmodelle anbieten. Im myBody® Klinikfinder können diese unter den Preisdetails sowie über den Kontaktbutton direkt angefragt werden. Auch ist es möglich, eine Schweißbehandlung per Finanzierung zu zahlen. Bei einer laserassistierten Schweißdrüsenentfernung kann es unter Umständen zu Kosten in Höhe von 2.900 Euro kommen. In einem solchen Fall läge der effektive Zinssatz bei einer Finanzierung über 48 Monate bei 1,99%. Der monatlich zu zahlende Preis würde in diesem Beispiel 62,88 Euro betragen.[5]

    Kostenbestandteile einer Anti-Schweiß-Behandlung

    Vor dem Eingriff

    Beratungsgespräch inkl. Voruntersuchung

    Der Eingriff

    Behandlungsraum, Facharzt, Anti-Schweiß-Behandlung mit Botulinumtoxin

    Nach dem Eingriff

    Medizinische Nachsorge

    Methoden gegen Hyperhidrose

    Um übermäßiges Schwitzen zu unterbinden, kommt die minimal-invasive Anti-Schweiß-Behandlung mit Botulinumtoxin A (Botox) zum Einsatz. Bei der Behandlung wird das Botox in die entsprechenden Stellen, wie z. B. Achseln, Hände, Füße, Stirn, injiziert.

    Botox ist ein natürlich vorkommendes Bakterieneiweiß, welches einzelne Nervenimpulse blockieren kann. Eine Injektion mit Botulinumtoxin A kann daher die Aussendung eben solcher Impulse an die Schweißdrüsen und die damit verbundene Schweißproduktion unterbinden. Fühl- und Tastsinn werden dabei nicht berührt.[6]

    Das Behandlungsergebnis ist in der Regel sofort sichtbar. Nach etwa 6 bis 9 Monaten hat sich das Botox meist wieder abgebaut. Für ein dauerhaftes Ergebnis empfiehlt sich daher zweimal jährlich eine Behandlung.[7]

    Eine weitere Möglichkeit, die übermäßige Schweißproduktion (axilläre Hyperhidrose) loszuwerden, ist die Behandlung mit miraDry. Hierbei handelt es sich um  eine klinisch erprobte Thermotherapie zur Behandlung von Achselschweiß – ganz ohne OP, Hautverletzungen und Einschränkungen. miraDry: Kosten, Behandlung und Ärzte

    Botox-Facts

    In der Neurologie, z. B. bei der Therapie von Muskelverspannungen, wird Botulinumtoxin A seit Jahren mit großem Erfolg verwendet. Botox ist als Medikament zugelassen und anerkannt. Seit über zehn Jahren wird der Wirkstoff auch für die Hyperhidrose-Behandlung benutzt. Zahlreiche kontrollierte klinische Studien haben die Wirkung von Botox erfolgreich nachgewiesen.

    Raphael Weiland

    Raphael Weiland

    Schönheitsexperte und Spezialist für nicht invasive Schönheitsbehandlungen

    Mit nur einer Behandlung wird das Schwitzen um durchschnittlich 82 % reduziert. Ebenfalls verringert sich die Achselbehaarung um ca. 70 % – und das dauerhaft.

    Quelle: myBody-Expertengespräch  Raphael Weiland zu "Schweißreduktion ohne OP"

    Als Alternative zur Anti-Schweiß-Behandlung kommt außerdem die Entfernung der Schweißdrüsen infrage, die das übermäßige Schwitzen in aller Regel endgültig beseitigt. Bei dieser Methode werden die Schweißdrüsen abgesaugt. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, eine laserbasierte Schweißdrüsenentfernung durchführen zu lassen, bei der die Schweißdrüsen durch Hitze zerstört und anschließend abgesaugt werden. Schweißdrüsenentfernung: Kosten, Behandlung und Ärzte »

    Auch gibt es die Möglichkeit, vermehrtem Schweiß mit einer Radiofrequenz-Therapie entgegen zu wirken. Durch das Eindringen in tiefere Hautschichten werden die Schweißdrüsen gezielt erhitzt und somit zerstört. Dadurch, dass sich die winzigen Nadeln nur rund 1mm thermisch erwärmen, wird das umliegende Gewebe nicht beschädigt.[8] Im Gegensatz zur Schweißbehandlung mit Botox, beseitigt die Radiofrequenz-Therapie die Schweißdrüsen nachhaltig. 

    Helfen Medikamente gegen vermehrtes Schwitzen?

    Das sogenannte Anticholinergika wird gegen übermäßiges Schwitzen eingesetzt. Die Wirkstoffe hemmen das Acetylcholin – den Überträgerstoff im Nervensystem, welcher die Schweißdrüsen zur Produktion und Schweißabsonderung anregt.

    Hemmt dies die Schweißproduktion dennoch nicht ausreichend, kann eine Behandlung mit Botox weiterhelfen.

    Axhidrox: Das neue Medikament gegen Hyperhidrose

    Seit August 2022 wurde von der Dr. Wolff Group ein neues Medikament zur Behandlung der Hyperhidrose auf den Markt gebracht: Das sogenannte Axhidrox soll Betroffenen bei übermäßigem Schweiß langfristig Abhilfe verschaffen. Dabei handelt es sich um eine anticholinerge Creme mit einem Prozent Glycopyrroniumbromid (GPB), welche lokal auf die Achselhöhlen aufgetragen werden kann und direkt dort wirkt. Das GPB wirkt dabei blockierend auf die Acetylcholin, welche wiederum verantwortlich für die übermäßige Schweißproduktion sind. Laut Studien konnte bisher bei einer Anwendungsdauer von vier Wochen eine signifikante Verringerung der Schweißproduktion nachgewiesen werden, während es bei moderaten bis milden Nebenwirkungen blieb.[9]

    Ist es schädlich für den Körper, sich die Schweißdrüsen entfernen zu lassen?

    Natürlich ist es wichtig, dass unser Körper schwitzen kann. Schließlich ist die Schweißproduktion unser eigenes Kühlsystem, welches uns z. B. vor Überhitzung schützt. Da wir allerdings mit ca. 2 Millionen Schweißdrüsen ausgestattet sind, ist eine anteilige Entfernung von Schweißdrüsen in der Regel ungefährlich. Außerdem wird die Schweißdrüsenentfernung bisher nur an den Achseln durchgeführt. Über die Achsel werden nur rund zwei bis drei Prozent des gesamten Schweißes produziert, weshalb der Körper noch genügend Kapazität hat, um die eigene Temperatur zu halten. 

    Hyperhidrose-Behandlung mit Botox

    Vorbereitung

    Im Vorfeld einer Anti-Schweiß-Behandlung mit Botox testet der Arzt die entsprechenden Körperstellen mit einem Indikator. Mit einer Spezialflüssigkeit werden dann Achseln, die Fußsohlen, die Innenflächen der Hände oder die Stirn besprüht,welche sich dann dementsprechend verfärben.

    An diesen Markierungspunkt erfolgen dann die Einstiche für die Botox-Injektion. Dem Auftreten eventueller Schmerzen wird mit dem vorherigen Auftragen einer Betäubungscreme oder lokaler Anästhesie entgegengewirkt.

    Behandlung

    Haben sich die hyperaktiven Schweißdrüsen verfärbt, injiziert der Facharzt im Abstand von einem Zentimeter kleine Mengen Botox in die Haut. Erfolgt die Anti-Schweiß-Behandlung nur im Bereich der Achselhöhlen, ist das Auftreten von Schmerzen üblicherweise eine Ausnahme.

    Sollte möglicherweise ein brennendes Gefühl auftreten, so kann dieses mit einer sehr kalten Kompresse gelindert werden. An den Handflächen und Fußsohlen können die Injektionen etwas schmerzhafter sein, daher wird hier oftmals eine lokale Anästhesie vorgenommen.

    In der Regel wirkt die Anti-Schweiß-Behandlung sofort.

    Nachsorge

    Botox benötigt einige Zeit, um sich an den entsprechenden Körperstellen zu binden. Daher empfiehlt es sich, Kopf und Körper im Anschluss an die Behandlung für etwa drei Stunden nicht ab- oder hinzulegen. Körperliche Anstrengungen sollten ebenso unterlassen werden.

    Sehr selten wird von einer Restaktivität einzelner Drüsen nach der Behandlung berichtet. Sollte dies eintreten, ist womöglich eine Nachbehandlung nötig. Diese wird meist zehn Tage nach der ersten Therapie erfolgen.

    Botulinumtoxin A gegen Schweiß wirkt im Normalfall bis zu sechs Monate, weshalb zwei Behandlungen im Jahr empfohlen werden.[10] Produzieren die Drüsen nach dieser Zeit wieder viel Schweiß, so kann die Anti-Schweiß-Behandlung erneut und ohne Bedenken wiederholt werden.

    Mögliche Risiken

    Die Hyperhidrose-Behandlung ist kein chirurgischer Eingriff und gehört zu den komplikationsarmen Therapien. Herkömmliche Risiken sind entsprechend gering, dennoch können Komplikationen bei keiner medizinischen Behandlung ausgeschlossen werden.

    Gut zu wissen

    Die Medien berichten immer häufiger von sogenannten „Botox-Parties“. Auf diesen injizieren sich Laien gegenseitig Botulinum-toxin A. Eine unsachgemäße Anwendung und Dosierung des Wirkstoffes kann unangenehme Folgen haben. Daher rät die Redaktion myBody® von der Teilnahme an diesen Veranstaltungen ab.

    An den Injektionsstellen kann es zur Bildung kleinerer blauer Flecken kommen, welche sich in der Regel rasch wieder zurückbilden.

    Wird das Botulinumtoxin A falsch injiziert, kann es von der Haut in die Muskeln gelangen. Dadurch kommt es zu einer Muskelentspannung und Beeinträchtigung der Muskelfunktion. Gleiches gilt bei einer Überdosierung. Dieser Zustand ist normalerweise nur von kurzer Dauer und nicht besorgniserregend. Um solchen Komplikationen vorzubeugen, sollte eine Anti-Schweiß-Behandlung ausschließlich von einem Facharzt durchgeführt werden.

    Bei der Schweißdrüsenentfernung sind in der Regel ebenfalls keine großen Risiken zu erwarten. Es ist dennoch in Einzelfällen möglich, dass sich an der behandelten Stelle Rötungen oder Schwellungen bilden, die normalerweise binnen weniger Tage von allein verschwinden. In sehr seltenen Fällen kann es unter Umständen zu allergischen Reaktionen auf die Tumeszenz-Lösung kommen. Deshalb ist es umso wichtiger, den Eingriff von einem erfahrenen Facharzt durchführen zu lassen, der im Vorgespräch über alle eventuell möglichen Nebenwirkungen und Risiken aufklärt.

    Schwitzt man nach einer Behandlung dann an anderen Stellen mehr?

    Eine von Patienten häufig gestellte Frage ist, ob die Anti-Schweiß-Behandlung dazu führt, dass ein sogenanntes "Kompensationsschwitzen" auftreten kann. Bei einer Behandlung an den Achseln hieße das beispielsweise anschließend vermehrtes Schwitzen an Füßen und Händen. Dies ist für gewöhnlich aber nicht so. Das Kompensationsschwitzen kann mit den aktuellen Methoden der voranschreitenden Forschung normalerweise ausgeschlossen werden.

    Erfahrungen mit der Anti-Schweiß-Behandlung

    Zur Anti-Schweiß-Behandlung mittels Botox wurden bereits mehrere Studien erhoben, welche eine nachweisliche Verbesserung der Lebensqualität bei Patienten mit Hyperhidrose verzeichnen konnten. Bei einer Doppelblindstudie aus dem Jahre 2007 wurde die Hälfte der Patienten mit Hyperhidrose mit einer Botox-Injektion und die andere Hälfte mit einem Placebo behandelt. Im Gegensatz zu den Placebo-Personen, konnten diejenigen, die mit Botulinumtoxin A behandelt wurden, eine deutliche Verbesserung der axillären Schweißproduktion sowie der gesundheitsbezogenen Lebensqualität verzeichnen. 

    In einer anderen Studie konnte mittels Schweißbehandlung mit Botox eine effektive und langfristige Wirkung erzielt werden. Komplikationen traten bei der Versuchsgruppe nicht auf. Anschließend gaben die Patienten zudem an, eine erhebliche Verbesserung im Alltag, Berufsleben und hinsichtlich sozialer Aktivitäten zu verzeichnen. Alle Teilnehmenden berichteteten davon, ihre durch die Krankheit psychischen Beeinträchtigungen endlich losgeworden zu sein. Dasselbe Ergebnis wurde bereits in vorangegangen Studien ermittelt.[11] 

    Der passende Arzt für krankhaftes Schwitzen

    Für die Wahl des richtigen Arztes ist unter anderem die Spezialisierung im Bereich der Hyperhidrose-Behandlung sowie der Facharzttitel wichtig. Viele Dermatologen, Plastische Chirurgen und andere Fachärzte bieten in Deutschland eine solche Behandlung an. Ärzte und Einrichtungen, die zusätzlich das myBody® Qualitätssiegel tragen, erfüllen bestimmte Qualitätskriterien und verpflichten sich zur Einhaltung strenger Qualitätsstandards. Diese zertifizierten Ärzte und Einrichtungen sind im myBody® Klinikfinder gelistet.

    Hyperhidrose-Behandlung: Kosten, Methoden und Ärzte
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    Der myBody® Klinikfinder - Zertifizierte Ärzte und Kliniken

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    München

    Dr. med. Irina Izmaylova
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    Düsseldorf

    Dr. med. Till Scholz
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    Quellennachweis

    1. DGPRAEC: www.dgpraec.de/pressemitteilungen/wenn-das-schwitzen-zum-problem-wird-absaugen-der-schweissdruesen-verspricht-linderung (PDF) (abgerufen am 02.09.2022)
    2. SpringerLink: Pathophysiologie, Klinik und Diagnose der Hyperhidrose, link.springer.com/article/10.1007/s00105-012-2329-8 (abgerufen am 30.08.2022)
    3. Ärzteblatt: Hyperhidrose – Ursachen und Therapie von übermäßigem Schwitzen: www.aerzteblatt.de/archiv/63004/Hyperhidrose-Ursachen-und-Therapie-von-uebermaessigem-Schwitzen (abgerufen am 07.08.2020)
    4. myBody® Klinikfinder: www.mybody.de/anti-schweiss-behandlung-suchergebnis.html (abgerufen am 02.09.2022)
    5. Verivox Kreditvergleich: www.verivox.de/ratenkredit/vergleich (abgerufen am 05.09.2022)
    6. Behandlung der Hyperhidrose mit Botulinumtoxin-A: aesthetik-coesfeld.de/wp-content/uploads/Botox-Antischwitzen.pdf (abgerufen am 05.09.2022)
    7. MediCorium: "Anti-Schweiß-Behandlung." Elekronisches Dokument: www.aerzteblatt.de/archiv/63004/Hyperhidrose-Ursachen-und-Therapie-von-uebermaessigem-Schwitzen (abgerufen am 02.09.2022)
    8. Die Ästheten: www.aestheten.de/wp-content/uploads/2019/07/hyperhidrose_behandeln_dr_roesken_medical_beauty_forum_3_2019.pdf (abgerufen am 05.09.2022)
    9. Dr. Wolff Group: www.drwolffgroup.com/neue-therapieoption-gegen-schwere-primaere-axillaere-hyperhidrose-axhidrox-erstes-topisches-anticholinergikum-ist-nach-erteilter-zulassung-nun-in-oesterreich-im-markt-verfueg (abgerufen am 13.09.2022)
    10. DGPRAEC: www.dgpraec.de/patienten/op-infos/hyperhidrosis (abgerufen am 30.08.2022)
    11. A. Wittmann, Internet-User mit primärer Hyperhidrose: gesundheitsbezogene Lebensqualität: core.ac.uk/download/pdf/11587638.pdf (abgerufen am 06.09.2022)

    a. Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC), Pressestelle. Ansprechpartnerin: Alexandra Schweickardt

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