Kosmetische Behandlungen für zuhause - mabelle
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Home Use Devices (HUDs) erfahren eine rasante Entwicklung. Viele Endverbraucher sind von der Idee begeistert, kosmetische Behandlungen im privaten Umfeld durchführen zu können. Die Angebote der Hersteller an entsprechenden Geräten sind vielfältig. Es gibt Geräte zur Haarentfernung, zur Stimulation des Haarwachstums, zur Behandlung von Hautpathologien, gegen Cellulite, Falten und andere störende Alterserscheinungen.

Ist der Besuch beim spezialisierten Facharzt oder der Kosmetikerin damit in Zukunft überflüssig? Diese Frage lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt mit einem klaren „Jein“ beantworten. Denn wie immer kommt es auf den Einzelfall an. Sehr häufig weisen HUDs aus Sicherheitsgründen geringere Leistungsdaten als vergleichbare Profigeräte in der Arztpraxis oder dem Kosmetikstudio auf. Damit sollen Verletzungsrisiken bei einer möglichen Fehlanwendung minimiert werden. Ein klar umrissener Anwendungs- und Therapiebereich der Home Use Devices erleichtert die Kaufentscheidung für den Endverbraucher und beugt Fehlkäufen vor. Allerdings wird damit nicht immer alles, was nach einer professionellen Indikationsstellung behandlungswürdig wäre, auch von einem Gerät erfasst. Die Frage ist also, ob in jedem Fall vergleichbare Ergebnisse wie beim Profi erzielt werden können.

Die große Stärke und damit die Chance für die derzeit verfügbaren Geräte, ist daher wohl eher eine kombinierte Anwendung mit einer bestehenden Therapieempfehlung des Arztes oder der Kosmetikerin.

Die Kombi machts!

Moderne Behandlungskonzepte bestehen heute aus Kombinationstherapien, die durch ein professionelles Pre- und Post-Treatment abgerundet werden. Längst gehören die Zeiten der Vergangenheit an, in denen ein „Mittel“ der alleinige Heilsbringer war. Hier sind dank der Home Use Devices also viele sinnvolle Vernetzungen denkbar. Im Gesichtsbereich wird zudem mit erprobten und innovativen Technologien gearbeitet.

So könnte beispielsweise nach Rücksprache mit dem Hautarzt eine medikamentöse Akne- oder Schuppenflechtentherapie mit einer entsprechenden Lichttherapie zu Hause kombiniert werden. Die Haut kann aber auch mittels Radiofrequenztechnologie, Galvanischem Strom oder Ultraschalltechnologie gefestigt und tiefengereinigt werden. Nachfolgende Faltenunterspritzungen mit Hyaluronsäure oder Mesotheraphiebehandlungen mit Wirkstoffcocktails zeigen so eine verbesserte Wirkung. Haarentfernungsbehandlungen per Laser können durch Heimanwendungen weiter optimiert werden. Gerade, wenn einzelne, hartnäckige Härchen nicht verschwinden wollen, kann hier im Einzelfall eine fortlaufende Eigenbehandlung zu Hause zum gewünschten Erfolg führen.

Ideal in Kombination mit bestehenden Therapien

Anwendungen im Kosmetikstudio profitieren ebenso von der zusätzlichen Vor- oder Nachsorge mit Home Use Devices. Hier sind z.B. Behandlungen zur Hautreinigung- und Aktivierung denkbar. Hautirritationen, die eine Kosmetikbehandlung verhindern, können zunächst zu Hause gemindert werden. Eine nachsorgende Pflege, welche einen möglichst langen Erhalt der kosmetischen Behandlung zum Ziel hat, ist ebenfalls denkbar. Viele Gerätehersteller bieten deshalb spezialisierte Kosmetiklinien an, die auf die Funktionsweise ihrer Produkte und deren Anwendungsgebiete abgestimmt sind. So wird aus einer bloßen Geräteanwendung ein fein abgestimmtes Behandlungskonzept, welches am Ende bessere Ergebnisse zeigt, als eine Maßnahme alleine.

Auch für Körperanwendungen wurden Home Use Devices entwickelt. Die Dauerthemen sind Anti-Cellulite-Behandlungen und die Entfernung unerwünschter Fettpölsterchen. Hier wird mit Radiofrequenz-, Kavitations- und Lichttherapien geworben, die Fettpölsterchen zerstören, schlaffe Hautpartien straffen, Dehnungsstreifen mindern und den Körperumfang reduzieren sollen. Letztlich bleiben viele dieser Hersteller den Wirksamkeitsnachweis schuldig. Da es sich bei diesen Geräten selten um gesetzlich regulierte Medizinprodukte handelt, sind vollmundige Werbeversprechungen nahezu sanktionsfrei möglich und valide Studiendaten nicht vorgeschrieben. Dies erschwert es dem Verbraucher jedoch sehr, tatsächlich wirksame Methoden von anderen zu unterscheiden.

Internationale Sicherheitsstandards

Den diversen Sicherheits- und Wirksamkeitsbedenken nimmt sich seit einigen Jahren die „Home Use Device Working Group“ an. Hierbei handelt es sich um ein Team internationaler Haut- und Haarexperten. Ein erster internationaler Sicherheitsstandard für „home-use laser and intense light source“ wurde erarbeitet. Dieser ist im März 2016 publiziert (IEC 60335-2-113) und im August 2017 auf dem „5CC congress“ (5 Kontinente-Kongress) in Barcelona vorgestellt worden. Aus dieser begrüßenswerten Initiative speist sich auch die Hoffnung einer zunehmenden Markttransparenz, die nicht nur dem Endverbraucher, sondern auch dem professionellen Anwender zu Gute kommen wird.

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