Risiko absterbender Brustwarzen - mabelle
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Es ist noch gar nicht allzu lange her, da berichteten die Medien über das Schicksal von Patricia Blanco, deren Brustwarzen in Folge einer Brust-OP abgestorben sind. Erst nach mehreren Monaten und einem Korrektureingriff, zeigt sich die junge Frau wieder in der Öffentlichkeit. Ist die Befürchtung von Frauen, dass die Brustwarzen, der sensibelste Teil ihrer Brust, nach einer OP nachhaltig leiden könnten begründet?
Priv.-Doz. Dr. med. Daniel Müller klärt auf, denn es ist entscheidend, welche OP durchgeführt wurde.

Gipfelkonferenz

Gefahren bei Brustvergrößerungen

Die Brustvergrößerung ist die am häufigsten durchgeführte Schönheits-OP. Wie wahrscheinlich ist dabei eine Beeinträchtigung der Brustwarzen?
„Bei der Brustvergrößerung ist das Auftreten von Durchblutungsstörungen der Brustwarze als absolute Rarität zu bezeichnen. Selbst wenn der Schnitt im Warzenvorhof liegt, sind Durchblutungsstörungen oder gar ein Absterben der Brustwarze so gut wie nie zu sehen. Dennoch darf man nicht verleugnen, dass demgegenüber eine Sensibilitätsstörung der Brustwarze bei diesem Eingriff zumindest für die ersten postoperativen Monate keine Seltenheit darstellt“ fasst Dr. Müller zusammen. Anders verhält es sich bei Bruststraffungen oder Brustverkleinerungen.

Standardverfahren bei Verkleinerung und Straffung

„Hierbei wird die Position der Brustwarze nach oben hin verändert. Dazu wird die Brustwarze (Mamille) so umschnitten, dass nur die oberste Zellschicht der Haut nicht aber die Haut komplett eingeschnitten wird. Die Hautbrücke, die zwischen Mamille und ihrer neuen Position liegt, wird ebenfalls von ihrer obersten Hautschicht befreit. Danach kann man durch Faltung der darunterliegenden Dermis die Mamille in ihre neue Position bringen. Mit dieser Technik ist es möglich, das komplette Ausschneiden der Brustwarze und das Aufbringen der Brustwarze als Hauttransplantat zu vermeiden.“ Denn dafür müsste die Nervenverbindung der Brustwarze komplett gekappt werden und die versetzten Brustwarzen hätten danach kein Gefühl mehr. Dennoch sind auch der beschriebenen Standardtechnik, der gestielten, durch Faltung der Haut versetzten Brustwarze Grenzen gesetzt. „Ist die Strecke zwischen altem und neuem Sitz der Brustwarze zu groß, kann die Faltung der Haut zu einem Abquetschen des venösen Blutflusses führen und die Brustwarze kann absterben. Bei einer Bruststraffung kommt dies sehr selten vor, da in der Tiefe der Brust kein Brustgewebe tangiert wird, sodass die Durchblutung der Brustwarze nicht sehr leidet. Bei einer Brustverkleinerung kann dies jedoch anders aussehen“, so der Experte.

Kalkulierbares Risiko

Ein erfahrener Brustchirurg hat verschiedene Techniken zur Verfügung, die er den anatomischen Gegebenheiten anpassen kann, um solche Komplikationen zu vermeiden. Mit diesem Know-how ist die Gefahr von absterbenden Brustwarzen selbst bei sehr großen weit hängenden Brüsten als gut kalkulierbar anzusehen und eher gering. Jede Operation bringt Risiken mit sich. Wichtig ist, dass die Patientinnen in jedem Fall verständlich und umfassend über diese Komplikationsmöglichkeit aufgeklärt werden.

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