Schönheitstrends und die Entwicklung der ästhetischen Medizin - mabelle
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Ob Kleopatra, Marilyn Monroe oder Karlie Kloss – jede Zeit hat ihre Schönheitsideale. Was viele nicht wissen: Schönheitsbehandlungen sind keineswegs ein Trend unserer Zeit. Schon in der Antike gab es beispielsweise Fadenliftings. Heute gibt es für minimal-invasive Methoden mit Botulinumtoxin, Hyaluron-Fillern und Fäden moderne und nebenwirkungsarme Materialien, mit denen sich im Gesicht natürliche und effektive Ergebnisse erzielen lassen.

Text: Dr. Johannes Müller-Steinmann

Marilyn Monroe verdrehte in den 1950ern den Männern den Kopf. In den 60ern wollten alle Frauen so schlank sein wie Twiggy und in den 2000ern aussehen wie die Engel von Victoria’s Secret Alessandra Ambrosio und Gisele Bündchen. Schönheit ist wie Mode. Was im letzten Jahrzehnt noch angesagt war, kann im neuen schon wieder out sein. Vielleicht ist das auch ein Grund, warum nicht-operative Schönheitsbehandlungen immer beliebter werden. Denn die meisten Methoden erzielen keine dauerhaften Veränderungen, wie es bei chirurgischen Behandlungen in der Regel der Fall ist. Die Ergebnisse halten nur auf Zeit, wer möchte, kann sie jedoch immer wieder auffrischen – zum Beispiel mithilfe von Botulinumtoxin, Hyaluron-Fillern und biokompatiblen Fäden. Die Vorreiter dieser Behandlungen reichen zum Teil bis in die Antike zurück.

FADENLIFTING: VON GOLDFÄDEN BIS SELBSTAUFLÖSEND

In ägyptischen Gräbern sollen Forscher Goldfäden gefunden haben, die damals zum Liften des Gesichts verwendet wurden – Legenden behaupten, das sei das Schönheitsgeheimnis von Kleopatra. In den 1960er Jahren sollten Goldfäden die Kollagenproduktion im Gesicht anregen und so zur Faltenglättung beitragen. Einige Patienten reagierten darauf jedoch mit Unverträglichkeiten. Erst seit 2003 verwenden Ärzte biokompatible Fäden, die sich im Körper nach einer bestimmten Zeit selbst auflösen. Seitdem haben sich die Materialien, die Techniken und Anwendungsgebiete stetig weiterentwickelt.

Im Gegensatz zu einem klassischen chirurgischen Facelift sind beim Fadenlifting keine Schnitte nötig. Ärzte bringen die feinen Fäden mithilfe von Nadeln und einem leichten Zug so unter die Haut, dass sich Falten glätten und der Körper an den behandelten Stellen neues Kollagen bildet. Nach einigen Wochen lösen sich die Fäden auf und der Lifting-Effekt bleibt bestehen. Dabei gibt es quasi für jede Falte bestimmte Fäden: dünnere und dickere sowie mit und ohne Widerhaken.

HYALURONSÄURE: NATÜRLICH UND GUT VERTRÄGLICH

Eine weitere Methode, um Falten zu glätten und dem Gesicht wieder mehr Volumen zu geben, sind Hyaluron- Filler. Hyaluronsäure ist ein natürlicher Bestandteil des menschlichen Körpers. Sie befindet sich zum Beispiel in der Haut. Dort bindet sie große Mengen an Wasser. Nimmt der Hyaluronsäure-Gehalt jedoch im Laufe des Lebens ab, entstehen Falten und Hängebäckchen. Schon vor 100 Jahren nutzten Ärzte daher Füllmaterialien, um diese Volumendefizite auszugleichen. Damals kam vor allem Eigenfett zum Einsatz. Von den 50er bis 80er Jahren verwendeten Ärzte oder gar Laien dann häufig flüssiges Silikon oder Paraffin. Beides konnte jedoch zu Infektionen und Deformationen führen. Heute setzen Mediziner daher auf Füllstoffe, die der Körper nach einiger Zeit abbaut. Wurde bis vor circa 20 Jahren Kollagen verwendet, so ist heute Hyaluronsäure der Goldstandard: Sie liefert gute Ergebnisse und hat kaum Nebenwirkungen.

BOTULINUMTOXIN: VOM BAKTERIUM ZUM FALTENGLÄTTER

Bei den meisten Menschen sind es besonders die sogenannten Mimikfalten im oberen Gesichtsdrittel, die viele als störend empfinden: Falten auf der Stirn, zwischen und an den Außenseiten der Augen. Diese können Ärzte mit Botulinumtoxin lindern. Heute ist es eine der häufigsten minimal-invasiven Faltenbehandlungen weltweit. Dabei hat Botulinumtoxin eine lange Geschichte, die mit gefährlichen Fleischvergiftungen im 19. Jahrhundert begann. Verantwortlich dafür war das Bakterium „Clostridium botulinum“. In geringen Mengen ist das Bakterium jedoch für Mediziner sehr nützlich. In den 1980er Jahren half Botulinumtoxin Menschen, die schielten. Als die kanadischen Augenärzte Jean und Alastair Carruthers den Wirkstoff gegen Lidzittern einsetzten, bemerkten sie, dass auch Falten damit geglättet wurden. Das war im Jahr 1992. Die offizielle Zulassung in Europa für kosmetische Behandlungen erhielt Botulinumtoxin Typ A dann im Jahr 2004. Seitdem steigen die Anwendungszahlen von Jahr zu Jahr.

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