Lippenvergrößerung und Lippenformung mit Hyaluron & Co - mabelle
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Text: Astrid Tomczak

Lippen stehen seit jeher im Fokus, doch wie die Mode unterliegen Volumen, Form und Farbe stets veränderten Vorstellungen und Wünschen. Tatsächlich waren und sind Lippenformen und Lippenstiftfarben ein Spiegelbild gesellschaftlicher Entwicklungen und des Lebensgefühls einer ganzen Ära. Ob Rebellion und Emanzipation in den „Goldenen Zwanzigern“ mit matt rotem Lippenstift und einem herzförmigen Mund oder sexuelle Revolution und Woodstock mit blassen, unauffälligen Lippenstiftfarben in Nudetönen und einem vollen, weichen Schmollmund. Blickt man auf die letzten 100 Jahre „Lippenmode“ zurück, so zeigt jedes Jahrzehnt einen anderen Trend und sagt damit auch viel über die gesellschaftliche Stellung der Frau, ihre Emanzipation und ihr Selbstverständnis aus.

Seit mehreren Jahren liegen volle Lippen mit deutlich betonter Kontur im Trend. Getrieben durch Social- Media-Stars wünschen sich vor allem sehr junge Frauen sogenannte Russian Lips. Die dafür angewandte Unterspritzungstechnik ist nicht neu, die Volumenverteilung unterscheidet sich jedoch von anderen Methoden. Unter Verwendung stärker vernetzter Hyalurongele wird versucht, besonders den herzförmigen Aspekt einer Lippe sowie die Kontur zu betonen. Dazu wird Volumen im Zentrum des Mundes aufgebaut, ohne jedoch in der Profilansicht eine schanzenartige Vorwölbung der Oberlippe zu generieren. Die Hyaluronsäure wird vertikal, von der Lippenkontur startend, injiziert. Mit dem Zurückziehen der Nadel werden kleine Mengen an Material in dünnen Linien abgegeben. Im Gegensatz zu den klassischen Injektionstechniken startet die Behandlung von der Lippenmitte und arbeitet sich nach außen zum Mundwinkel hin vor. Das Lippenrot wird mit dieser Technik aufgespannt und der gesamte Lippenkörper verbreitert. Die Lippe wirkt nach der Behandlung insgesamt größer, aber nicht notwendigerweise voluminöser. Wie ausgeprägt der Russian-Lips-Effekt ausfällt, hat viel mit dem verwendeten Unterspritzungsprodukt zu tun. Wer sich dafür entscheidet, dass die Behandlung ruhig sichtbar sein darf, kann ein dickeres Hyalurongel wählen. Andern falls lässt sich mit einem weicheren Filler auch ein sehr natürlicher Effekt erzielen. Ein großes Plus dieser Technik ist die Möglichkeit, Asymmetrien wirkungsvoll zu bearbeiten und trotz Volumengabe ein flaches Profil zu erhalten. Der „Entenschnabel“, vor dem sich viele Patienten fürchten, gehört damit der Vergangenheit an.

Wer es etwas unauffälliger mag, kann sich dagegen für einen aktuellen Lippentrend, den sogenannten „Lip Flip“ entscheiden. Hierzu kommt Botulinumtoxin zum Einsatz. Dieses Unterspritzungsmaterial ist eher dafür bekannt, dass es Stirnfalten und Krähenfüße glättet. Die Frage, warum es für einen Lippenaufbau gespritzt wird, obwohl es kein Volumen kreieren kann, ist daher absolut statthaft. Der Wirkstoff wird jedoch nicht in das Lippenrot injiziert, sondern kommt direkt über dem mittleren Teil der oberen Lippenkontur sowie an den äußeren Kanten der Oberlippe zum Einsatz. Durch seinen muskelrelaxierenden Effekt stülpt sich die Oberlippe minimal um. Der Flip-Effekt, der der Methode den Namen gegeben hat, sorgt dafür, dass im Ergebnis mehr Lippenrot zu sehen ist. Die Oberlippe wirkt praller und größer ohne das Risiko eines künstlich wirkenden Fülleffekts, wie er manchmal nach unsachgemäßen Hyaluronunterspritzungen auftreten kann. Wer ein bisschen mehr möchte, kann den klassischen Lip Flip zusätzlich mit Hyaluroninjektionen kombinieren. Dies kann zum Beispiel dann angezeigt sein, wenn die Volumenverhältnisse zwischen Ober- und Unterlippe angeglichen, die Kontur verfeinert oder zusätzlich die Mundwinkel angehoben werden sollen. Ein Vorteil der Methode ist, dass damit gleichzeitig die ungeliebten Lippenfältchen, der sogenannte „Barcode“, geglättet werden können. Werden jedoch zu große Mengen Botulinumtoxin injiziert, besteht das Risiko, dass die Lippe an Beweglichkeit verliert. Das hat dann auch einen Negativeffekt auf die Natürlichkeit des Ergebnisses.

Neben den bereits vorgestellten Methoden gibt es eine Vielzahl weiterer Unterspritzungstechniken für die Lippe. Mit weichen Hyalurongelen kann zum Beispiel ein sogenannter „Lip Gloss“-Effekt erzielt werden. Hierzu werden kleine Mengen einer schwach vernetzten Hyaluronsäure in die Submukosa (dünne Bindegewebsschicht) injiziert. Das Hyalurongel bindet Wasser und sorgt auf diese Weise für einen sehr natürlichen Aufpolsterungseffekt. Der leichte Glanz der zarten Lippenhaut ist auf die verstärkte Durchfeuchtung nach dieser Behandlung zurückzuführen.

Wer sich am altersbedingten Absinken der Oberlippe stört, kann auch zu invasiveren Maßnahmen greifen. Beim sogenannten Bull-Horn-Lift wird der sich vergrößernde Abstand zwischen Nase und Oberlippe durch einen chirurgischen Eingriff verringert. Die Schnittführung folgt der natürlichen Form entlang der Nasenflügel und des Nasenstegs Richtung Oberlippe. Der Vorteil dieser Methode ist ein langanhaltendes Liftingergebnis, die Nachteile liegen in den üblichen Risiken eines operativen Eingriffs.

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