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Brustverkleinerung bei Rückenschmerzen und Haltungsschäden

Was tun, wenn zu große Brüste zu chronischen Rückenschmerzen führen? Welche Beschwerden können noch bei großen Brüsten auftauchen? Wann übernimmt die Krankenkasse eine Brustverkleinerung? Diese und weitere Fragen rund um das Thema Beschwerden bei zu großer Brust beantwortet myBody® im Überlick.

Probleme mit zu großen Brüsten

Große Brüste (medizinisch: Mammahyperplasie) sind nicht immer etwas Erstrebenswertes. So klagen Betroffene häufig über Schmerzen im Rücken- und Nackenbereich, weil das Gewicht der Brust die Wirbelsäule stark belastet und sogar deformieren kann.

Die häufigsten Probleme, die große Brüste mit sich bringen, sind:

  • chronische Nackenschmerzen und Rückenschmerzen
  • Haltungsschäden und Deformierung der Wirbelsäule 
  • einschneidende BH-Träger und Entzündungen
  • übermäßige Brustbildung (Makromastie, Lipomastie, Gynäkomastie)

Wo genau habe ich Rückenschmerzen bei großer Brust?

Häufig äußern sich die Rückenschmerzen bei der Makromastie (übermäßige Brustbildung) im Lendenwirbelbereich. In manchen Fällen klagen Betroffene auch über Brustwirbelblockaden, die sich in Form von Schmerzen an den Rippen oder am Brustkorb sowie Magen- und Atemprobleme äußern können. Da sich das Gewicht der Brust in Höhe der Nackenmuskulatur befindet, können Betroffene auch unter chronischen Kopfschmerzen leiden. 

Welches Hormon vergrößert die Brust?

Verantwortlich für das Brustwachstum ist grundsätzlich das weibliche Hormon Östrogen. Daher greifen Frauen bei übermäßiger Brustbildung manchmal zu sogenannten Östrogenblockern oder Medikamenten, die den Östrogenspiegel senken. Empfohlen wird eine solche Einnahme allerdings in der Regel bei Brustkrebs, da fehlendes Östrogen einige Nebenwirkungen hat wie beispielsweise typische Wechseljahresbeschwerden (depressive Stimmungsschwankungen, Thrombose, Übelkeit etc.).  Eine operative Brustverkleinerung kann die Beschwerden hingegen für gewöhnlich ohne Langzeitnebenwirkungen lindern. 

Zu große Brüste: was hilft?

Wenn ein zu großer Vorbau zu Rückenschmerzen und falscher Haltung führt, können Betroffene natürlich erst einmal den konservativen Weg gehen. Das bedeutet, den Körperfettanteil durch ausreichend Bewegung, gesunde Ernährung und den weitestgehenden Verzicht von Zucker und Fett zu reduzieren. Verliert der Körper allgemein an Masse, werden natürlich auch die Brüste kleiner. Bei zu großer Brust oder Makromastie (übermäßiges Wachstum der Brust) können die abgenommenen Kilos das Leid aber meist nicht beenden. Fühlen Frauen sich im Alttag wegen ihrer zu großen Brust maßgeblich eingeschränkt, kann eine Brustverkleinerung die Lebensqualität wieder verbessern.

Prof. Dr. Dr. Evangelios Sarantopoulos

Prof. Dr. Dr. Evangelos Sarantopoulos

Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie

Patientinnen nach einer Brustverkleinerung gehören zu den dankbarsten Patientinnen überhaupt. 

Wann ist eine Brustverkleinerung medizinisch notwendig?

Für eine medizinische Indikation bei großen Brüsten liegt der Richtwert bei ca. 500 Gramm pro Brust, die entfernt werden müssen. Dies entspricht ca. zwei Körbchengrößen.[1] Allerdings konnte in einer Studie festgestellt werden, dass bereits die Verkleinerung um 250 Gramm pro Seite einen erheblichen Einfluss auf die Lebensqualität der Patientinnen hat.[2]  Bei mehrgewichtigen Frauen wird in manchen Fällen eine vorherige Gewichtsreduktion geraten, bevor eine medizinische Notwendigkeit festgestellt wird. 

Wann wird eine Brustverkleinerung von der Krankenkasse übernommen?

Wer sich für eine Mammareduktion entscheidet, muss in der Regel mit Kosten einer Brustverkleinerung in Höhe von ca. 4.500 Euro und 8.250 Euro rechnen.[3] Viele Betroffene stellen sich dabei (zurecht) die Frage, ob die Krankenkasse für diese Kosten aufkommt. Zunächst sollte der zuständige Allgemeinmediziner in einem Antragsbericht die Notwendigkeit der Brustverkleinerung nachweisen. Außerdem sollten die Beschwerden und die bereits erfolgten medizinischen Behandlungen aufgeführt werden. Im Falle von chronischen Rückenschmerzen kann die medizinische Dringlichkeit beispielweise durch vom BH ausgelöste extreme Schnürfurchen im Schulterbereich, gewichtsbedingte Rückenschäden oder Schäden der Wirbelsäule durch entsprechende Körperhaltung nachgewiesen werden.[4] Der Antrag wird anschließend vom Mediznischen Dienst der gesetzlichen Krankenkassen (MDK) individuell geprüft, bevor eine Entscheidung über die Kostenübernahme getroffen wird.

Ab wann ist eine Brust zu groß?

Abgesehen von der offiziellen medizinischen Notwendigkeit von 500 bis 800 Gramm pro Seite, sind durchaus auch Ausnahmen bei der Kostenübernahme durch die Krankenkasse möglich. Dabei kommt es ganz auf die Argumentation an: Eine Frau mit einer Körpergröße von 1,60 m hat mit 1 kg schweren Brüsten wahrscheinlich größere Beschwerden als eine Frau, die 1,80 m groß ist. Außerdem kann eine Fehlhaltung auch durch asymmetrische Brüste begründet sein, wenn eine Brust deutlich schwerer ist als die andere. Daher lohnt es sich sicherlich, mehrere Expertenmeinungen einzuholen.

Der passende Arzt für die Mammareduktion bei Rückenschmerzen

Um Rückenprobleme bei übermäßigem Brustumfang endgültig loszuwerden, hilft in vielen Fällen nur noch eine Brustverkleinerung. Dabei ist es wichtig, den passenden Arzt zu finden. Nach Leitlinie der GÄCD (Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie e.V.) kommen für eine Mammareduktion Fachärzte für Chirurgie, Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie sowie Fachärzte für Gynäkologie infrage. 

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Quellennachweis

1. Stern TV: www.sterntv.de/wann-wird-eine-brustverkleinerung-von-der-krankenkasse-uebernommen (abgerufen am 02.05.2023)
2. Deutsche Gesellschaft für Plastische Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie (DGPRAEC): www.dgpraec.de/pressemitteilungen/brustverkleinerung-befreit-von-einer-last-katrin-wilcken-erhaelt-dgpraec-journalistenpreis-2014 (abgerufen am 02.05.2023)
3. myBody® Klinikfinder: www.mybody.de/brustverkleinerung-suchergebnis.html (abgerufen am 02.05.2023)
4. Medizin Aspekte: medizin-aspekte.de/brustoperationen-aus-medizinischen-gruenden-95871 (abgerufen am 02.05.2023)

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