VDÄPC Trendcheck Haarausfall, Behandlung und moderne Methoden
Volles Haar signalisiert für viele Menschen Jugendlichkeit und Attraktivität. Werden die Haare dünner oder entstehen kahle Stellen, kann das für Betroffene sehr belastend sein. Doch Haarausfall ist nicht gleich Haarausfall – nicht jede Form lässt sich auf dieselbe Weise behandeln. Deswegen steht vor jeder Behandlung eine gründliche Untersuchung und eine Klärung der Diagnose.
Haarausfall: Ursachen und Formen im Überblick
Die häufigsten Arten sind der erblich bedingte Haarausfall (Alopecia androgenetica) und der kreisrunde Haarausfall (Alopecia areata). Bei Ersterem ist die Ursache hormonell. Die Haarwuzeln reagieren überempfindlich auf das Hormon Dihydrotestosteron (DHT) und fallen vorzeitig aus. Im Extremfall bleibt bei Männern nur ein Haarkranz am Hinterkopf erhalten. Bei Frauen dünnen sich die Haare besonders im Bereich des Mittelscheitels aus. Eine Glatze entsteht jedoch meist nicht.
Beim kreisrunden Haarausfall treten begrenzte kahle Stellen an verschiedenen Arealen des Kopfes sowie bei Männern im Bart auf. Die Ursache ist eine Entzündung der betroffenen Hautregion, die das Wachstum der Haare beeinträchtigt und im Verlauf zum Ausfall der Haare führt. Häufig ist dieser Prozess zeitlich begrenzt, sodass die Stellen von selbst wieder zuwachsen. Sind die Haarwurzeln jedoch unwiederbringlich geschädigt, ist der Haarausfall an den entsprechenden Stellen nicht umkehrbar.
Wichtig ist, dass auch bestimmte Krankheiten und Medikamente oder eine Mangelernährung Ursachen für einen Haarausfall sein können. Daher sollten ausfallende Haare in jedem Fall ärztlich abgeklärt werden.
Abhängig vom Befund können unterschiedliche Verfahren infrage kommen. Dabei geht es nicht immer darum, verloren gegangenes Haar zu ersetzen. Auch eine optische Verdichtung oder die Unterstützung noch vorhandener Haare können Teil eines individuellen Behandlungskonzepts sein.
Mikropigmentierung der Kopfhaut
Haarausfall optisch kaschieren
Eine Möglichkeit, lichte oder kahle Bereiche weniger auffällig erscheinen zu lassen, ist die Mikropigmentierung der Kopfhaut. Dabei werden Farbpigmente gezielt in die Haut eingebracht. Bei sehr kurz getragenem Haar können so beispielsweise Haarstoppeln optisch nachgebildet werden. Bei noch vorhandenem, aber lichtem Haar lässt sich wiederum der sichtbare Kontrast zwischen Kopfhaut und Haar reduzieren. Auch Narben auf der Kopfhaut können auf diese Weise optisch kaschiert werden.
Anders als bei einer Haartransplantation werden bei der Mikropigmentierung keine Haarfollikel verpflanzt. Das Verfahren lässt also keine neuen Haare wachsen, sondern verändert das optische Erscheinungsbild der betroffenen Bereiche. Entscheidend sind unter anderem eine zum individuellen Haar passende Pigmentierung und eine natürliche Gestaltung.
PRP-Behandlung bei Haarausfall
Behandlung mit körpereigenem Blutplasma
Bei dünner werdendem Haar kann auch eine Behandlung mit plättchenreichem Plasma, kurz PRP (Platelet-Rich Plasma), infrage kommen. Dafür wird zunächst Blut entnommen und anschließend aufbereitet. Das gewonnene Plasma wird in die zu behandelnden Bereiche der Kopfhaut injiziert. Ziel der Behandlung ist es, körpereigene Regenerations- und Wachstumsprozesse zu unterstützen.
Haartransplantation: Eigenhaar dauerhaft umverteilen
Sind Haarwurzeln dauerhaft verloren gegangen, kann eine Haartransplantation eine Möglichkeit sein, kahle oder stark ausgedünnte Bereiche wieder mit Eigenhaar zu versorgen. Voraussetzung ist jedoch, dass ausreichend geeignete Haarfollikel als Spenderhaar vorhanden sind. Diese werden meist aus Bereichen des Hinterkopfs entnommen und anschließend in die zu behandelnden Regionen verpflanzt.
Vor dem Eingriff stehen eine ausführliche Beratung und Untersuchung. Dabei werden unter anderem Art und Ursache des Haarausfalls bestimmt, die vorhandenen Spenderhaare beurteilt und die Möglichkeiten sowie Grenzen der Behandlung besprochen. Auch mögliche Risiken und Komplikationen müssen Teil der Aufklärung sein.
FUT und FUE: Techniken bei der Haartransplantation
Grundsätzlich kommen unterschiedliche Techniken zur Gewinnung der Haarfollikel zum Einsatz. Bei der Follicular Unit Transplantation (FUT) wird ein schmaler behaarter Hautstreifen entnommen, aus dem anschließend die benötigten Haarfollikel gewonnen werden. Bei der Follicular Unit Extraction (FUE) werden einzelne follikuläre Einheiten aus dem Spenderbereich entnommen. Anschließend werden die gewonnenen Haarfollikel in die vorbereiteten Empfängerbereiche eingesetzt.
Der Eingriff erfolgt in der Regel ambulant und unter örtlicher Betäubung. Je nach Umfang und angewandter Technik kann eine Haartransplantation mehrere Stunden dauern. Nach dem Eingriff benötigen sowohl Entnahme- als auch Empfängerbereich Zeit zur Heilung. Bis das Ergebnis beurteilt werden kann, ist Geduld gefragt: Die verpflanzten Haare entwickeln sich erst im Laufe der folgenden Monate.
Risiken und Ergebnis einer Haartransplantation
Wie bei jedem operativen Eingriff sind auch bei einer Haartransplantation Komplikationen möglich. Dazu zählen unter anderem Nachblutungen, Infektionen, Wundheilungsstörungen oder Narben. Zudem kann nicht in jedem Fall die ursprünglich vorhandene Haardichte wiederhergestellt werden. Eine realistische Einschätzung des möglichen Ergebnisses gehört deshalb zur ärztlichen Beratung.
Haartransplantation im Ausland
Vorsicht bei Billigangeboten
Haartransplantationen werden auch im Ausland angeboten – teilweise zu niedrigeren Preisen als in Deutschland. Für Patientinnen und Patienten sollte der Preis jedoch nicht das allein entscheidende Auswahlkriterium sein.
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