VDÄPC Trendcheck VDÄPC-Trendcheck: Gesichtsverjüngung zwischen Filler und Facelift
Volle Lippen, geglättete Falten und definierte Gesichtskonturen: Minimalinvasive Behandlungen mit Hyaluronsäure oder Botulinumtoxin gehören seit Jahren zu den gefragtesten ästhetischen Eingriffen. Gleichzeitig beobachten Fachärzte zunehmend, dass Patientinnen und Patienten trotz regelmäßiger Behandlungen oft eine dauerhaftere und umfassendere Gesichtsverjüngung wünschen.
Wenn Filler an ihre Grenzen stoßen
Wann ein Facelift sinnvoll werden kann
Minimalinvasive Verfahren können Falten glätten oder Volumenverluste ausgleichen. Sie stoßen jedoch an Grenzen, wenn Haut und tieferes Gewebe stärker erschlaffen. Abhilfe kann ein Facelift schaffen. „Aber viele Patientinnen und Patienten schrecken zumindest anfänglich vor diesem größeren Eingriff in Vollnarkose zurück. Für sie kann ein Micro-Facelift eine gute Alternative sein, weil dieser etwas kleinere Eingriff in örtlicher Betäubung erfolgen kann, aber dabei ebenfalls überschüssige Haut entfernt wird“, so Schönborn. Voraussetzung für längerfristige Effekte ist aber, dass die Chirurgin oder der Chirurg neben der Haut auch das darunterliegende Bindegewebe in den Eingriff einbezieht. Andernfalls sind die Effekte nur von kurzer Dauer.
Micro-SMAS-Facelift: Schonendere Variante des klassischen Facelifts
Klassisches SMAS-Facelift versus Micro-SMAS-Facelift – was sind die Unterschiede? Beide Verfahren beziehen neben der Haut das sogenannte SMAS-Gewebe in die Straffung ein. SMAS steht für „Superficial Musculoaponeurotic System“ und bezeichnet eine Bindegewebs- und Muskelschicht unter der Haut, die wesentlich für Spannkraft und Gesichtskonturen verantwortlich ist. Das Micro-SMAS-Facelift gilt dabei als schonendere Variante. Laut Schönborn wird das Gewebe hierbei weniger umfangreich präpariert, zudem sind die Schnitte kleiner. Ziel sei eine natürliche Gesichtsverjüngung mit kurzer Erholungszeit. Ein klassisches SMAS-Facelift könne dagegen insbesondere bei stärker ausgeprägten Altersveränderungen sinnvoll sein, da tiefere Gewebestrukturen umfassender repositioniert werden.
Gesichtsverjüngung durch die Kombination mehrerer Verfahren
Viele Patientinnen und Patienten wünschen heute keine isolierte Behandlung einzelner Regionen, sondern ein möglichst harmonisches Gesamtergebnis. Deshalb wird ein Facelift häufig mit weiteren Eingriffen kombiniert.
Eine wichtige Rolle spielt dabei die Blepharoplastik, also die operative Lidstraffung. Gerade die Augenpartie zeigt Altersveränderungen häufig besonders früh. Schlupflider oder Tränensäcke könnten dazu führen, dass Betroffene müde oder abgespannt wirken. Durch die Kombination von Gesichts- und Lidstraffung lässt sich häufig ein insgesamt frischeres Erscheinungsbild erreichen.
Auch der Halsbereich spielt bei vielen Patientinnen und Patienten eine wichtige Rolle für ein harmonisches Gesamtergebnis. Erschlaffte Haut oder ausgeprägte Hautfalten am Hals können trotz einer Gesichtsstraffung weiterhin sichtbar bleiben. Deshalb wird ein Facelift häufig mit einer Halsstraffung kombiniert. Dabei können überschüssige Haut und erschlaffte Strukturen im Halsbereich gestrafft oder entfernt werden, um die Konturen von Gesicht und Hals besser anzugleichen. „Patientinnen und Patienten wünschen sich keine isolierte Verjüngung einzelner Gesichtsregionen, sondern ein harmonisches Gesamtbild“, betont Schönborn.
Auch Verfahren zur Verbesserung der Hautoberfläche gewinnen an Bedeutung. So kann eine Dermabrasion ergänzend eingesetzt werden, um feine Fältchen oder Hautunregelmäßigkeiten zu behandeln. Dabei werden oberflächliche Hautschichten kontrolliert abgetragen, um die Hautstruktur zu glätten.
Wie Filler und Vorbehandlungen ein Facelift beeinflussen können
Frühere ästhetische Behandlungen spielen bei der Operationsplanung eine wichtige Rolle. Insbesondere Filler-Behandlungen können bei Eingriffen mitunter zu Überraschungen führen. Auch Radiofrequenztherapien sind relevant, da sie das Unterhautgewebe verändern oder verkleben können.
Vor einem Facelift empfiehlt Schönborn deshalb häufig längere Wartezeiten nach vorherigen Behandlungen. Nach Filler- oder anderen ästhetischen Verfahren plant er meist mindestens sechs Monate Abstand ein, teilweise auch bis zu zwölf Monate.
Warum eine individuelle Beratung entscheidend ist
Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt von vielen Faktoren ab – darunter Hautqualität, Gewebestruktur, Vorbehandlungen und individuelle Wünsche der Patientinnen und Patienten. Entscheidend ist deshalb eine ausführliche Beratung durch erfahrene Fachärztinnen oder Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie!
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